B2 Zertifikat: telc Prüfung, weitere Anbieter und die Anerkennung
Eine Mappe mit einem Bachelorzeugnis in Chemie, zwei Praktikumsbescheinigungen und einem Blatt im DIN-A4-Format mit dem Kopf „telc Deutsch B2“: Mit dieser Mappe beginnt die Geschichte in Bewerbung mal anders, und das Sprachzertifikat ist darin das Dokument, nach dem am häufigsten gefragt wird. Personalabteilungen wollen es sehen, Ausbildungsbetriebe, Anerkennungsstellen und manche Hochschulen auch. Ein B2 Zertifikat ist in Deutschland für viele zugewanderte Menschen die Eintrittskarte in den Beruf – und zugleich eines der am meisten missverstandenen Papiere.
Missverstanden, weil vieles durcheinandergeht. Das Niveau B2 ist eine Stufe des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens, kein Prüfungsname. Die Prüfung dazu bieten mehrere Institutionen an, jede mit eigenem Format. Und was als Nachweis anerkannt wird, entscheidet nicht der Prüfungsanbieter, sondern die Stelle, bei der das Zertifikat vorgelegt wird. Wer diese drei Ebenen auseinanderhält, spart sich manche teure Wiederholung.
Was ein B2 Zertifikat bescheinigt
Der Referenzrahmen, 2001 vom Europarat veröffentlicht, teilt Sprachkenntnisse in sechs Stufen von A1 bis C2 ein. B2 ist die obere der beiden Stufen der selbstständigen Sprachverwendung. Das Handbuch von telc beschreibt das Niveau so: Wer B2 erreicht hat, kann sich spontan und fließend verständigen, sodass ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne größere Anstrengung auf beiden Seiten möglich ist, versteht die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen und kann einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben.
Im Alltag bedeutet das: Eine Person auf diesem Niveau kann einer Teambesprechung folgen, eine Beschwerde schriftlich begründen, einen Zeitungsartikel über Wohnungsnot zusammenfassen und darüber diskutieren. Fehler kommen noch vor, aber sie stören die Verständigung nicht mehr. Der Unterschied zu B1 ist deutlich. Auf B1 funktioniert die Sprache in vertrauten Situationen, auf B2 auch dann, wenn das Thema fremd ist oder das Gegenüber schnell spricht.
Das Zertifikat selbst ist ein Nachweis, dass dieses Niveau an einem bestimmten Tag unter Prüfungsbedingungen erreicht wurde. Es sagt nichts darüber, wie sich die Sprachkenntnisse danach entwickelt haben – ein Punkt, der bei der Frage nach der Gültigkeit wieder auftaucht.
Wer ein Zertifikat B2 verlangt
Die Liste der Stellen, die nach einem Zertifikat B2 fragen, ist lang, aber sie ist nicht einheitlich. Für jede Stelle gelten andere Regeln, und manche verlangen weniger, andere mehr.
Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe. Viele Unternehmen nennen in Stellenanzeigen „sehr gute Deutschkenntnisse“ oder direkt das Niveau B2. Rechtlich vorgeschrieben ist das in den meisten Berufen nicht, aber ein standardisiertes Zertifikat macht die Einschätzung für die Personalabteilung einfacher. Für eine duale Ausbildung wird häufig B1 als Untergrenze genannt; wo in der Berufsschule viel Fachtheorie gelesen wird, raten Betriebe eher zu B2.
Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Bei reglementierten Berufen ist ein bestimmtes Sprachniveau Voraussetzung für die Berufserlaubnis. Das Portal Anerkennung in Deutschland nennt für Ärztinnen und Ärzte allgemeine Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 und zusätzlich eine Fachsprachprüfung auf dem Niveau C1, die das Gespräch mit Patientinnen und Patienten einschließt. Auch für Pflegefachkräfte und andere Gesundheitsberufe sind Sprachnachweise Pflicht; welches Niveau im Einzelfall gilt, zeigt der Anerkennungs-Finder des Portals nach Beruf und Bundesland.
