Danke-Bilder und Dankesworte: warum es sich lohnt, danke zu sagen
Aufhebungsbescheid, Wohnberechtigungsschein, Abtretungsvereinbarung: Wer sich in der Flüchtlingshilfe engagiert, lernt Wörter, die in keinem Lehrbuch für Anfänger stehen. Man lernt dabei auch die Menschen kennen, die hinter diesen Wörtern sitzen – Sachbearbeiterinnen im Rathaus, Mitarbeiter der Ausländerbehörde, Beraterinnen im Jobcenter. Über sie wird gern geschimpft. Gelobt werden sie selten.
Der Grund liegt weniger in diesen Menschen als in einer schlichten Gewohnheit. Ärger drängt nach außen, er will erzählt werden, am Küchentisch, in sozialen Netzwerken, im Leserbrief an die Lokalzeitung. Läuft dagegen etwas glatt, erklärt jemand am Schalter geduldig einen Ablauf oder fasst eine Frist per E-Mail freundlich nach, dann nimmt man das hin und vergisst es bis zum Abend. Die Bilanz, die so entsteht, ist schief.
Ein Danke an die Stellen, die sonst Kritik bekommen
Solingen ist dafür ein gutes Beispiel. Als in den Jahren 2015 und 2016 viele Geflüchtete in die Stadt kamen, liefen die Fäden an mehreren Stellen zusammen: beim Stadtdienst Soziales, beim Stadtdienst Wohnen, beim Kommunalen Integrationszentrum, bei der Ausländerbehörde, beim Willkommen-Center und beim Jobcenter. Ehrenamtliche, die Familien begleiteten, mussten verstehen, wie ein elektronischer Aufenthaltstitel ausgestellt wird, welche Unterlagen für die Teilnahme an einem Integrationskurs nötig sind und auf welchem Weg jugendliche Geflüchtete einen Schulplatz bekommen.
Vieles davon erschließt sich nicht aus Formularen. Es braucht jemanden, der sich Zeit nimmt und erklärt, warum ein Bescheid erst aufgehoben werden muss, bevor ein neuer ergehen kann, oder weshalb die Mietkaution über eine Abtretungsvereinbarung direkt vom Jobcenter an den Vermieter fließt. Solche Erklärungen sind Arbeit. In keiner Stellenbeschreibung tauchen sie als Kennzahl auf, und doch entscheiden sie darüber, ob eine Familie nach Wochen oder nach Monaten in eine eigene Wohnung ziehen kann.
Kritik bleibt trotzdem berechtigt, wo sie sachlich ist. Kurze Rückfragen per Telefon zu klären, war in dieser Zeit oft ein Geduldsspiel, und zwischen einem Mietangebot und der Wohnungsübergabe konnten drei Wochen vergehen, weil die Kaution erst bewilligt und überwiesen werden musste. Zehn Tage wären für alle Beteiligten eine Erleichterung gewesen, auch für die Vermieter, die eine Wohnung nicht ewig freihalten. Ein Danke schließt solche Wünsche nicht aus.
Es stellt sie nur in ein anderes Licht.
Wie man im Deutschen Danke sagt
Für Deutschlernende gehört „danke“ zu den allerersten Wörtern, und es wirkt zunächst unkompliziert. Die Feinheiten kommen später. „Danke“ allein ist neutral und passt fast überall. „Danke schön“ und „vielen Dank“ klingen etwas wärmer, „herzlichen Dank“ und „tausend Dank“ steigern die Wärme weiter, bis hin zum leicht übertriebenen „Danke, danke, danke!“ unter Freunden. Im Brief oder in der E-Mail an eine Behörde ist „Vielen Dank für Ihre Unterstützung“ die sichere Wahl, während „Ich bedanke mich herzlich“ förmlicher und beinahe feierlich wirkt.
Regional gibt es hübsche Abweichungen. In der Schweiz hört man „merci vielmal“ oder „danke vielmal“, weshalb die Schreibung „danke viel mal“ häufig in Suchanfragen auftaucht. In Bayern und Österreich sagen ältere Menschen mitunter „Vergelt’s Gott“, worauf traditionell „Segne’s Gott“ geantwortet wird. Im Rheinland dagegen ist ein knappes „Danke, ne“ keineswegs unhöflich, sondern schlicht die übliche Melodie.
Auch die Antwort will gelernt sein. Auf ein Danke folgt meist „Bitte“, „Gern geschehen“ oder „Keine Ursache“. „Nichts zu danken“ ist höflich gemeint, klingt aber in manchen Ohren abwehrend, als wolle jemand den Dank gar nicht annehmen. Wer die Sprache lernt, fährt gut damit, zwei oder drei dieser Formeln sicher zu beherrschen, statt sich an einer seltenen festzubeißen.
