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Bücher zum Lachen: lustige Bücher für Groß und Klein, von Loriot an

Zwei Herren sitzen versehentlich in derselben Badewanne eines Hotelzimmers, Herr Müller-Lüdenscheid und Dr. Klöbner, und streiten darüber, ob die Gummiente mit ins Wasser darf. Loriots Sketch „Herren im Bad“ lief Ende der 1970er-Jahre im Fernsehen, und nachzulesen ist er, zusammen mit mehr als fünfzig weiteren Szenen, in „Loriots dramatische Werke“, die 1981 bei Diogenes erschienen. Viele Deutsche können ganze Dialoge daraus auswendig. Gedruckt verlieren die Sketche erstaunlich wenig, denn ihr Witz steckt in der Sprache, in der höflichen Verbissenheit, mit der die Figuren aneinander vorbeireden.

Bücher zum Lachen sind eine eigene Gattung, und sie werden oft unterschätzt. Humor gilt als leichte Kost, dabei gehört es zum Schwierigsten, einen Leser über dreihundert Seiten hinweg zum Lachen zu bringen, ohne dass sich der Witz abnutzt. Die folgende Auswahl stellt lustige Bücher für Erwachsene und für Kinder vor, die diese Probe bestanden haben.

Lustige Bücher für Erwachsene

Loriot: „Loriots dramatische Werke“

Neben „Herren im Bad“ enthält der Band Klassiker wie das Frühstücksei, bei dem ein Ehepaar über die Kochzeit eines Eis in einen Grundsatzstreit gerät, oder die Szene mit dem Lottogewinner, der im Fernsehinterview über seine Pläne spricht und sich dabei hoffnungslos verheddert. Loriot, mit bürgerlichem Namen Vicco von Bülow, beobachtete deutsche Alltagsrituale mit einer Genauigkeit, die bis heute nicht veraltet ist. Das Buch eignet sich zum Nachschlagen, zum Vorlesen und für Abende, an denen zwei Leute abwechselnd die Rollen sprechen.

Beim Verlag: Diogenes

Marc-Uwe Kling: „Die Känguru-Chroniken“

Ein Känguru zieht bei einem Kleinkünstler in Berlin-Kreuzberg ein. Es ist Kommunist, isst Schnapspralinen, boxt, wenn ihm etwas nicht passt, und hat nie Geld dabei. Marc-Uwe Kling entwickelte die Geschichten zunächst als Radiokolumne, 2009 erschienen sie als Buch bei Ullstein. Daraus wurde eine Reihe mit mehreren Bänden und ein Kinofilm. Die Kapitel sind kurz, die Dialoge schnell, und die Pointen treffen die Absurditäten des Großstadtlebens mit großer Treffsicherheit. Wer die Hörbuchfassung wählt, hört den Autor selbst in beiden Rollen.

Beim Verlag: Ullstein

Heinz Strunk: „Fleisch ist mein Gemüse“

Heinz Strunk erzählt in seinem Buch von 2004 von seiner Zeit als Musiker in einer Tanzkapelle, die in den 1980er-Jahren über die Dörfer und Schützenfeste im Norden Deutschlands tingelte. Der Held leidet an Akne, an Einsamkeit und an der eigenen Mittelmäßigkeit, und genau darin liegt die Komik. Strunk lacht nicht über seine Figuren, sondern mit ihnen, und hinter den Pointen steckt eine ziemlich traurige Geschichte. Das Buch wurde ein großer Erfolg und später verfilmt.

Beim Verlag: Rowohlt

Jonas Jonasson: „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“

Allan Karlsson hat an seinem hundertsten Geburtstag keine Lust auf die Feier im Altenheim. Er klettert aus dem Fenster, geht zum Busbahnhof und gerät durch einen gestohlenen Koffer voller Geld in eine Kette von Verwicklungen. Parallel erzählt der Roman sein Leben, in dem Allan zufällig bei fast jedem großen Ereignis des 20. Jahrhunderts dabei war. Der Schwede Jonas Jonasson veröffentlichte das Buch 2009, auf Deutsch erschien es 2011 und stand lange auf den Bestsellerlisten.

Beim Verlag: Penguin

Douglas Adams: „Per Anhalter durch die Galaxis“

Die Erde wird gesprengt, um Platz für eine Hyperraum-Umgehungsstraße zu machen, und Arthur Dent überlebt nur, weil sein Freund Ford Prefect ein Außerirdischer ist. Douglas Adams’ Roman von 1979 hat der Welt die Zahl 42 als Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest geschenkt, außerdem den Rat, immer ein Handtuch dabeizuhaben. Der britische Humor ist trocken und springt von einer absurden Idee zur nächsten.

Beim Verlag: Kein & Aber

Wladimir Kaminer: „Russendisko“

Wladimir Kaminer kam 1990 aus Moskau nach Berlin und schrieb über das Leben zwischen Behörden, Hinterhöfen und Nachbarn aus aller Welt. „Russendisko“ von 2000 versammelt kurze Geschichten, die selten länger als drei Seiten sind. Kaminer beobachtet mit freundlichem Staunen, was Einheimischen längst nicht mehr auffällt, und genau dieser Blick von außen macht die Texte komisch.