Hochschulen. Für ein Studium auf Deutsch reicht ein allgemeines B2 Zertifikat in der Regel nicht. Hochschulen verlangen für die uneingeschränkte Zulassung meist den TestDaF oder die DSH. Beim TestDaF gilt die Stufe TDN 4 in allen vier Prüfungsteilen als Nachweis für alle Studiengänge; die drei TestDaF-Stufen TDN 3 bis 5 entsprechen den Niveaus B2 bis C1. Je nach Studiengang werden einzelne Teilbereiche auch unter TDN 4 akzeptiert. Ein B2-Nachweis ist trotzdem nicht wertlos, denn er markiert die Stufe, auf der die Vorbereitung auf TestDaF oder DSH sinnvoll beginnt.
Einbürgerung und Aufenthalt. Für die Einbürgerung in Deutschland ist das Niveau B1 nötig, nicht B2. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nennt als Nachweis den Deutsch-Test für Zuwanderer, akzeptiert aber auch andere standardisierte Sprachnachweise, die B1 oder ein höheres Niveau bescheinigen und nach internationalen Qualitätsstandards geprüft wurden. Wer bereits ein B2 Zertifikat hat, erfüllt die Anforderung also mehr als ausreichend.
Die telc Prüfung und ihre Varianten
Die gemeinnützige telc GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main ist eine Tochtergesellschaft des Deutschen Volkshochschul-Verbands und Vollmitglied der Association of Language Testers in Europe, kurz ALTE. Die Zertifikate von telc werden nach eigenen Angaben von Schulen, Hochschulen, Arbeitgebern und Behörden weltweit als Sprachnachweis anerkannt. In Deutschland ist telc besonders verbreitet, weil viele Volkshochschulen und Sprachschulen telc-Prüfungszentren sind und auch der Deutsch-Test für Zuwanderer zum Prüfungsprogramm von telc gehört.
Die allgemeine telc Prüfung auf diesem Niveau heißt telc Deutsch B2. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen Teil mit Leseverstehen, Sprachbausteinen, Hörverstehen und Schriftlichem Ausdruck sowie einer mündlichen Paarprüfung. Die Prüfung wird digital, hybrid oder auf Papier angeboten. Wie viele Punkte die einzelnen Teile bringen, wo die Bestehensgrenze liegt und wie viel Zeit für jeden Abschnitt bleibt, beschreibt der Beitrag zum telc B2 Zertifikat im Detail.
Neben der allgemeinen Prüfung führt telc mehrere berufsbezogene Varianten auf dem Niveau B2. In der Prüfungsordnung stehen unter anderem telc Deutsch B2+ Beruf, telc Deutsch B1·B2 Beruf, telc Deutsch B1·B2 Pflege, telc Deutsch B2 Medizin Zugangsprüfung und telc Deutsch B2·C1 Medizin. Dazu kommt der Deutsch-Test für den Beruf B2, der in den Berufssprachkursen des Bundes eingesetzt wird. Die berufsbezogenen Prüfungen arbeiten mit Situationen aus dem Arbeitsleben und eignen sich besonders, wenn das Zertifikat für eine Stelle oder ein Anerkennungsverfahren gebraucht wird.
Ein Unterschied, der oft übersehen wird: Prüfungen, die über zwei Niveaus skaliert sind, wie telc Deutsch B1·B2 Beruf, können je nach Ergebnis B1 oder B2 bescheinigen. Die telc Prüfung auf nur einem Niveau hat dagegen ein klares Ergebnis: bestanden oder nicht bestanden. Wer sicher ist, B2 zu erreichen, braucht die skalierte Variante nicht. Wer unsicher ist, bekommt mit ihr zumindest ein B1-Zertifikat, falls es für B2 nicht reicht.
Goethe-Institut, ÖSD und TestDaF im Vergleich
Goethe-Zertifikat B2. Das Goethe-Institut prüft modular. Das Goethe-Zertifikat B2 besteht laut Durchführungsbestimmungen aus vier Modulen: Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen. Die schriftlichen Module dauern zusammen etwa 180 Minuten – Lesen 65 Minuten, Hören rund 40 Minuten, Schreiben 75 Minuten –, das Modul Sprechen findet in der Regel als Paarprüfung von etwa 15 Minuten statt, mit 15 Minuten Vorbereitungszeit. Ein Modul ist bestanden, wenn mindestens 60 Punkte beziehungsweise 60 Prozent erreicht sind. Die vier Module können einzeln oder in Kombination abgelegt werden; wer nur im Schreiben durchgefallen ist, wiederholt nur das Schreiben.
