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Garten mit Kindern: sechs Ideen von Tomate im Topf bis Matschküche

Kresse auf feuchter Watte keimt oft schon nach einem Tag. Nach einer knappen Woche lässt sie sich mit der Schere ernten und aufs Butterbrot legen. Kaum ein Experiment zeigt Kindern schneller, dass aus einem unscheinbaren Korn etwas Essbares wird, und genau diese Erfahrung ist der beste Einstieg in einen Garten mit Kindern. Alles Weitere dauert länger, aber das Prinzip bleibt dasselbe: säen, warten, beobachten, ernten.

Die folgenden sechs Ideen brauchen wenig Material und funktionieren in fast jedem Garten, manche auch auf dem Balkon. Keine davon verlangt gärtnerische Vorkenntnisse. Wichtiger ist die Bereitschaft, Kindern das Tempo zu überlassen und es auszuhalten, wenn ein Beet anders aussieht als geplant.

Vor dem ersten Projekt lohnt ein prüfender Rundgang. Einige beliebte Zierpflanzen sind für kleine Kinder gefährlich, darunter Goldregen, Eibe, Fingerhut, Maiglöckchen und Engelstrompete. Wo Kleinkinder spielen, sollten sie entfernt oder zumindest klar abgegrenzt werden. Regentonnen brauchen einen festen Deckel, Werkzeug mit scharfen Kanten gehört nach der Arbeit in den Schuppen. Das klingt nach viel Vorsicht, ist aber schnell erledigt und macht den Garten danach zu einem Ort, an dem Kinder sich frei bewegen dürfen.

Tomaten selbst ziehen

Tomaten sind für Kinder ideal, weil der Weg vom Samen zur roten Frucht so anschaulich ist. Die Aussaat beginnt im März oder April auf einer hellen Fensterbank, in kleinen Töpfen mit Anzuchterde. Nach etwa einer Woche zeigen sich die ersten Keimblätter. Sobald die Pflänzchen einige echte Blätter haben, werden sie in größere Töpfe umgesetzt.

Ins Freie dürfen Tomaten erst, wenn keine Nachtfröste mehr drohen. In weiten Teilen Deutschlands gilt dafür als Faustregel die Zeit nach den Eisheiligen Mitte Mai. Für Kinder sind Naschtomaten, Strauch- oder Balkonsorten am dankbarsten. Sie bleiben kompakt, tragen viele kleine Früchte und müssen nicht aufwendig ausgegeizt werden.

Das tägliche Gießen ist eine Aufgabe, die schon Kleinkinder mit Begeisterung übernehmen. Ein eigener kleiner Gießkannenstand neben dem Beet hilft dabei. Die Ernte im Spätsommer ist dann die Belohnung, auch wenn nicht jede Pflanze gleich viel trägt. Eine Tomate, die schief und klein bleibt, schmeckt dem Kind, das sie gezogen hat, trotzdem besser als jede gekaufte.

Ein eigenes Kräuterbeet

Kräuter wachsen schnell, duften stark und lassen sich sofort verwenden. Das macht sie zum idealen zweiten Projekt. Ein Kräuterbeet braucht nicht viel Platz, ein sonniger Streifen von einem Meter genügt, ebenso ein großer Kübel.

Bei Kindern besonders beliebt ist Erdbeerminze, die tatsächlich leicht nach Erdbeeren schmeckt. Zitronenmelisse fällt durch ihren intensiven Duft auf, sobald man die Blätter zwischen den Fingern reibt. Marokkanische Minze hat ein mildes Aroma und blüht im Spätsommer. Waldmeister gedeiht im Halbschatten und riecht nach dem Trocknen nach Heu und Vanille. Er enthält allerdings Cumarin und sollte nur sparsam verwendet werden, etwa für eine Bowle ohne Alkohol oder eine Limonade.

Aus frischen Kräutern lassen sich mit Kindern schnell Getränke herstellen: Eistee mit Minze und Zitronenmelisse, ein Aufguss für kalte Tage oder Kräuterwasser in einer Karaffe. Die meisten dieser Pflanzen sind winterhart und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus. Minzen breiten sich allerdings kräftig aus und sollten besser in einem eigenen Topf oder mit einer Wurzelsperre wachsen.

Ein Nistkasten für Vögel

Ein Nistkasten verbindet Handwerk und Naturbeobachtung. Fertige Bausätze aus unbehandeltem Holz gibt es im Baumarkt und im Fachhandel, sie lassen sich mit Kindern an einem Nachmittag zusammenschrauben. Wer genug Werkzeug hat, baut den Kasten nach Anleitung selbst.

Entscheidend ist das Einflugloch. Für Blaumeisen genügen etwa 26 bis 28 Millimeter, Kohlmeisen brauchen rund 32 Millimeter. Der Kasten hängt am besten zwei bis drei Meter hoch, katzensicher und mit dem Einflugloch nach Osten oder Südosten, damit weder Wetter noch pralle Mittagssonne hineinfallen. Aufgehängt wird im Herbst oder spätestens im zeitigen Frühjahr, damit die Vögel ihn vor der Brutzeit entdecken.

