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Kinderbuch Dinosaurier: neun Bilder- und Sachbücher für 3 bis 10 Jahre

Unter einer Pappklappe liegt ein Ei, unter der nächsten schlüpft ein kleiner Dinosaurier heraus, und auf der gegenüberliegenden Seite schwingt ein Apatosaurus seinen Schwanz gegen einen Angreifer. So sieht der Einstieg in „Die Dinosaurier“ aus der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? junior aus, gedacht für Kinder ab zwei Jahren. Wer für ein Kind ein Dinosaurierbuch aussucht, landet früher oder später bei solchen Klappenbüchern – und ein paar Jahre später bei Bänden, in denen von Kreidezeit, Sedimentgestein und Raubsaurierzähnen die Rede ist.

Dazwischen liegen Welten. Ein dreijähriges Kind will wissen, ob der Tyrannosaurus lieb ist. Ein achtjähriges will wissen, wie groß sein Schädel war und warum die Arme so kurz sind. Die folgende Auswahl stellt deshalb Bilderbücher mit Geschichte neben Sachbücher und ordnet beides grob nach Alter.

Kinderbuch Dinosaurier: warum das Thema so gut funktioniert

Dinosaurier sind riesig, gefährlich und vollständig verschwunden. Das macht sie für Kinder zum idealen Gegenstand: Sie dürfen sich gruseln, ohne dass je einer vor der Tür steht. Dazu kommen die Namen. Kinder, die sonst über jedes lange Wort stolpern, sagen irgendwann fehlerfrei „Parasaurolophus“ und genießen es, dass die Erwachsenen dabei ins Stocken geraten.

Viele Eltern unterschätzen, wie viel Wissen dabei entsteht. Wer Dinosaurier sortiert, lernt Ordnen nach Merkmalen: Pflanzenfresser und Fleischfresser, zwei Beine oder vier, Hörner, Platten, Federn. Das ist frühe Biologie, auch wenn es sich nach Spielen anfühlt. Das Angebot reicht vom Bilderbuch über Dinosaurier bis zum Sachbuch für Kinder mit Zeitleiste und Skelettzeichnungen, und nicht jeder Titel ist sorgfältig gemacht.

Die Liste: Bilderbücher und Sachbücher nach Alter

Wieso? Weshalb? Warum? junior: Die Dinosaurier – Angela Weinhold

Band 25 der junior-Reihe bei Ravensburger richtet sich an Kinder ab zwei Jahren. Dicke Pappseiten, Klappen an fast jeder Stelle und kurze Sätze machen das Buch robust genug für Kinder, die noch mit den Händen lesen. Unter den Klappen schlüpft ein Dinobaby, und aus dem Meer taucht ein Plesiosaurus auf.

Gerade dieser Plesiosaurus ist ein schöner Anlass für eine spätere Frage, denn streng genommen war er kein Dinosaurier. Für Zweijährige spielt das noch keine Rolle.

Beim Verlag: Ravensburger

Mein liebstes Buch der Dinosaurier und anderer Lebewesen der Urzeit – Dean Lomax

Der britische Paläontologe Dean Lomax stellt in diesem Band bei DK bekannte Arten wie Tyrannosaurus rex und Archaeopteryx neben weniger bekannte Urzeittiere. Jedes bekommt ein kurzes Porträt, empfohlen ist das Buch ab drei Jahren.

Stark sind die Vergleiche, mit denen Größen greifbar werden. Ein Argentinosaurus wog so viel wie zwölf Elefanten – eine Zahl, die Kinder im Kindergarten stolz weitererzählen.

Beim Verlag: Dorling Kindersley

Der Sorgosaurus – Rachel Bright und Chris Chatterton

Aus der Reihe „Kleine Saurier“, auf Deutsch übersetzt von Pia Jüngert, ab drei Jahren. Ein kleiner Dinosaurier plant einen Ausflug und verheddert sich in Sorgen darüber, was alles schiefgehen könnte. Am Ende merkt er, wie viel ein Tag hergibt, wenn man trotzdem losgeht.

Hier sind die Dinosaurier Träger eines Gefühls, kein Wissensstoff. Für Kinder, die sich viele Gedanken machen, passt das Buch gut neben die Titel über Gefühle im Kinderbuch.

Beim Verlag: Magellan

Tyrannosaurus Klecks – Julia Donaldson und David Roberts

Ein Entenschnabelsaurier-Ei rollt in das Nest einer Tyrannosaurus-Familie. Das Junge, das daraus schlüpft, gibt sich redlich Mühe, ein ordentlicher Tyrannosaurus zu werden, will aber nur Wasserpflanzen fressen, zum Entsetzen seiner Eltern. Die Geschichte variiert das Hässliche Entlein, übersetzt hat sie Salah Naoura.