Die Prüfungsordnung des Goethe-Instituts regelt auch, wie die Einzelteile zusammenkommen. Wer alle vier Module an einem Ort und an einem Termin besteht, kann ein Gesamtzeugnis bekommen. Werden Module später wiederholt, lassen sich die Zeugnisse mit den bereits erworbenen kombinieren, und auf Wunsch kann ein Gesamtzeugnis mit den besten Ergebnissen ausgestellt werden, die innerhalb eines Jahres in den vier Modulen erzielt wurden. Ob ein Goethe-Zertifikat echt ist, lässt sich über die Prüfseite des Goethe-Instituts kontrollieren.
ÖSD Zertifikat B2. Das Österreichische Sprachdiplom Deutsch bietet das ÖSD Zertifikat B2 mit zwei Modulen an: einer schriftlichen Prüfung aus Lesen, Hören und Schreiben und einer mündlichen Prüfung. Beide lassen sich einzeln ablegen und zertifizieren. Wer beide an einem Termin besteht oder innerhalb eines Jahres am selben Prüfungszentrum, erhält ein Gesamtzertifikat. Die Lesetexte stammen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, im Schreiben sind eine formelle E-Mail und ein argumentierender Text gefragt, die mündliche Prüfung besteht aus einem Informationsgespräch, einem Gespräch über ein Bild und einer Diskussion. Das ÖSD ist in Österreich der naheliegende Anbieter, wird aber auch in Deutschland angeboten und anerkannt.
TestDaF als Gegenstück. Der TestDaF ist keine B2-Prüfung, sondern eine Hochschulprüfung, die mehrere Stufen abdeckt. Er bescheinigt keine einzelne Niveaustufe, sondern für jeden der vier Prüfungsteile eine TestDaF-Niveaustufe. Das macht ihn für ein Studium passend und für eine Bewerbung als Pflegekraft wenig sinnvoll. Umgekehrt ist ein allgemeines B2 Zertifikat für die Hochschulzulassung meist nicht ausreichend. Wer beides braucht – etwa für ein Studium mit späterer Anerkennung eines Berufs –, sollte die Reihenfolge genau planen.
Welche B2 Prüfung am besten passt, hängt weniger von der Qualität ab als vom Zweck. Alle drei allgemeinen Prüfungen folgen dem Referenzrahmen und sind in Deutschland weithin akzeptiert. Für eine Stelle in einem deutschen Unternehmen ist telc oft der pragmatische Weg, weil Prüfungstermine an Volkshochschulen dicht verteilt sind. Wer modular prüfen will, etwa weil eine Fertigkeit deutlich schwächer ist, ist beim Goethe-Institut oder beim ÖSD besser aufgehoben.
Anmeldung, Termine und Kosten
Die Anmeldung zu einer telc Prüfung läuft nicht über telc selbst, sondern über ein lizenziertes Prüfungszentrum. Das sind in Deutschland häufig Volkshochschulen, private Sprachschulen und Bildungsträger. Die Prüfungszentren legen ihre Termine selbst fest und nennen einen eigenen Anmeldeschluss. Am Prüfungstag muss ein gültiger amtlicher Lichtbildausweis vorgelegt werden; so steht es in der Prüfungsordnung.
Beim Goethe-Institut erfolgt die Anmeldung über das jeweilige Goethe-Institut oder ein Prüfungszentrum in Kooperation. Auch dort ist ein offizieller, gültiger Ausweis mit Lichtbild Pflicht. Die Gebühr richtet sich nach der Prüfungsordnung des Goethe-Instituts nach der jeweils gültigen lokalen Gebührenordnung und wird auf dem Anmeldeformular oder in der Prüfungsbeschreibung genannt.
Einen bundesweit einheitlichen Preis gibt es für keine der Prüfungen. Die Kosten legt das Prüfungszentrum fest, und sie unterscheiden sich je nach Ort, Anbieter und Prüfungsform. Ein Vergleich zwischen zwei oder drei Zentren in der Nähe lohnt sich, auch wegen der Termine. Wer über einen Integrationskurs oder einen Berufssprachkurs des Bundes lernt, sollte beim Kursträger nachfragen, ob die Abschlussprüfung im Kurs enthalten ist.
