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„Das Abenteuer meines Lebens“: wie das erste Kind alles verändert

Zweitausenddreihundertachtzig Gramm, fünf Wochen vor dem errechneten Termin, kurz vor sieben Uhr morgens: Solche Zahlen vergessen Eltern nie. Sie markieren den Moment, in dem ein Leben, das vielleicht eher ruhig verlaufen ist, ohne wilde Reisen und ohne große Wagnisse, plötzlich eine völlig neue Richtung nimmt. Viele Mütter und Väter nennen diesen Moment später das größte Abenteuer ihres Lebens, und sie meinen das nicht ironisch.

Warum gerade ein Kind

Abenteuer verbinden die meisten Menschen mit Reisen, Risiko und Ferne. Ein Kind passt auf den ersten Blick nicht in dieses Bild. Es findet zu Hause statt, im Alltag, zwischen Wickeltisch und Waschmaschine. Und doch trifft das Wort erstaunlich genau, was in den ersten Stunden und Tagen passiert.

Niemand kann auf diesen Moment vorbereiten. Nicht die eigenen Eltern, nicht Freunde mit oder ohne Kinder, nicht die Hebamme, nicht der Geburtsvorbereitungskurs. Das Gefühl, plötzlich für einen Menschen verantwortlich zu sein, der vollständig auf einen angewiesen ist, überrollt viele Mütter und Väter regelrecht. Es raubt den Atem, und es sortiert das Leben neu. Was vorher wichtig schien, rückt an den Rand, und was wirklich zählt, wird auf einmal sehr klar.

Dazu kommt die Erschöpfung der ersten Wochen, über die vorher selten ehrlich gesprochen wird: Nächte in Etappen von zwei Stunden, Tage, an denen schon eine Dusche als Erfolg gilt, und das Staunen darüber, wie viel ein so kleiner Mensch verändert.

Viele beschreiben das als eine Art Erdung. Ein Kind holt einen in die Gegenwart zurück, weil es jetzt Hunger hat, jetzt getragen werden will, jetzt schläft oder eben nicht.

Wenn das Baby zu früh kommt

Bei einer Geburt fünf Wochen vor dem Termin spricht man von einem späten Frühchen. Als frühgeboren gelten Kinder, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen, und ein Geburtsgewicht unter 2.500 Gramm gilt als niedrig. Viele dieser Kinder entwickeln sich ohne größere Schwierigkeiten, brauchen am Anfang aber Aufmerksamkeit beim Trinken, bei der Temperatur und beim Gewicht.

Für die Eltern bedeutet ein vorzeitiger Start zusätzlich, dass die letzten Wochen der Vorbereitung einfach wegfallen. Die Kliniktasche ist vielleicht noch nicht gepackt, das Kinderzimmer nicht fertig, der Mutterschutz hat gerade erst begonnen. Das Abenteuer beginnt dann nicht nur plötzlich, sondern auch unvorbereitet.

Das Abenteuer zu zweit

Wer ein Kind großzieht, braucht Verbündete. Eine Partnerin oder ein Partner, der sich auf dasselbe Wagnis einlässt, ist dabei ein großes Glück, und aus einem Kind werden manchmal zwei oder drei. Mit drei Kindern ist eine Familie schnell eine Großfamilie, mit allem, was dazugehört: laute Mahlzeiten, volle Waschkörbe, Streit um den Beifahrersitz und das Wissen, dass nie alle gleichzeitig zufrieden sein werden.

Genau darin liegt aber auch ein Reiz, den Außenstehende oft unterschätzen. Geschwister erziehen sich gegenseitig mit, und Eltern lernen mit jedem Kind neu, dass kein Rezept für alle passt.

Das erste Kind hat dabei eine besondere Rolle. Mit ihm probieren Eltern alles zum ersten Mal aus: das erste Fieber, den ersten Kindergartentag, die erste Zeugnisbesprechung, die erste Diskussion über Ausgehzeiten. Jüngere Geschwister profitieren davon, dass die Eltern bei ihnen gelassener sind. Das Älteste dagegen erlebt Eltern, die selbst noch lernen, und nicht selten erzählen erwachsene Erstgeborene mit einer Mischung aus Humor und leisem Vorwurf davon, dass für sie strengere Regeln galten als für die Kleinen.

