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DaF Arbeitsblätter kostenlos: DaZ Material und Übungen von A1 bis C1

Illustration: Arbeitsblätter, Bildkarten und zwei Hände, die auf dasselbe Blatt zeigen

Niveau-Check: Wo stehen Sie im Deutschen?

Kreuzen Sie an, was Ihnen im Deutschen sicher gelingt. Die Einschätzung folgt den Kann-Beschreibungen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens und ersetzt keinen Einstufungstest, zeigt aber, mit welchem Material Sie anfangen sollten.

Stufe A1
Stufe A2
Stufe B1
Stufe B2
Stufe C1

Zwölf kleine Zeichnungen auf einem Blatt – Brot, Milch, Schlüssel, Bus, Arzt, Apotheke – und darunter jeweils eine leere Linie. Mit so einem Blatt beginnt in vielen Sprachcafés die erste Stunde, und es ist erstaunlich, wie viel Gespräch aus zwölf Bildern entstehen kann. Jemand zeigt auf den Bus und fragt nach der Nummer, jemand anderes kennt das Wort für Apotheke schon, weil es auf dem Schild an der Ecke steht. Gute DaF Arbeitsblätter funktionieren genau so: Solche Blätter geben einen Anlass zum Sprechen und strukturieren eine Stunde, die sonst schnell zerfasert.

Material dieser Art gibt es in großer Menge kostenlos im Netz. Das Problem ist selten der Mangel, sondern die Auswahl. Viele Sammlungen mischen Anfängerstoff mit Grammatik für Fortgeschrittene, manche Seiten sind seit Jahren nicht gepflegt, andere verlangen nach dem dritten Download eine Anmeldung. Wer ehrenamtlich unterrichtet, hat für diese Sortierarbeit meist wenig Zeit. Deshalb folgt diese Übersicht einer einfachen Logik: erst das Niveau bestimmen, dann das passende Material suchen. Alle hier genannten Angebote waren beim Überprüfen der Adressen im September 2026 erreichbar.

Die Stufen A1 bis C1 und was sie im Alltag bedeuten

Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen, kurz GER, wurde 2001 vom Europarat veröffentlicht und teilt Sprachkenntnisse in sechs Stufen ein. A1 und A2 stehen für elementare Sprachverwendung, B1 und B2 für die selbstständige, C1 und C2 für die kompetente. Der Rahmen beschreibt diese Stufen nicht über Grammatiklisten, sondern über Kann-Beschreibungen: Was kann jemand mit der Sprache tatsächlich tun? Diese Perspektive ist für Ehrenamtliche ausgesprochen praktisch, weil sie direkt zu Unterrichtszielen führt.

Auf der Stufe A1 geht es um das Überleben im Alltag. Wer A1 erreicht hat, versteht einfache Fragen nach Name, Herkunft und Wohnort, kann Zahlen und Uhrzeiten verstehen und ein kurzes Formular ausfüllen. Das klingt wenig, ist aber für jemanden, der vor drei Wochen angekommen ist, ein großer Schritt. A2 erweitert diesen Rahmen um vertraute Situationen: beim Arzt die wichtigsten Beschwerden nennen, im Laden nach einer anderen Größe fragen, eine kurze Nachricht schreiben.

Mit B1 beginnt die eigentliche Selbstständigkeit. Menschen auf diesem Niveau können einem Gespräch über bekannte Themen folgen, von Erlebnissen erzählen und ihre Meinung kurz begründen. B1 ist in Deutschland eine wichtige Schwelle, denn das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge verlangt dieses Niveau für die Einbürgerung, und der Integrationskurs schließt mit dem Deutsch-Test für Zuwanderer ab, der B1 nachweist. B2 bedeutet, auch längeren Beiträgen zu folgen, spontan zu diskutieren und einen Standpunkt schriftlich darzulegen. Wer eine anspruchsvolle Ausbildung beginnen oder in einem Heilberuf arbeiten will, braucht häufig dieses Niveau; mehr dazu steht im Beitrag über das B2 Zertifikat.