Dann beginnt das Beobachten. Kinder merken schnell, wann Altvögel mit Futter anfliegen und wie oft. Ein kleines Bestimmungsbuch oder eine Vogelkarte hilft, die Besucher im Garten zu unterscheiden. Nach der Brutsaison wird der Kasten im Herbst gereinigt, und im nächsten Frühjahr kann alles von vorn beginnen.

Die Matschküche

Eine Matschküche ist ein Spielort, an dem Dreck ausdrücklich erlaubt ist. Sie besteht im einfachsten Fall aus zwei Holzkisten oder einer alten Palette als Arbeitsfläche, ein paar ausrangierten Töpfen, Schöpfkellen, Sieben und einer Schüssel. Dazu kommen Wasser, Erde, Sand, Blätter und Blüten.

Was daraus entsteht, bestimmen die Kinder. Es wird Suppe gekocht, Kuchen gebacken, Tee aus Grashalmen gebraut und in Förmchen serviert. Die Matschküche fördert Fantasie und Feinmotorik gleichzeitig, und sie hält Kinder oft erstaunlich lange beschäftigt. Wichtig ist nur Kleidung, die schmutzig werden darf. Eine Regenhose spart hinterher viel Arbeit an der Waschmaschine.

Ein Bohnentipi

Stangenbohnen wachsen schnell und klettern an allem hoch, was ihnen Halt bietet. Das lässt sich nutzen. Vier bis sechs lange Stäbe werden im Kreis in die Erde gesteckt und oben zusammengebunden, an jeden Stab kommen ab Mitte Mai ein paar Bohnensamen. Innerhalb weniger Wochen wächst daraus ein grünes Zelt, in das Kinder hineinkriechen können. Im Sommer hängen dann die Bohnen wie Vorhänge von den Wänden.

Wer mehr Farbe möchte, setzt zwischen die Bohnen Kapuzinerkresse. Ihre orangefarbenen Blüten sind essbar und schmecken leicht scharf, was Kinder oft überrascht.

Ein Baumhaus oder eine Höhle

Ein echtes Baumhaus verlangt einen kräftigen Baum, gutes Holz und Sorgfalt bei der Befestigung. Sicherheit geht hier vor: Ein Geländer, eine stabile Leiter und regelmäßige Kontrollen gehören dazu. Wer diesen Aufwand nicht leisten kann, baut eine Höhle der einfacheren Art. Ein paar Stühle, eine Wäscheleine und leichte Decken ergeben ein Versteck, das für ein Kind genauso aufregend ist.

Ein Garten mit Kindern braucht keine teuren Spielgeräte, sondern Orte, die sich verändern lassen. Eine Höhle, die jeden Tag anders aussieht, bietet mehr als ein Klettergerüst, das jahrelang gleich bleibt. Mit einem Picknick und etwas Kräutertee aus dem eigenen Beet wird daraus ein Nachmittag, an den sich Kinder lange erinnern.

Und falls bei Ihnen die Karotten im ersten Jahr klein und krumm bleiben: Das passiert fast allen. Möhren brauchen lockeren, steinfreien Boden, und in schwerer Lehmerde bleiben sie oft winzig. Ein Hochbeet mit lockerer Erde ist für das zweite Jahr die einfachste Lösung.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter können Kinder im Garten mithelfen?

Schon Zweijährige gießen mit einer kleinen Kanne, sammeln Steine aus dem Beet oder legen große Samen wie Bohnen in vorbereitete Löcher. Ab etwa vier Jahren können Kinder eigene kleine Beete betreuen, ab dem Grundschulalter auch mit Werkzeug wie Handschaufel und Pflanzholz arbeiten. Wichtig ist, Aufgaben zu wählen, bei denen das Ergebnis schnell sichtbar wird.

Welche Pflanzen eignen sich für einen Garten mit Kindern?

Gut geeignet sind Pflanzen, die schnell wachsen und etwas bieten: Kresse, Radieschen, Sonnenblumen, Stangenbohnen, Kapuzinerkresse, Erdbeeren und Naschtomaten. Bei Kräutern kommen Minzsorten und Zitronenmelisse gut an, weil sie intensiv duften. Giftige Pflanzen wie Goldregen, Eibe, Fingerhut oder Engelstrompete gehören nicht in einen Garten, in dem kleine Kinder spielen.

Was tun, wenn kein eigener Garten vorhanden ist?

Vieles funktioniert auch auf dem Balkon oder der Fensterbank: Kresse, Kräuter im Topf, Balkontomaten und Erdbeeren im Kasten. Viele Städte bieten außerdem Gemeinschafts- oder Schulgärten an, in denen Familien ein Beet übernehmen können.

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