Fest geregelt sind bei telc dagegen einige Zusatzleistungen. Laut Anhang der Prüfungsordnung kosten eine Ergebnisüberprüfung, ein Zertifikatsduplikat und die nachträgliche Anrechnung einer Teilprüfung jeweils 40 Euro. Die Ergebnisüberprüfung muss innerhalb von sechs Wochen nach Ausstellung des Zertifikats oder Ergebnisbogens beantragt werden.
Wie lange ist ein B2 Zertifikat gültig?
Die kurze Antwort: Das Papier läuft nicht ab. Die Prüfungsordnung von telc formuliert es ausdrücklich: Auf dem Zertifikat wird keine Gültigkeitsdauer angegeben. Ob ein älteres Zertifikat für bestimmte Zwecke gültig ist, entscheidet die Institution, die das Zertifikat einfordert. Das Goethe-Institut bezeichnet seine Zeugnisse von A1 bis C2 als unbegrenzt gültig.
Die lange Antwort ist komplizierter. Weil ein Zertifikat nur den Stand an einem bestimmten Tag belegt, verlangen manche Stellen einen aktuellen Nachweis. Manche Hochschulen und Arbeitgeber setzen in ihren Ausschreibungen eine Höchstgrenze für das Alter des Sprachnachweises, andere fragen gar nicht danach, und auch Anerkennungsstellen und Ausländerbehörden handhaben das unterschiedlich. Eine allgemeine Regel lässt sich daraus nicht ableiten, außer dieser: Wer ein Zertifikat einreicht, das mehrere Jahre alt ist, sollte vorher bei der Stelle nachfragen, ob es noch akzeptiert wird.
Ein Detail am Rand, das bei älteren Zertifikaten wichtig werden kann: telc speichert Prüfungsergebnisse zehn Jahre lang digital. In dieser Zeit kann bei Verlust ein Duplikat beantragt werden, das als solches gekennzeichnet ist. Namensänderungen nach Heirat oder Scheidung werden auf dem Zertifikat nicht nachgetragen; es gilt der Name, der zum Zeitpunkt der Prüfung rechtsgültig war. Haben Sie nach der Prüfung den Namen geändert, gehört die Heiratsurkunde deshalb gleich mit in die Bewerbungsmappe.
Anerkennung: was eine Stelle mit dem Zertifikat macht
Anerkennung ist in diesem Zusammenhang ein doppelt belegter Begriff. Zum einen geht es darum, ob eine Stelle ein bestimmtes Sprachzertifikat als Nachweis akzeptiert. Zum anderen gibt es das formale Anerkennungsverfahren für ausländische Berufsabschlüsse, in dem das Sprachzertifikat eine von mehreren Unterlagen ist.
Beim ersten Punkt ist die Lage übersichtlich. Die großen Prüfungsanbieter – telc, Goethe-Institut, ÖSD – prüfen standardisiert nach dem Referenzrahmen. Diese Zertifikate werden von deutschen Behörden in aller Regel akzeptiert. Probleme entstehen eher bei weniger bekannten Anbietern oder bei Zertifikaten, die ohne standardisierte Prüfung ausgestellt wurden, etwa als Teilnahmebescheinigung eines Sprachkurses. Eine Kursbescheinigung „Niveau B2 abgeschlossen“ ist kein Prüfungszertifikat und reicht deshalb für viele Zwecke nicht aus.
Beim zweiten Punkt ist Geduld gefragt. Das Anerkennungsverfahren für einen ausländischen Berufsabschluss prüft vor allem die Gleichwertigkeit der Ausbildung, das Sprachzertifikat ist dabei eine Voraussetzung, aber nicht das Kernstück. Das Portal Anerkennung in Deutschland führt durch die Frage, welche Stelle zuständig ist, welche Unterlagen gebraucht werden und ob der Beruf reglementiert ist. Für nicht reglementierte akademische Abschlüsse gibt es statt eines Anerkennungsverfahrens eine Zeugnisbewertung der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen.
Auch Fälschungen spielen eine Rolle, und das ist der Grund, warum Stellen manchmal genauer hinsehen. telc behält sich in der Prüfungsordnung vor, eine Täuschung auch nachträglich festzustellen, wenn bei der Vorlage eines Zertifikats begründete Zweifel bestehen. Das Goethe-Institut bietet mit seiner Prüfseite eine direkte Kontrolle an. Für ehrliche Prüfungsteilnehmende ist das eher eine gute Nachricht: Ein verifizierbares Zertifikat hat mehr Gewicht.