Donaldson reimt auch hier so, dass Vierjährige nach wenigen Abenden mitsprechen. Nebenbei lernen sie, dass es unter den Dinosauriern friedliche Pflanzenfresser und große Räuber gab.

Wieso? Weshalb? Warum? Band 12: Alles über Dinosaurier – Patricia Mennen

Der Band aus der Hauptreihe richtet sich an Kinder zwischen vier und sieben. Er reicht vom kleinen Compsognathus über den Tyrannosaurus rex bis zum Brachiosaurus und erklärt, wie Dinosaurier jagten, wie sie sich verteidigten und warum sie ausstarben.

Unter den Klappen lässt sich in ein Dinosaurier-Ei schauen und verfolgen, wie Paläontologen Fossilien freilegen. Für viele Kinder ist das die erste Begegnung mit der Idee, dass Wissen über Dinosaurier aus Funden stammt und nicht aus Filmen.

Beim Verlag: Ravensburger

Der kleine Drache Kokosnuss bei den Dinosauriern – Ingo Siegner

Band 20 der Reihe, ab sechs Jahren. Der Fressdrache Oskar bekommt ein Buch über Dinosaurier geschenkt und will unbedingt einen echten Tyrannosaurus sehen. Mit Kokosnuss und Matilda reist er in die Kreidezeit, und das Abenteuer verläuft etwas anders als geplant.

Die kurzen Kapitel eignen sich zum Vorlesen am Abend und später zum Selbstlesen – die Reihe steht deshalb auch im Kinderbuch-Finder. Wer danach mehr wissen will, findet mit „Alles klar! Der kleine Drache Kokosnuss erforscht die Dinosaurier“ vom selben Autor ein passendes Sachbuch mit den vertrauten Figuren.

Beim Verlag: cbj

Das magische Baumhaus: Im Tal der Dinosaurier – Mary Pope Osborne

Band 1 der weltweit erfolgreichen Reihe, auf Deutsch illustriert von Jutta Knipping und Sabine Rahn, empfohlen ab acht, zum Vorlesen schon früher. Die Geschwister Anne und Philipp finden im Wald ein Baumhaus voller Bücher. Als es sich plötzlich dreht, landen sie im Tal der Dinosaurier.

Die knapp hundert Seiten sind für Leseanfänger nach dem ersten Schuljahr gut zu schaffen. Viele Kinder lesen danach die nächsten Bände, obwohl darin keine Dinosaurier mehr vorkommen.

Beim Verlag: Loewe

WAS IST WAS Band 15: Dinosaurier. Im Reich der Riesenechsen – Manfred Baur

WAS IST WAS erscheint bei Tessloff, und der Dinosaurier-Band gehört zu den frühen Nummern der Reihe: Die erste Fassung stammte noch von Darlene Geis. Die aktuelle Fassung von Manfred Baur richtet sich an Kinder zwischen acht und zwölf und bietet längere Texte, eine Reise durch die Urzeit und viele Arten.

Für Kinder, die mit den Klappenbüchern durch sind, ist das der logische nächste Schritt. Wer ein ausführliches Sachbuch zu Dinosauriern für Kinder dieser Altersgruppe sucht, liegt hier richtig.

Was Kinder mit Dinosauriern lernen: Fossilien und Zeit

Die meisten guten Dinosaurierbücher erklären zwei Dinge, die weit über das Thema hinausreichen. Das erste sind Fossilien. Alles, was über Dinosaurier bekannt ist, stammt aus Resten im Gestein: versteinerte Knochen und Zähne, Fußspuren, Eier, manchmal Hautabdrücke. Ein Tier wurde nach dem Tod von Schlamm oder Sand bedeckt, über sehr lange Zeit wurden die Schichten zu Stein, und Mineralien ersetzten nach und nach das Material der Knochen. Paläontologen legen die Funde mit feinem Werkzeug frei und setzen sie zusammen.

Das zweite ist die Zeit. Dinosaurier lebten im Erdmittelalter, das in Trias, Jura und Kreide eingeteilt wird. Die großen Dinosaurier starben vor etwa 66 Millionen Jahren aus. Menschen gab es damals noch lange nicht. Eine Zahl wie 66 Millionen sagt Kindern wenig, eine Zeitleiste auf dem Flurboden, bei der jeder Schritt einen festen Zeitraum bedeutet, sagt viel mehr.

