Beste Gartenzeitschrift finden: vier Magazine und zwei Gartenbücher
Marie-Luise Kreuters „Der Biogarten“ erschien 1981, zu einer Zeit, als naturnahes Gärtnern noch als Spleen galt. Das Buch verkaufte sich innerhalb von knapp drei Jahrzehnten mehr als anderthalb Millionen Mal und wird bei BLV bis heute in überarbeiteten Auflagen gedruckt. Solche Bücher begleiten einen Garten über Jahre. Zeitschriften leisten etwas anderes: Sie sagen, was im nächsten Monat ansteht, zeigen neue Sorten und liefern Bilder von Gärten, die sich zum Nachahmen eignen.
Welche die beste Gartenzeitschrift ist, hängt davon ab, was ein Garten braucht und wer ihn pflegt. Ein Gemüsebeet auf dem Balkon verlangt andere Informationen als ein Staudengarten, der seit zwanzig Jahren wächst. Die folgenden vier Magazine sind die bekanntesten im deutschsprachigen Raum, und sie unterscheiden sich deutlich im Anspruch.
Die beste Gartenzeitschrift für jeden Anspruch
Mein schöner Garten
„Mein schöner Garten“ erscheint bei Hubert Burda Medien und zählt zu den größten Gartenmagazinen Europas. Das Heft deckt fast alles ab: Gartenpraxis mit Tipps für die jeweilige Jahreszeit, Gestaltungsideen, Porträts von Pflanzen und Rubriken zu Natur und Tieren im Garten. Die Anleitungen sind so geschrieben, dass sie auch ohne Vorkenntnisse funktionieren.
Die Stärke des Magazins ist seine Breite. Wer einen ganz normalen Hausgarten hat, mit Rasen, ein paar Beeten und einer Hecke, findet hier in jedem Heft etwas Brauchbares. Für Spezialisten bleibt es dagegen manchmal an der Oberfläche. Als Einstieg ist es trotzdem schwer zu schlagen, und viele Gärtnerinnen und Gärtner lesen es über Jahre weiter, weil der saisonale Kalender verlässlich ist.
Zur Zeitschrift: Mein schöner Garten
Gartenpraxis
„Gartenpraxis“ aus dem Verlag Eugen Ulmer versteht sich als Pflanzenmagazin und richtet sich an Leser, die mehr wissen wollen. Monatlich gibt es ausführliche Artikel über Pflanzen für Haus und Garten, über Sorten und ihre Eigenschaften und über beispielhafte Gartengestaltung. Die Texte gehen in die Tiefe und setzen Grundwissen voraus.
Das Magazin passt zu Gärtnerinnen und Gärtnern, die ihre Pflanzen bei lateinischem Namen kennen und sich für Staudenkombinationen, Gehölze oder neue Züchtungen interessieren. Wer erst anfängt, wird von der Detailtiefe eher erschlagen. Wer dagegen seit Jahren gärtnert und das Gefühl hat, in den großen Publikumszeitschriften nichts Neues mehr zu finden, ist hier richtig.
Zur Zeitschrift: Gartenpraxis
kraut&rüben
„kraut&rüben“ erscheint im Deutschen Landwirtschaftsverlag und ist das Magazin für biologisches Gärtnern und naturnahes Leben. Seit Jahrzehnten dreht sich hier alles um ökologische Methoden: Kompostieren, Mischkultur, Fruchtfolge, samenfeste Sorten, Nützlinge statt Spritzmittel. Dazu kommen Themen rund um Selbstversorgung, Kräuter und Vorratshaltung.
Für alle, die Gemüse anbauen und dabei auf chemische Mittel verzichten wollen, ist „kraut&rüben“ die naheliegende Wahl. Das Magazin ist praktischer als „Gartenpraxis“ und spezialisierter als „Mein schöner Garten“. Auch für Anfänger eignet es sich gut, solange sie grundsätzlich biologisch arbeiten möchten.
Zur Zeitschrift: kraut&rüben
Landlust
„Landlust“ aus dem Landwirtschaftsverlag Münster ist kein reines Gartenmagazin. Die Zeitschrift erschien erstmals 2005 und wurde innerhalb weniger Jahre zu einem der erfolgreichsten Magazine Deutschlands. Sie widmet sich dem Leben auf dem Land in seiner ganzen Breite: Garten, Kochen, Handwerk, Natur und Brauchtum.
Die Gartenartikel sind eher Anregung als Anleitung. Wer genaue Schnitttechniken oder Pflanzenschutz sucht, wird woanders besser bedient. Wer dagegen Freude an schönen Bildern, saisonalen Rezepten und der Atmosphäre eines Bauerngartens hat, findet in „Landlust“ ein Heft, das man gern mehrfach durchblättert.
Zur Zeitschrift: Landlust
Zwei Gartenbücher, die zum Nachschlagen taugen
Zeitschriften altern schnell, gute Gartenbücher nicht. Zwei Titel haben sich im deutschsprachigen Raum als Standardwerke für den naturnahen Garten durchgesetzt.