Was ein bestandenes Zertifikat B2 aussagt – und was nicht
Ein bestandenes Zertifikat B2 klingt eindeutig, doch je nach Anbieter steckt darin unterschiedlich viel Information. Bei telc Deutsch B2 werden der schriftliche und der mündliche Teil getrennt bewertet, und beide müssen für sich die Bestehensgrenze erreichen. Innerhalb des schriftlichen Teils gleichen sich die Subtests aber gegenseitig aus. Wer sehr gut liest und hört, kann einen schwächeren Schriftlichen Ausdruck auffangen. Das Zertifikat bescheinigt dann zu Recht das Niveau B2 insgesamt, sagt aber wenig darüber, wie sicher die Person eine formelle E-Mail schreibt.
Beim Goethe-Institut ist das anders. Weil jedes Modul einzeln bestanden werden muss und die Punkte pro Modul auf dem Zeugnis stehen, sieht eine Personalabteilung auf einen Blick, wie stark das Hören, Lesen, Schreiben und Sprechen jeweils ausgeprägt sind. Beim ÖSD liegen schriftliche und mündliche Fertigkeiten in zwei getrennt zertifizierten Modulen. Für eine Stelle, in der viel geschrieben wird, kann der modulare Nachweis deshalb aussagekräftiger sein, auch wenn beide Zertifikate formal dasselbe Niveau bescheinigen.
Wer die telc Prüfung nicht besteht, bekommt kein Zertifikat, sondern einen Ergebnisbogen mit den erreichten Punkten. Dieser Bogen ist kein Sprachnachweis, aber er ist nützlich: Er zeigt, ob der schriftliche oder der mündliche Teil gefehlt hat, und davon hängt ab, ob sich eine Teilwiederholung lohnt. Die über zwei Niveaus skalierten Prüfungen können dagegen auch dann ein Zertifikat ergeben, wenn B2 verfehlt wurde – dann eben auf B1.
Ein Punkt, der in Bewerbungsgesprächen gelegentlich für Verwirrung sorgt: Das Niveau auf dem Zertifikat beschreibt den Stand am Prüfungstag, nicht eine Obergrenze. Wer seit der Prüfung zwei Jahre in einem deutschsprachigen Team gearbeitet hat, spricht vermutlich besser, als das Papier sagt. Umgekehrt kann ein Zertifikat, das nach einem Intensivkurs erworben und danach kaum genutzt wurde, zu optimistisch sein. Deshalb führen manche Arbeitgeber zusätzlich ein Gespräch auf Deutsch oder bitten um eine kurze schriftliche Aufgabe.
Die B2 Prüfung vorbereiten: realistische Zeiträume
Wie lange die Vorbereitung dauert, hängt vom Ausgangsniveau ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Wer ein solides B1 mitbringt und im Alltag viel Deutsch spricht, braucht vor allem Prüfungstraining: die Aufgabenformate kennen, die Zeit einteilen, halbformelle E-Mails schreiben. Wer das B1 knapp bestanden hat, braucht meist einen vollständigen Kurs.
Hilfreich ist, früh einen Modelltest unter realen Bedingungen zu machen. telc stellt für telc Deutsch B2 einen kostenlosen Übungstest mit Audiodateien bereit, dazu ein Handbuch und eine Broschüre mit Tipps zur Prüfungsvorbereitung. Das Goethe-Institut veröffentlicht Modellsätze für seine Prüfungen. Wer einen solchen Test ohne Wörterbuch und mit Stoppuhr durcharbeitet, sieht schnell, ob die Lücke eher im Hören, im Schreiben oder in der Grammatik liegt. Wer im Modelltest in keinem Teil deutlich über der Bestehensgrenze liegt, sollte die Prüfung nicht für die nächsten drei Wochen ansetzen.
Für die mündliche Prüfung gilt ein eigener Rat. Viele Lernende üben Sprechen allein, mit Karteikarten und auswendig gelernten Sätzen. In der Paarprüfung zählt aber auch die Reaktion auf das Gegenüber. Ein Sprachcafé oder ein Tandem, in dem regelmäßig über Themen aus der Zeitung diskutiert wird, bereitet darauf besser vor als jede Liste mit Redemitteln. Wer noch nach passendem Übungsmaterial sucht, findet in der Übersicht zu Materialien für Deutsch als Fremdsprache kostenlose Kurse und Arbeitsblätter bis zum Niveau C1.