Ein Detail überrascht auch Erwachsene: Der Tyrannosaurus rex lebte zeitlich näher an den heutigen Menschen als am Stegosaurus, der schon im Jura verschwand. Und Vögel gelten heute als Nachfahren kleiner Raubdinosaurier. Wer das einem Sechsjährigen erzählt, während draußen eine Amsel über den Rasen hüpft, erlebt meist einen kurzen, ungläubigen Blick.

Wie viel Sachbuch, wie viel Geschichte?

Kinder brauchen beides. Das Sachbuch liefert Namen, Größen und Zusammenhänge, die Geschichte liefert Figuren, mit denen sich ein Kind die Welt der Urzeit ausmalt. Gut funktioniert der Wechsel: abends „Tyrannosaurus Klecks“ vorlesen, am nächsten Nachmittag im Sachbuch nachschauen, was ein Entenschnabelsaurier eigentlich gefressen hat.

Wer allgemein nach passenden Büchern für ein bestimmtes Alter sucht, findet in den Kinderbuch-Empfehlungen nach Alter mit dem Kinderbuch-Finder eine breitere Auswahl. Weitere Listen zu einzelnen Themen stehen in der Rubrik Kinderbücher.

Beim Kinderbuch Dinosaurier auf Aktualität achten

Die Forschung über Dinosaurier bewegt sich schneller als die meisten Sachgebiete für Kinder. Seit den Neunzigerjahren sind viele Arten mit Federn beschrieben worden, und ältere Bücher zeigen manche Tiere noch anders, als man sie heute rekonstruiert. Beim Kauf gebrauchter Sachbücher lohnt deshalb ein Blick ins Impressum, ob es sich um eine überarbeitete Auflage handelt. Bei Bilderbüchern mit Geschichte spielt das keine Rolle, dort darf ein Tyrannosaurus aussehen, wie es der Illustrator will.

Eine kleine Sache noch für den Alltag: Plastikdinosaurier aus der Spielzeugkiste passen hervorragend neben das Buch. Kinder legen sie auf die Seite, vergleichen und korrigieren dabei gelegentlich die Figur, weil das Horn am falschen Ende sitzt. Ob der Brachiosaurus im Sandkasten wirklich den Kopf so hoch tragen konnte, wie das Spielzeug behauptet, ist übrigens unter Fachleuten bis heute nicht ganz geklärt.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter interessieren sich Kinder für Dinosaurier?

Viele Kinder entdecken Dinosaurier zwischen zwei und vier Jahren, oft über ein Spielzeug, einen Museumsbesuch oder ein älteres Kind im Kindergarten. Für diesen Anfang eignen sich Pappbücher mit Klappen wie „Die Dinosaurier“ aus der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? junior. Ab etwa vier tragen Bilderbücher mit Handlung, ab sechs kurze Kapitelgeschichten. Die Begeisterung hält bei manchen Kindern Jahre, bei anderen nur einen Winter. Beides ist normal.

Welches Sachbuch über Dinosaurier passt für Grundschulkinder?

Für Kinder zwischen acht und zwölf ist WAS IST WAS Band 15 „Dinosaurier. Im Reich der Riesenechsen“ von Manfred Baur ein verlässlicher Einstieg mit Zeitleiste, Fundgeschichten und vielen Arten. Jüngere Grundschulkinder, die noch nicht lange Textblöcke lesen, kommen mit „Alles über Dinosaurier“ aus der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? besser zurecht, weil dort Klappen und kurze Texte die Informationen verteilen.

Haben Menschen und Dinosaurier gleichzeitig gelebt?

Nein. Die großen Dinosaurier starben vor etwa 66 Millionen Jahren aus, die ersten Menschen der Gattung Homo lebten erst vor wenigen Millionen Jahren. Dazwischen liegt eine gewaltige Zeitspanne. Bilderbücher, in denen Kinder mit Dinosauriern spielen, sind also Fantasie, was Kinder ab dem Vorschulalter meist gut auseinanderhalten können. Ein guter Moment für die Erklärung ist die Frage, warum im Museum nur Knochen stehen.

Sind Flugsaurier und Plesiosaurier auch Dinosaurier?

Streng genommen nicht. Flugsaurier wie der Pteranodon und Meeresreptilien wie der Plesiosaurus lebten zur selben Zeit, gehören aber zu anderen Gruppen. Viele Kinderbücher zeigen sie trotzdem auf denselben Seiten, weil sie zur Welt der Dinosaurier gehören. Kinder, die es genau wissen wollen, freuen sich meist über diesen Unterschied und erklären ihn dann gern den Erwachsenen.

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