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Zucchinischwemme: zwei schnelle Rezepte gegen die Zucchini-Flut

Wer im Mai zwei Zucchinipflanzen ins Beet setzt, hat im Juli ein Problem, über das Nachbarn lächeln, bis sie selbst betroffen sind. Jeden zweiten Tag liegt eine neue Frucht auf der Küchenbank, und die eine, die hinter einem großen Blatt übersehen wurde, hat inzwischen die Größe eines Unterarms. Die Zucchinischwemme gehört zu den verlässlichsten Ereignissen im Gartenjahr.

Gegen die Flut helfen vor allem Rezepte, die schnell gehen, wenige Zutaten brauchen und auch nach der zehnten Wiederholung noch schmecken. Zwei davon haben sich besonders bewährt: eine cremige Soße für Nudeln und ein warmer Toast als kleine Mahlzeit.

Zucchini-Sahne-Soße mit Feta

Diese Soße ist in etwa zwanzig Minuten fertig und passt zu kurzen Nudeln wie Spirelli, die die cremige Soße gut aufnehmen.

Zutaten für zwei bis drei Personen:

  • 1 Zwiebel
  • 2 kleine oder 1 große Zucchini
  • Olivenöl
  • etwa 250 ml Sahne
  • Milch zum Auffüllen
  • Fetakäse
  • frische oder tiefgekühlte Petersilie
  • Salz, Pfeffer, Paprika edelsüß

Zubereitung: Die Zwiebel fein würfeln und in etwas Olivenöl bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Die Zucchini waschen, die Enden abschneiden und fein hobeln. Ein Gemüsehobel mit feiner Klinge macht das in wenigen Sekunden, ein scharfes Messer tut es auch, dauert nur länger. Die Zucchini zur Zwiebel geben und unter Rühren mitgaren, bis sie zusammenfallen.

Dann die Sahne angießen und so viel Milch ergänzen, dass die Zucchini gut bedeckt sind. Den Feta in kleine Würfel schneiden und in die Soße geben. Alles leise köcheln lassen, bis der Käse geschmolzen ist und die Soße die gewünschte Sämigkeit erreicht hat. Das dauert je nach Menge zehn bis fünfzehn Minuten. Wird die Soße zu dick, einen Schuss Milch nachgießen.

Zum Schluss mit Salz, Pfeffer und Paprika edelsüß abschmecken. Beim Salz ist Vorsicht angebracht, denn der Feta bringt bereits eine kräftige Würze mit. Reichlich Petersilie unterrühren und die Soße mit den Nudeln servieren.

Die Sahne lässt sich teilweise durch Milch ersetzen, dann wird die Soße leichter, braucht aber etwas länger zum Eindicken. Statt Feta funktionieren auch Kräuterfrischkäse oder ein kräftiger Bergkäse, der Charakter ändert sich dann allerdings deutlich: Frischkäse macht die Soße milder und runder, Bergkäse würziger und etwas fester. Wer Reste hat, kann die Soße am nächsten Tag mit etwas Brühe verdünnen und als schnelle Suppe essen.

Zucchini-Ricotta-Toast

Der Toast ist eine gute Wahl für mittags oder abends, wenn nur eine einzige, nicht zu große Zucchini übrig ist. Aus einer Frucht werden vier Scheiben.

Zutaten für vier Toasts:

  • 1 nicht zu große Zucchini
  • etwa 80 g Ricotta (rund ein Drittel einer 250-g-Packung)
  • 1 Knoblauchzehe
  • Olivenöl
  • frische oder tiefgekühlte Petersilie
  • Salz, Pfeffer, Paprika edelsüß
  • 4 Scheiben Toastbrot

Zubereitung: Etwas Olivenöl in einer Pfanne erwärmen, aber nicht zu stark erhitzen, und die Knoblauchzehe hineinpressen. Knoblauch verbrennt schnell und wird dann bitter, deshalb lieber mit weniger Hitze beginnen. Die Zucchini fein hobeln, in die Pfanne geben und einige Minuten anbraten, bis sie weich wird und etwas Farbe annimmt.

Den Ricotta dazugeben und unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und Paprika edelsüß würzen und die Petersilie ergänzen. Die Masse bei mittlerer Hitze noch ein paar Minuten weiterrühren. Der Ricotta darf dabei leicht bräunen, das bringt einen nussigen Geschmack.

Währenddessen das Brot toasten. Die Zucchinimasse vierteln und auf den vier Scheiben verteilen, am besten sofort essen, solange das Brot noch knusprig ist. Ein paar Tropfen Zitronensaft oder etwas geriebene Zitronenschale über der Masse machen den Toast frischer.