Beim Verlag: Goldmann

Tommy Jaud: „Vollidiot“

Simon Peters ist Mitte dreißig, arbeitet in einem Kölner Handyladen und stolpert von einer Peinlichkeit in die nächste, meist auf der Suche nach einer Freundin. Tommy Jauds Roman von 2004 ist grob, schnell und bewusst unfein, und er traf damit einen Nerv: Das Buch wurde ein Bestseller und 2007 verfilmt. Wer Loriots feine Ironie schätzt, findet hier das Gegenteil, aber eine Ecke im Regal verdient auch diese Art von Humor. Er lebt vom Wiedererkennen: Fast jede Szene spielt an Orten, die alle kennen, im Fitnessstudio, im Café, in der Warteschlange.

Humor ist Geschmackssache, und kaum eine Gattung spaltet Leser so zuverlässig. Ein Buch, über das die eine Hälfte einer Lesegruppe Tränen lacht, lässt die andere kalt. Lesen Sie deshalb vor dem Kauf ein Kapitel an oder hören Sie in eine Hörprobe hinein. Nach zwei Seiten ist meistens klar, ob der Ton trägt.

Beim Verlag: Fischer

Bücher zum Lachen für Kinder

Kinder lachen über andere Dinge als Erwachsene, aber sie lachen lauter. Bei den Jüngsten zählen Sprachwitz, Wiederholung und Figuren, die sich danebenbenehmen. Später kommen Ironie und Situationskomik hinzu.

Für Vorschulkinder ist „Das NEINhorn“ von Marc-Uwe Kling, illustriert von Astrid Henn, ein sicherer Treffer. Ein kleines Einhorn sagt zu allem Nein und trifft auf einen Waschbären, der nur „Was?“ sagt, weshalb er als WASbär durchs Buch zieht. Mehr dazu im Beitrag über Kinderbücher zum Thema Wut. Ebenso beliebt sind die Olchis von Erhard Dietl, eine grüne Familie, die Müll isst, niemals badet und stolz darauf ist.

Grundschulkinder haben viel Spaß an „Der kleine Nick“ von René Goscinny und Jean-Jacques Sempé. Die Geschichten aus Frankreich erschienen ab 1959, auf Deutsch bei Diogenes, und erzählen aus der Sicht eines Jungen, der mit seinen Freunden Schule und Familie durcheinanderbringt. Auch Astrid Lindgrens „Michel aus Lönneberga“, der seinen Kopf in die Suppenschüssel steckt und die kleine Schwester an der Fahnenstange hochzieht, gehört in diese Altersgruppe. Paul Maars Sams-Bücher, beginnend mit „Eine Woche voller Samstage“, verbinden Frechheit mit Wortspielen.

Ab etwa zehn Jahren wird „Gregs Tagebuch“ von Jeff Kinney zum Lieblingsbuch vieler Kinder, die sonst kaum lesen. Greg Heffley schreibt über Schule, Freunde und seinen älteren Bruder, und die Strichzeichnungen am Rand liefern die Pointen gleich mit.

Ein Klassiker für alle Generationen

Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ erschien 1865 und ist damit älter als fast alle Bücher in dieser Auswahl. Die sieben Streiche der beiden Lausbuben, vom gestohlenen Hühnerbraten der Witwe Bolte bis zum Maikäfer im Bett von Onkel Fritz, sind in Versen erzählt, die viele noch aus der eigenen Kindheit kennen. Das Ende ist allerdings drastisch: Die beiden werden zu Schrot gemahlen und von Enten gefressen. Heute würde kaum ein Verlag ein Kinderbuch so enden lassen, und gerade deshalb lohnt es sich, die Geschichte gemeinsam zu lesen und darüber zu sprechen, worüber Menschen vor 160 Jahren gelacht haben.

Übrigens war Busch auch Maler. Er hinterließ Hunderte von Ölbildern, die er zu Lebzeiten kaum jemandem zeigte. Ein großer Teil seines Nachlasses liegt heute im Museum Wilhelm Busch in Hannover, und wer die kleinen, fast skizzenhaften Landschaften dort sieht, erkennt den Zeichner der Lausbuben kaum wieder.

Häufige Fragen

Welche lustigen Bücher eignen sich zum Vorlesen für Erwachsene?

Loriots Sketche funktionieren vorgelesen besonders gut, weil sie als Dialoge geschrieben sind und vom Timing leben. Auch die Känguru-Chroniken von Marc-Uwe Kling eignen sich, der Autor liest sie in der Hörbuchfassung selbst. Kurze Kapitel machen beide Bücher zu guten Begleitern für gemeinsame Abende.

Welche Bücher zum Lachen gibt es für Kinder?

Für Vorschulkinder eignen sich „Das NEINhorn“ von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn sowie die Olchi-Bücher von Erhard Dietl. Grundschulkinder lachen über „Der kleine Nick“ von René Goscinny und Jean-Jacques Sempé oder Paul Maars Sams-Bücher. Ab etwa zehn Jahren ist „Gregs Tagebuch“ von Jeff Kinney besonders beliebt.

Was ist ein guter Einstieg in humorvolle Romane?

Jonas Jonassons „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ ist leicht zugänglich und erzählt eine absurde Flucht quer durch die Weltgeschichte. Wer es britisch mag, beginnt mit Douglas Adams' „Per Anhalter durch die Galaxis“. Beide Bücher leben von einem trockenen Erzählton, der auch ernste Themen streift.

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