C1 schließlich beschreibt einen Sprachstand, mit dem sich auch komplexe Fachtexte verstehen und gut gegliederte eigene Texte schreiben lassen. Für ein Studium an einer deutschen Hochschule ist dieses Niveau die übliche Messlatte. C2 kommt in der Praxis von Sprachcafés kaum vor und fehlt deshalb im Niveau-Check oberhalb dieses Textes, der die Stufen A1 bis C1 abfragt und eine grobe erste Einordnung ermöglicht. Er ersetzt keinen Einstufungstest, spart aber die ersten zehn Minuten Rätselraten.

Ein Detail, das in der Praxis oft übersehen wird: Die Stufen gelten für einzelne Fertigkeiten getrennt. Viele Lernende sprechen nach einem Jahr in Deutschland deutlich besser, als sie schreiben. Eine Frau, die in einer Küche arbeitet, kann mündlich vielleicht schon auf B1 erzählen, während ihr ein Brief vom Jobcenter auf A2-Niveau Mühe macht. Wer Material auswählt, sollte also nicht nur fragen, auf welcher Stufe jemand steht, sondern auch, in welcher Fertigkeit.

DaF und DaZ: warum der Unterschied für das Material zählt

Die beiden Kürzel werden oft durcheinandergeworfen, beschreiben aber verschiedene Lernsituationen. Deutsch als Fremdsprache lernt, wer die Sprache außerhalb des deutschen Sprachraums erwirbt, etwa in einem Kurs in Kairo oder an einer Universität in Seoul. Der Unterricht ist meist systematisch aufgebaut, mit Lehrbuch, Grammatikprogression und festen Lektionen. Deutsch als Zweitsprache dagegen lernen Menschen, die bereits in Deutschland, Österreich oder der Schweiz leben und die Sprache sofort brauchen – im Supermarkt, in der Schule der Kinder, beim Amt.

Für die Materialauswahl hat das Folgen. DaZ Material setzt stärker auf konkreten Wortschatz für Alltagssituationen, auf Bilder und auf mündliche Übungen. Ein Übungsblatt zum Thema Arztbesuch ist hier wichtiger als eine vollständige Tabelle der Adjektivdeklination. Klassische DaF-Lehrwerke folgen dagegen einem Plan, der Grammatik in einer bestimmten Reihenfolge einführt, und setzen voraus, dass die Lernenden regelmäßig und über Monate dabeibleiben.

Im Sprachcafé verschwimmen diese Grenzen. Die Teilnehmenden leben in Deutschland, lernen also Deutsch als Zweitsprache, kommen aber unregelmäßig und mit sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen. Eine Mischung funktioniert deshalb am besten: DaZ Material für die Situationen des Alltags, dazu einzelne DaF Arbeitsblätter, wenn jemand gezielt eine Grammatikfrage klären will. Viele Sammlungen im Netz tragen ohnehin beide Kürzel im Namen, weil die Übergänge fließend sind.

Kostenlos und sofort einsetzbar: Sammlungen für den Einstieg

Für die ersten Wochen hat sich ein Heft bewährt, das die Flüchtlingshilfe München aus ihren eigenen Kursen heraus entwickelt hat. Das Heft zum Deutsch Lehren und Lernen in 23 Sprachen entstand in den Deutschkursen des Vereins, gestaltet von einer Grafikerin. Es steht in Versionen mit Englisch, Arabisch, Farsi, Dari, Tigrinisch, Somali, Ukrainisch und vielen weiteren Sprachen zum Herunterladen bereit, dazu eine Fassung nur auf Deutsch und eigene Dateien für den Schwarz-Weiß-Druck. Der Verein erlaubt die nicht-kommerzielle Weitergabe mit Quellenangabe, und wer lieber ein gebundenes Heft in der Hand hält, kann es kostenpflichtig über eine Druckerei bestellen. Ergänzend gibt es das Heft als Video, als MP3 und als Vokabelliste.