Danke-Bilder: wann ein Bild mehr sagt als ein Satz
Viele suchen im Netz nach Danke-Bildern, um sie per Messenger oder in sozialen Netzwerken zu verschicken. Ein Blumenstrauß mit Schriftzug, eine Karte mit „Danke“ in zwanzig Sprachen, ein Sonnenuntergang mit Sinnspruch – das Angebot ist riesig. Für den schnellen Gruß unter Freunden ist das völlig in Ordnung, und gerade Menschen, die noch wenig Deutsch sprechen, nutzen solche Bilder gern, weil sie ohne Grammatik auskommen.
Beim Sachbearbeiter im Amt oder bei der Lehrerin des Integrationskurses wirkt ein vorgefertigtes Bild dagegen schnell beliebig. Drei eigene Sätze, die benennen, wofür man dankbar ist, bleiben länger im Gedächtnis: dass die Unterlagen für den Kurs rechtzeitig per E-Mail kamen, dass jemand am Freitagnachmittag noch zurückgerufen hat, dass ein Termin kurzfristig verschoben werden konnte. Konkrete Anlässe machen aus der Floskel eine Nachricht.
Wer ein Bild verwenden möchte, sollte auf die Rechte achten. Freie Portale wie Pixabay bieten Fotos zur freien Nutzung an, bei vielen anderen Motiven aus dem Netz ist die Herkunft unklar. Ein selbst fotografiertes Motiv – ein Strauß vom Wochenmarkt, eine Tasse Kaffee auf dem Schreibtisch – ist in jedem Fall unbedenklich und obendrein persönlicher.
Freundlichkeit auf beiden Seiten des Schreibtischs
Jeder Mensch hat schlechte Tage, auch die Person hinter dem Schalter und ebenso die davor. Erfahrungen mit Ämtern fallen deshalb sehr unterschiedlich aus, und ein freundlicher Termin beweist so wenig wie ein unfreundlicher. Das alte Sprichwort „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“ trifft trotzdem einen wahren Kern: Wer mit einem Lächeln und geordneten Unterlagen kommt, erleichtert beiden Seiten den Tag.
Für Ehrenamtliche hat das eine sehr praktische Seite. Sie begegnen denselben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer wieder, oft über Monate hinweg und für mehrere Familien. Ein gutes Verhältnis beschleunigt Rückfragen, und ein Dankeschön am Ende eines langen Vorgangs kostet wenig.
Offen bleibt, wie weit ein Dank gehen darf. Eine Karte ist immer willkommen, doch ob die Schachtel Pralinen im Amt angenommen werden darf, regeln die Vorschriften des öffentlichen Dienstes, und die fallen von Verwaltung zu Verwaltung verschieden streng aus.
Häufige Fragen
Was bedeutet „danke viel mal“?
Die Wendung stammt aus der Schweiz. Dort sagt man „merci vielmal“ oder „danke vielmal“, was dem hochdeutschen „vielen Dank“ entspricht. Die getrennte Schreibung „viel mal“ taucht häufig in Suchanfragen auf, gemeint ist aber dieselbe Formel. Wer sie in einer Nachricht aus der Schweiz liest, hat es also nicht mit einem Tippfehler zu tun, sondern mit einer ganz normalen regionalen Dankesformel, die dort im Alltag ständig zu hören ist.
Was antwortet man im Deutschen auf ein Danke?
Die gängigsten Antworten sind „Bitte“, „Bitte schön“, „Gern geschehen“ und „Keine Ursache“. Im Alltag reicht oft ein knappes „Gerne“. „Nichts zu danken“ ist ebenfalls höflich gemeint, kann aber je nach Tonfall etwas abwehrend klingen. Für Deutschlernende ist es sinnvoll, zwei oder drei dieser Antworten sicher zu beherrschen und sie je nach Situation zu wählen: „Bitte“ passt überall, „Gern geschehen“ klingt eine Spur wärmer.
Wie bedankt man sich schriftlich bei einer Behörde?
Eine kurze E-Mail oder ein Brief an die zuständige Stelle genügt. Sinnvoll ist, den Vorgang und die Person zu nennen und konkret zu beschreiben, wofür man dankt, etwa für eine schnelle Auskunft oder eine geduldige Erklärung. Eine Formel wie „Vielen Dank für Ihre Unterstützung“ passt in jedes Schreiben. Wer möchte, kann den Dank zusätzlich an die Vorgesetzten richten, damit er auch dort ankommt, wo Leistungen bewertet werden.
Darf man Danke-Bilder aus dem Internet einfach verschicken?
Im privaten Messenger-Chat unter Freunden fällt das kaum ins Gewicht. Wer ein Bild öffentlich postet, etwa in sozialen Netzwerken, sollte dagegen wissen, woher es stammt. Viele Motive sind urheberrechtlich geschützt. Bildportale wie Pixabay stellen Fotos ausdrücklich zur freien Nutzung bereit, und ein selbst fotografiertes Motiv ist ohnehin unbedenklich. Ein eigener Satz dazu macht den Gruß außerdem persönlicher als jedes vorgefertigte Bild.
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