Ein Zertifikat in der Bewerbung einsetzen
Im Lebenslauf gehört das B2 Zertifikat in den Abschnitt Sprachkenntnisse, mit Anbieter, Prüfungsname und Jahr: „Deutsch – Niveau B2 (telc Deutsch B2, 2025)“. Die Kopie des Zertifikats kommt in die Anlagen, idealerweise direkt nach den Zeugnissen. Wer die Prüfung gerade abgelegt, aber das Ergebnis noch nicht erhalten hat, kann den Prüfungstermin angeben und das Zertifikat nachreichen.
Für Personalabteilungen, die mit den Stufen wenig anfangen können, hilft ein halber Satz im Anschreiben: B2 bedeutet, sicher zu kommunizieren und auch Fachtexte zu verstehen. Das ist wenig Aufwand und nimmt einem Missverständnis den Boden. Und falls ein Betrieb nach dem Prüfungsergebnis im Detail fragt: Das Goethe-Institut dokumentiert auf dem Zeugnis die Punkte jedes Moduls, bei telc ergibt sich die Note aus den Punkten des schriftlichen und des mündlichen Teils. Wer im Sprechen besonders gut abgeschnitten hat, darf das ruhig erwähnen – gerade für Stellen mit viel Kundenkontakt ist das die interessanteste Zahl auf dem ganzen Blatt.
Häufige Fragen
Wie lange ist ein B2 Zertifikat gültig?
Formal läuft es nicht ab. Die Prüfungsordnung von telc hält fest, dass auf dem Zertifikat keine Gültigkeitsdauer angegeben wird und die Institution, die den Nachweis verlangt, selbst entscheidet, ob ein älteres Zertifikat für ihren Zweck genügt. Das Goethe-Institut bezeichnet seine Zeugnisse von A1 bis C2 als unbegrenzt gültig. In der Praxis wünschen sich manche Hochschulen, Behörden oder Arbeitgeber trotzdem einen Nachweis aus den letzten Jahren, deshalb lohnt vor einer Bewerbung die Nachfrage.
Reicht ein B2 Zertifikat für die Einbürgerung?
Ja, es reicht sogar über die Anforderung hinaus. Für die Einbürgerung in Deutschland sind Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 nötig. Anerkannt werden der Deutsch-Test für Zuwanderer und andere standardisierte Sprachnachweise, die B1 oder ein höheres Niveau bescheinigen und nach internationalen Qualitätsstandards geprüft wurden. Ein bestandenes telc Deutsch B2, ein Goethe-Zertifikat B2 oder ein ÖSD Zertifikat B2 erfüllt diese Bedingung also, wenn die Einbürgerungsbehörde den Anbieter akzeptiert.
Welche B2 Prüfung ist die richtige: telc, Goethe oder ÖSD?
Alle drei prüfen nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen und werden von Behörden, Arbeitgebern und vielen Hochschulen akzeptiert. Der wichtigste Unterschied ist die Form: telc Deutsch B2 wird als Ganzes mit schriftlichem und mündlichem Teil abgelegt, das Goethe-Zertifikat B2 besteht aus vier Modulen, die einzeln abgelegt werden können, und beim ÖSD gibt es zwei Module. Wer nur eine Fertigkeit nachbessern muss, profitiert von den modularen Prüfungen, wer alles an einem Tag erledigen will, von telc.
Genügt ein B2 Zertifikat für ein Studium in Deutschland?
Meist nicht für die uneingeschränkte Zulassung. Hochschulen verlangen dafür in der Regel den TestDaF oder die DSH. Beim TestDaF gilt die Stufe TDN 4 in allen Prüfungsteilen als Nachweis für alle Studiengänge, und die drei Stufen TDN 3 bis 5 entsprechen den Niveaus B2 bis C1. Einzelne Studiengänge akzeptieren in bestimmten Teilbereichen auch niedrigere Werte. Ein allgemeines B2 Zertifikat ist trotzdem ein sinnvoller Zwischenschritt, weil die Vorbereitung auf TestDaF oder DSH auf diesem Niveau ansetzt.
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