Ein zweites Standardwerk aus der Ehrenamtsarbeit ist der Deutschkurs nach dem Thannhauser Modell. Auf der Seite von Karl Landherr aus Thannhausen, die den Kurs als Deutschkurs für Migranten beschreibt, finden sich ein Basisheft zum Lesen, Schreiben und Rechnen, Tipps und Downloads sowie ein Deutschkurs für Menschen aus der Ukraine. Das Kursmaterial selbst ist nicht umsonst, aber preiswert; viele Zusatzmaterialien stehen frei zum Herunterladen bereit.

Wer lose Blätter für einzelne Stunden sucht, wird bei den Unterrichtsmaterialien Deutsch als Fremdsprache von Lingolia fündig. Die Sammlung richtet sich ausdrücklich auch an Menschen, die Geflüchteten ehrenamtlich beim Deutschlernen helfen, und deckt die ersten Wörter und Sätze sowie einfache Grammatik ab. Diese DaF Arbeitsblätter lassen sich herunterladen, ausdrucken und ohne Vorbereitung einsetzen – genau das, was man braucht, wenn das Sprachcafé in einer Stunde beginnt.

Für die Kommunikation ganz am Anfang, wenn noch kaum ein gemeinsames Wort da ist, hilft das Refugee Phrasebook. Es entstand in Berlin als Gemeinschaftsprojekt Freiwilliger und stellt nützliche Sätze in vielen Sprachen zusammen, als Druckversion und als Tabelle. Alle dürfen die Sätze anpassen, drucken und weitergeben. Ergänzend bietet das kostenlose Online-Wörterbuch von Langenscheidt die Suche in zahlreichen Sprachrichtungen, darunter Deutsch-Arabisch. Wer ein ganz kleines Hilfsmittel zum Ausdrucken sucht, findet ein Miniwörterbuch Deutsch-Arabisch als PDF.

DaZ Material für Kinder und Menschen, die erst lesen lernen

Kinder brauchen anderes Material als Erwachsene, und Menschen, die in keiner Sprache lesen und schreiben gelernt haben, noch einmal anderes. Für beide Gruppen sind Bildkarten, Anlauttabellen und spielerische Übungen der richtige Start. Die Plattform Grundschulmaterial.de führt eine eigene Rubrik DaZ-Gratismaterial mit derzeit 178 kostenlosen Medien, darunter Bild-Wort-Karten, erste Leseübungen und Übungen nach Themen. Der übrige Katalog ist kostenpflichtig, die Gratisrubrik reicht für viele Stunden aber völlig aus.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die österreichische Sammlung DaF und DaZ in der Volksschule. Dort stehen Karteikarten zu vielen Themen, Material für Sprachförderkurse und eine internationale Anlauttabelle Deutsch-Arabisch, die auf ein einziges A4-Blatt passt. Gerade diese Tabelle ist in gemischten Gruppen nützlich, weil sie die Laute beider Schriften nebeneinanderstellt. Zum Ausdrucken und Ausmalen eignen sich die Anlautkarten für die Grundschule, die jeden Buchstaben mit einem Bild verbinden.

Für kleine Kinder eignen sich außerdem die DaZ-Materialien der Ideenreise, einer Seite mit Bildkarten und Spielfeldern, die sich direkt im Unterricht oder zu Hause einsetzen lassen. Die Plattform Grundschulkönig führt eine Rubrik Deutsch als Fremdsprache mit Arbeitsblättern für die Grundschule; ein Teil davon steckt allerdings in kostenpflichtigen Paketen, sodass sich ein genauer Blick vor dem Herunterladen lohnt.

Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, die noch kaum Deutsch sprechen, findet bei der Akademie für Leseförderung Niedersachsen eine sortierte Übersicht mit Materialien zur Mehrsprachigkeit. Die Übersicht richtet sich an Mitarbeitende in Schulen, Kitas und Bibliotheken ebenso wie an Ehrenamtliche, die mit Kindern und Jugendlichen ohne oder mit sehr geringen Deutschkenntnissen zu tun haben, darunter viele mit Fluchterfahrung. Der Schwerpunkt liegt auf Mehrsprachigkeit in der Lese- und Sprachförderung, also darauf, die Herkunftssprache nicht auszublenden, sondern mitzunutzen.

DaF Arbeitsblätter für Grammatik und Fortgeschrittene

Irgendwann kommt die Frage nach der Grammatik. Meist ist es der Dativ, manchmal das Perfekt mit „haben“ oder „sein“, oft die Stellung des Verbs im Nebensatz. Für solche Fragen lohnt Material, das eine Regel sauber erklärt und dann genug Übungen bereitstellt. Die Online-Aufgaben Deutsch als Fremdsprache des Schubert-Verlags ergänzen die Lehrwerke des Verlags und sind nach deren Kapiteln geordnet, sodass die Progression gut zu erkennen ist. Die Übungen werden direkt im Browser bearbeitet, was für das Üben zu Hause ideal ist; laut Verlag kann aber jeder Lernende entsprechend seinem eigenen Stand einsteigen.

Mit einem ganz anderen Umfang arbeitet deutschunddeutlich.de. Die Materialsammlung von Lorenz Derungs umfasst Arbeitsblätter zu Textverständnis, Rechtschreibung, Grammatik und Stil, dazu Zehn-Minuten-Übungen. Die Sammlung ist nicht als Anfängermaterial angelegt und eignet sich eher für Lernende ab etwa B1, die ihr Schriftdeutsch verbessern wollen. Für die ersten Wochen ist sie zu anspruchsvoll.

Wer Schaubilder und Lückentexte zu einzelnen Grammatikthemen sucht, kann bei den Grammatik-Bausteinen für DaF und DaZ von Klaus H. Zimmermann PDF-Dateien herunterladen. Die Blätter sind schlicht gestaltet, aber klar gegliedert und decken viele typische Stolpersteine ab. Eine breite Sammlung von Links, Übungen und Unterrichtsideen bietet außerdem die Ressourcen-Datenbank des Forums Deutsch als Fremdsprache, die seit vielen Jahren Material aus dem ganzen Fachgebiet sammelt, darunter auch einen Einstufungstest.

Eine offene Plattform, an der viele Lehrkräfte mitschreiben, ist ZUM Deutsch Lernen, ein Projekt der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet. Dort gibt es A1- und A2-Materialien, eine Grammatik-Kiste, Lernpfade, interaktive Übungen und eine Methoden- und Spielekiste. Weil das Wiki frei lizenziert ist, dürfen die Inhalte angepasst und weitergegeben werden, was für Helferkreise mit eigenem Kursordner praktisch ist.

Deutsch lernen für Ausländer Arbeitsblätter und Online-Kurse von A1 bis C1

Wer im Netz nach Deutsch lernen für Ausländer Arbeitsblätter sucht, landet schnell bei großen Anbietern, die komplette Kurse bereitstellen. Das ist kein Nachteil. Für Lernende, die zwischen den Treffen im Sprachcafé selbst weiterarbeiten wollen, sind strukturierte Kurse oft wertvoller als einzelne Blätter, weil sie eine Reihenfolge vorgeben und den Fortschritt sichtbar machen.

Die Deutsche Welle bietet unter Deutsch lernen kostenlose Kurse von Niveaustufe A1 bis C1 an, dazu einen Einstufungstest, einen Grundwortschatz, eine Grammatikübersicht und einen Vokabeltrainer. Täglich erscheinen kurze Nachrichtentexte, die mit ihrer Stufe gekennzeichnet sind – ein Beitrag auf B1, der nächste auf C1. Für Deutschlehrende gibt es eigenes Unterrichtsmaterial. Gerade die Nachrichtentexte lassen sich gut als Gesprächsanlass für Fortgeschrittene nutzen: gemeinsam lesen, unbekannte Wörter sammeln, dann darüber reden.