Für Mütter und Väter ist das Älteste deshalb oft das Kind, an dem sie am meisten über sich selbst gelernt haben.

Wenn die Kinder flügge werden

Das Abenteuer ändert mit den Jahren seine Form. Irgendwann sind die Söhne größer als die Mutter und schauen ihr, wie man so sagt, auf den Kopf. Und irgendwann verlässt der Älteste das Nest, zum ersten Mal richtig.

Ein Auslandsjahr ist für viele Familien die erste große Trennung. Feiert ein Sohn seinen siebzehnten Geburtstag bei einer Gastfamilie in Norwegen, gratulieren die Eltern aus der Ferne, und das Baby von einst ist nur noch auf alten Fotos zu sehen. Das fühlt sich für die meisten Mütter und Väter wehmütig an, und zugleich stolz. Wer im Sommer zurückkommt, ist oft ein anderer, selbstständiger, ein junger Mann, der bald seine eigenen Wege gehen wird.

Für Eltern ist das eine merkwürdige Erfahrung. Man hat jahrelang darauf hingearbeitet, dass ein Kind ohne einen zurechtkommt, und wenn es dann so weit ist, fällt das Loslassen schwer. Viele Eltern erleben diese Phase als zweite große Veränderung, weniger dramatisch als die Geburt, aber ebenso tief.

Was bleibt

Ein Geburtstag ist für Eltern immer auch ein Erinnerungstag. Neben dem Kuchen und den Geschenken steht der Moment, an dem alles begann: die Uhrzeit, das Gewicht, das erste Schreien. Diese Zahlen vergessen die wenigsten, auch nach siebzehn oder dreißig Jahren nicht.

Zum Geburtstag eines großen Sohnes reicht oft ein kurzer Satz, am besten ohne Umwege: Lass dich feiern, hab dich sehr lieb. Mehr muss es nicht sein.

Ob das Abenteuer je vorbei ist, beantworten Eltern von erwachsenen Kindern übrigens fast immer gleich: nein.

Häufige Fragen

Warum nennen viele Eltern die Geburt ihres Kindes ein Abenteuer?

Weil sich mit einem Kind von einem Moment auf den anderen fast alles ändert: Verantwortung, Tagesablauf, Prioritäten und oft auch der Blick auf das eigene Leben. Anders als bei einer Reise gibt es keine Rückfahrkarte und keinen festen Plan. Viele Eltern beschreiben, dass keine Vorbereitung, kein Kurs und kein Ratschlag sie wirklich auf die ersten Stunden mit dem Kind vorbereitet hat.

Ab wann gilt ein Baby als Frühchen?

Als Frühgeborene gelten Kinder, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. Ein Kind, das fünf Wochen vor dem errechneten Termin geboren wird, liegt in diesem Bereich. Unabhängig von der Schwangerschaftsdauer spricht man bei einem Geburtsgewicht unter 2.500 Gramm von einem niedrigen Geburtsgewicht. Viele späte Frühchen entwickeln sich ohne größere Probleme, brauchen in den ersten Tagen aber oft besondere Aufmerksamkeit.

Wie gratuliert man einem Kind, das im Ausland lebt, zum Geburtstag?

Bewährt haben sich Dinge, die pünktlich ankommen und persönlich sind: ein Paket, das rechtzeitig an die Gastfamilie geschickt wird, ein verabredeter Videoanruf zu einer festen Uhrzeit oder ein Brief, der erst am Geburtstag geöffnet werden darf. Gerade bei Jugendlichen im Austauschjahr lohnt es sich, die Gastfamilie vorher einzubeziehen, damit der Tag vor Ort gefeiert wird und das Heimweh nicht überhandnimmt.

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