Marie-Luise Kreuter, Journalistin und Biogärtnerin, starb 2009. Ihr „Biogarten“ ist bis heute das bekannteste Buch seiner Art. Es beginnt mit einem Kapitel über das natürliche Gleichgewicht im Garten und führt dann durch alle Arbeiten, von der Bodenvorbereitung über Kompost und Düngung bis zum Pflanzenschutz mit mechanischen und biologischen Mitteln. Obst, Gemüse, Kräuter, Blumen und Ziergehölze sind gleichermaßen berücksichtigt. Neuere Ausgaben enthalten Verweise auf Videos zu den Grundlagen.
Beim Verlag: Gräfe und Unzer
Andrea Heistingers „Das große Biogarten-Buch“ erschien im österreichischen Löwenzahn Verlag und entstand gemeinsam mit dem Verein Arche Noah, der sich für den Erhalt alter Kulturpflanzen einsetzt. Mit 624 Seiten ist es eher Handbuch als Lesebuch. Es behandelt den ökologischen Anbau von Gemüse, Obst, Kräutern, Blumen, Pilzen und Getreide, dazu Planung, Selbstversorgung, Bewässerung, Gärtnern mit Kindern und die Grundlagen der Saatgutgewinnung. 2014 erhielt das Buch beim Deutschen Gartenbuchpreis zwei Auszeichnungen, darunter den Leserpreis von „Mein schöner Garten“, sowie den Buchpreis der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft.
Beim Verlag: Löwenzahn
Wer sich tiefer mit Saatgut beschäftigen möchte, findet bei Heistinger außerdem das „Handbuch Samengärtnerei“, ebenfalls in Zusammenarbeit mit Arche Noah entstanden. Es erklärt, wie sich Sorten selbst vermehren und über Jahre erhalten lassen.
Zeitschrift oder Buch?
Die Frage stellt sich selten als Entweder-oder. Ein Standardwerk wie Kreuter oder Heistinger beantwortet die grundsätzlichen Fragen: Wann wird gesät, wie entsteht guter Kompost, was hilft gegen Blattläuse? Eine Zeitschrift ergänzt das um den Blick auf die aktuelle Saison, auf neue Sorten und auf Gärten anderer Menschen.
Woran sich die Qualität eines Heftes erkennen lässt, zeigt oft schon ein einziger Artikel. Gute Gartenanleitungen nennen den Standort, den Boden und den Zeitraum, für den ein Ratschlag gilt. Sie sagen, ob eine Pflanze winterhart ist und in welchen Lagen sie Probleme bekommt. Und sie trennen klar zwischen dem, was sicher funktioniert, und dem, was vom Wetter abhängt. Fehlt das, bleibt ein schönes Foto mit wenig Nutzen.
Für Balkone und kleine Stadtgärten lohnt ein genauer Blick, weil die großen Magazine vor allem von Hausgärten ausgehen. Ein Artikel über Tomaten im Hochbeet lässt sich nur bedingt auf einen Kübel im fünften Stock übertragen, wo Wind, Hitze und fehlender Regen ganz andere Bedingungen schaffen.
Für einen Gemüsegarten ohne Chemie ist die Kombination aus „Der Biogarten“ und einem Abo von „kraut&rüben“ naheliegend. Für einen Ziergarten mit Anspruch passen „Gartenpraxis“ und ein gutes Staudenbuch besser zusammen. Wer vor allem Anregungen sucht, blättert in „Landlust“.
Viele Stadtbibliotheken führen übrigens die großen Gartenzeitschriften im Lesesaal und verleihen ältere Hefte. So können Sie ein halbes Jahr lang ausprobieren, welches Magazin zum eigenen Garten passt, bevor ein Abonnement abgeschlossen wird. Und ein Heft vom letzten April ist im nächsten April fast genauso nützlich.
Häufige Fragen
Welche ist die beste Gartenzeitschrift für Anfänger?
Für den Einstieg eignet sich „Mein schöner Garten“ am besten, weil das Magazin sehr breit aufgestellt ist und saisonale Arbeiten Schritt für Schritt erklärt. Wer von Anfang an biologisch gärtnern möchte, ist mit „kraut&rüben“ gut beraten. „Gartenpraxis“ setzt dagegen mehr Pflanzenwissen voraus.
Welche Gartenzeitschrift ist auf Biogärtnern spezialisiert?
„kraut&rüben“ aus dem Deutschen Landwirtschaftsverlag widmet sich seit Jahrzehnten dem ökologischen Gärtnern und dem naturnahen Leben. Themen sind Kompost, Mischkultur, Saatgut und Pflanzenschutz ohne chemische Mittel.
Welches Gartenbuch gilt als Standardwerk?
Marie-Luise Kreuters „Der Biogarten“, zuerst 1981 bei BLV erschienen, gilt als das klassische Standardwerk des naturnahen Gärtnerns im deutschsprachigen Raum. Neueren Datums und noch umfangreicher ist Andrea Heistingers „Das große Biogarten-Buch“ aus dem Löwenzahn Verlag.
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