Das vhs-Lernportal des Deutschen Volkshochschul-Verbands bietet kostenlose Online-Kurse für Deutsch als Zweitsprache und für die Grundbildung. Es ist auf Erwachsene zugeschnitten und lässt sich gut mit einer persönlichen Lernbegleitung verbinden: Die Lernenden arbeiten allein online, die Ehrenamtlichen besprechen Fragen und schwierige Stellen beim nächsten Treffen.

Auch das Goethe-Institut stellt auf seinen Seiten kostenlose Übungen zum Deutschlernen bereit, die sich als Ergänzung zu den Treffen eignen. Für die Vorbereitung auf das telc-Zertifikat gibt es einen eigenen Beitrag zum telc B2 Zertifikat mit Aufbau und Punkteverteilung.

Wichtig ist bei allen Online-Kursen, dass jemand die Lernenden anfangs begleitet. Eine Anmeldung, ein vergessenes Passwort oder eine englischsprachige Oberfläche können für Menschen mit wenig Erfahrung am Computer eine echte Hürde sein. Eine halbe Stunde gemeinsames Einrichten im Sprachcafé verhindert, dass der Kurs nach dem zweiten Tag liegen bleibt. Deutsch lernen für Ausländer Arbeitsblätter und Online-Kurse ergänzen sich dabei gut: Das Blatt dient im Treffen als Gesprächsanlass, der Kurs zu Hause als Übung.

Material nach Niveau auswählen: ein praktisches Vorgehen

Der häufigste Fehler bei der Materialauswahl ist, zu schwer anzufangen. Ein Übungsblatt, das auf dem Papier für A1 gedacht ist, setzt oft voraus, dass die Lernenden lateinische Schrift flüssig lesen und das Prinzip eines Lückentextes kennen. Für jemanden, der in arabischer Schrift alphabetisiert wurde, ist das nicht selbstverständlich, und für jemanden ohne Schulbildung schon gar nicht. Deshalb empfiehlt es sich, bei neuen Teilnehmenden immer eine Stufe tiefer einzusteigen, als die Selbsteinschätzung vermuten lässt.

Auf der Stufe A1 funktionieren Bilder, Zahlen und kurze Dialoge am besten. Ein bewährtes Vorgehen ist, ein Thema pro Treffen zu wählen – Lebensmittel, Uhrzeit, Familie – und dazu ein einziges Blatt zu bearbeiten. Mehr als zehn neue Wörter pro Stunde bleiben selten hängen. Auf A2 kommen kleine Rollenspiele dazu: beim Arzt anrufen, einen Termin verschieben, im Laden etwas umtauschen. Die Arbeitsblätter dienen hier eher als Vorlage für das Gespräch als als Aufgabe zum Ausfüllen.

Ab B1 ändert sich die Arbeit. Jetzt tragen längere Texte, etwa ein Zeitungsartikel in einfacher Sprache oder ein DW-Nachrichtentext, eine ganze Stunde. Grammatik rückt stärker in den Vordergrund, weil die Lernenden merken, wo ihre Sätze noch holpern. DaF Arbeitsblätter mit gezielten Übungen zu Nebensätzen, Präpositionen oder dem Passiv sind jetzt sinnvoll. Auf B2 und C1 geht es um Argumentieren, um formelle E-Mails und um das Verstehen längerer Hörtexte – oft mit Blick auf eine Prüfung.

Eine einfache Faustregel hilft beim Aussortieren: Versteht die lernende Person etwa acht von zehn Wörtern auf einem Blatt, passt das Niveau. Versteht sie weniger als die Hälfte, ist das Blatt zu schwer, und die Stunde wird zur Vokabelliste. Versteht sie alles, ist es Wiederholung – was auch einmal gut sein kann, aber nicht jede Woche. Wenn Sie unsicher sind, hilft ein kurzer Test: die Person zwei Sätze vom Blatt vorlesen und in eigenen Worten wiedergeben lassen.