Was sonst noch gegen die Schwemme hilft

Beide Rezepte arbeiten mit fein gehobelten Zucchini. Das hat einen praktischen Grund: Dünne Scheiben garen in wenigen Minuten und geben ihr Wasser schnell ab, statt die Pfanne in eine Suppe zu verwandeln. Auch größere Früchte lassen sich so noch gut verwenden, wenn die weichen Kerne vorher mit einem Löffel herausgeschabt werden.

Wer mehr ernten muss, als er essen kann, hat mehrere Möglichkeiten. Gehobelte Zucchini lassen sich portionsweise einfrieren und später direkt in Soßen oder Suppen geben. Riesenexemplare eignen sich zum Füllen, etwa mit Hackfleisch, Reis oder Couscous: der Länge nach halbieren, das weiche Innere herauslösen, mit der Füllung mischen, zurück in die Schalen geben und mit Käse bestreut im Ofen backen, bis die Oberfläche goldbraun ist. Und nicht zuletzt freuen sich Kolleginnen, Nachbarn und die Tafel über frisches Gemüse, jedenfalls zu Beginn der Saison.

Eine Warnung gehört zu jeder Zucchinisaison dazu: Schmeckt eine Frucht deutlich bitter, sollte sie nicht gegessen werden. Die Bitterkeit stammt von Cucurbitacinen, Pflanzenstoffen, die Zucchini normalerweise kaum enthalten, die aber bei Rückkreuzungen mit Zierkürbissen oder bei starkem Stress der Pflanze entstehen können. Schon kleine Mengen können Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden auslösen, und Kochen zerstört die Stoffe nicht. Wer Saatgut aus eigenen Früchten zieht, geht dieses Risiko eher ein als mit gekauftem Saatgut. Eine kleine rohe Kostprobe vom Ende der Frucht vor dem Kochen genügt als Test.

Die wirksamste Maßnahme gegen die Schwemme liegt allerdings im Beet selbst.

Wer täglich nachschaut und die Früchte bei 15 bis 20 Zentimetern erntet, bekommt handliche, aromatische Zucchini statt Keulen, die niemand mehr haben will. Ob sich die Pflanze davon beeindrucken lässt, ist eine andere Frage: Sie bildet einfach weiter Blüten, bis im September die Nächte kühl werden. Und manche Gärtner haben zu diesem Zeitpunkt längst ein drittes Rezept gefunden, das sie für das beste halten – Sie vielleicht auch.

Häufige Fragen

Warum gibt es im Sommer so viele Zucchini?

Zucchinipflanzen wachsen bei Wärme und ausreichend Wasser sehr schnell und bilden über Wochen laufend neue Blüten und Früchte. Eine einzelne Pflanze kann in der Hauptsaison von Juli bis September mehrere Früchte pro Woche liefern. Wer Früchte übersieht, erntet nach wenigen Tagen keulengroße Exemplare. Genau deshalb spricht man im Hochsommer so oft von einer Zucchinischwemme.

Kann man Zucchini einfrieren?

Ja, am besten gehobelt oder in Würfeln. Roh eingefroren werden Zucchini beim Auftauen weich und wässrig, eignen sich aber gut für Soßen, Suppen und Aufläufe, in denen sie ohnehin zerfallen. Wer die Stücke kurz blanchiert, gut abtropfen lässt und portionsweise einfriert, erhält eine etwas bessere Struktur. Für Toasts oder Pfannengerichte mit Biss sind frische Zucchini die bessere Wahl.

Wie groß sollten Zucchini bei der Ernte sein?

Am aromatischsten sind Zucchini mit etwa 15 bis 20 Zentimetern Länge. Dann ist die Schale noch dünn, das Fruchtfleisch fest und die Kerne sind klein. Große Exemplare sind wässriger und haben weiche Kerne, lassen sich aber aushöhlen und füllen oder zu Suppe verarbeiten. Regelmäßiges Ernten regt die Pflanze außerdem an, weitere Früchte zu bilden.

Wie lange halten frische Zucchini?

Im Gemüsefach des Kühlschranks halten sich frische Zucchini etwa eine Woche. Sie mögen es kühl, aber nicht zu kalt, und sollten nicht neben Äpfeln oder Tomaten liegen, weil deren Reifegas sie schneller altern lässt. Weiche Stellen oder eine schrumpelige Schale zeigen, dass die Frucht bald verarbeitet werden sollte, am besten in einer Soße oder Suppe.

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