Deutsch als Fremdsprache im Sprachcafé: Tipps für Ehrenamtliche

Sprachcafés leben von ihrer Offenheit. Niemand muss sich anmelden, niemand muss regelmäßig kommen, und genau deshalb ist die Planung schwierig. An einem Abend sitzen fünf Menschen am Tisch, die alle auf A1 stehen, am nächsten sind es zwei Anfänger, eine Studentin auf B2 und ein älterer Herr, der vor allem reden möchte. Bewährt hat sich, mehrere Stapel Material vorzubereiten und die Gruppe nach dem ersten Kennenlernen aufzuteilen.

Ein fester Ablauf gibt Sicherheit. Viele Helferkreise beginnen mit einer kurzen Runde, in der alle erzählen, was sie seit dem letzten Treffen gemacht haben. Das trainiert das Perfekt nebenbei und zeigt schnell, wer wo steht. Danach folgt ein Themenblock mit Arbeitsblatt, zum Schluss eine offene Gesprächsrunde. Wer die Gruppe mehrere Wochen begleitet, kann Themen wiederholen, ohne dass es langweilig wird, weil die Zusammensetzung ohnehin wechselt.

Hilfreich ist ein gemeinsamer Ordner, in dem geprüfte Blätter nach Niveau und Thema sortiert liegen. So muss nicht jede Helferin vor jedem Treffen neu suchen, und neue Ehrenamtliche finden sofort passendes Material. Ein Zettel mit dem Datum der letzten Verwendung verhindert, dass dieselbe Gruppe dasselbe Blatt dreimal bekommt. Der Nachbarbeitrag mit der Linkliste für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe sammelt ergänzend Adressen zu Behörden, Arztbesuchen und Orientierung.

Korrigieren ist ein heikles Thema. Wer jeden Fehler verbessert, bremst das Gespräch, und viele Lernende verstummen, wenn sie ständig unterbrochen werden. Besser ist es, den Satz richtig zu wiederholen, ohne auf den Fehler hinzuweisen – aus „Er hat gegangen“ wird ein beiläufiges „Ah, er ist gegangen?“. Die Lernenden hören die richtige Form, ohne sich bloßgestellt zu fühlen. Schriftliche Übungen darf man dagegen gründlich korrigieren, denn dort ist der Fehler Teil der Übung.

Schließlich lohnt ein Blick über den Tisch hinaus. Viele Stadtbüchereien haben Regale mit Material zu Deutsch als Fremdsprache und leihen Lehrwerke, Bildwörterbücher und Hörbücher kostenlos oder gegen eine geringe Jahresgebühr aus. Manche Volkshochschulen bieten Fortbildungen für Ehrenamtliche an, in denen es um Methoden, Alphabetisierung und den Umgang mit Traumatisierung geht. Wer regelmäßig unterrichtet, profitiert davon mehr als von der fünfzigsten Materialsammlung.

Kostenlos heißt nicht beliebig: worauf beim Material zu achten ist

Nicht alles, was frei verfügbar ist, taugt für den Unterricht. Manche Blätter enthalten Fehler, andere zeigen Klischees, die in einer Gruppe mit Menschen aus verschiedenen Ländern schlecht ankommen. Ein Blatt, auf dem die Mutter kocht und der Vater zur Arbeit fährt, ist nicht falsch, aber es lohnt sich, auf eine gewisse Vielfalt zu achten. Die meisten der genannten Sammlungen sind hier sorgfältig, einzelne Blätter können trotzdem aus der Zeit gefallen sein.

Auch das Urheberrecht spielt eine Rolle. Viele Anbieter erlauben das Ausdrucken für den eigenen Unterricht, nicht aber das Weiterverbreiten als Datei oder das Hochladen in eine Messenger-Gruppe. Wer Material weitergeben will, sollte auf frei lizenzierte Angebote wie das ZUM-Wiki oder das Refugee Phrasebook zurückgreifen, bei denen das ausdrücklich vorgesehen ist.

Und schließlich altert Material. Adressen ändern sich, Seiten ziehen um, Downloads verschwinden. Von den Angeboten, die im Herbst 2015 in Helferkreisen kursierten, sind etliche unter ihrer damaligen Adresse nicht mehr erreichbar, darunter Bildwörterbücher, Arbeitsblattgeneratoren und Lern-Apps für Kinder. Wer eine ältere Linkliste weiterreicht, sollte die Adressen deshalb vorher selbst aufrufen.

Wer im Sprachcafé mit einem Beamer arbeiten möchte, merkt übrigens schnell, dass viele Gemeindesäle keine zuverlässige Internetverbindung haben. Ein USB-Stick mit den wichtigsten PDF-Dateien und den Hörtexten der Deutschen Welle als heruntergeladene MP3 erspart an solchen Abenden die Suche nach einem Hotspot – und die Frage, wessen Handy-Datenvolumen dafür herhalten muss.

Die sechs Stufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens von A1 bis C2 mit typischen Kann-Beschreibungen
Die Niveaustufen des GER im Überblick

Häufige Fragen

Wo gibt es DaF Arbeitsblätter kostenlos zum Ausdrucken?

Gute Anlaufstellen sind die Unterrichtsmaterialien von Lingolia, die Rubrik DaZ-Gratismaterial bei Grundschulmaterial.de, die Arbeitsblätter von deutschunddeutlich.de und die Online-Aufgaben des Schubert-Verlags. Für Erwachsene bieten die Deutsche Welle und das vhs-Lernportal komplette Kurse, die sich im Unterricht mit ausgedruckten Blättern ergänzen lassen. Vor dem Einsatz lohnt ein Blick darauf, für welches Niveau ein Blatt gedacht ist, denn viele Sammlungen mischen Anfängerstoff und Grammatik für Fortgeschrittene.

Was ist der Unterschied zwischen DaF und DaZ?

Deutsch als Fremdsprache wird in der Regel außerhalb des deutschen Sprachraums gelernt, meist im Kurs und mit viel Zeit für Grammatik. Deutsch als Zweitsprache lernen Menschen, die bereits in Deutschland leben und die Sprache sofort im Alltag brauchen, beim Einkaufen, in der Schule oder beim Amt. DaZ Material setzt deshalb stärker auf Wortschatz für konkrete Situationen, auf Bilder und auf mündliche Übungen, während klassische DaF-Lehrwerke systematischer aufgebaut sind.

Welche Niveaustufe braucht man für Arbeit oder Einbürgerung?

Für die Einbürgerung verlangt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1, nachgewiesen etwa mit dem Deutsch-Test für Zuwanderer. Ausbildungsbetriebe nennen häufig B1 als Untergrenze, für die Anerkennung ärztlicher Abschlüsse sind B2 und zusätzlich eine Fachsprachprüfung auf C1 nötig. Für ein Studium auf Deutsch verlangen Hochschulen meist den TestDaF oder die DSH; beim TestDaF genügt die Stufe TDN 4 in allen Teilen für die uneingeschränkte Zulassung.

Eignen sich kostenlose Arbeitsblätter auch für Menschen, die nicht lesen können?

Nur bedingt. Wer in keiner Sprache lesen und schreiben gelernt hat, braucht zuerst Bildkarten, Anlauttabellen und viel mündliche Übung. Hilfreich sind die Anlautkarten von kostenlose-ausmalbilder.de, die internationale Anlauttabelle Deutsch-Arabisch der Sammlung von Wegerer und die Materialien zur Mehrsprachigkeit der Akademie für Leseförderung Niedersachsen. Klassische Lückentexte setzen dagegen voraus, dass jemand bereits flüssig liest, und überfordern in den ersten Wochen eher.

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