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Bilderbuch Kindergarten: acht Bücher für Eingewöhnung und Abschied

Im Stuhlkreis wird ein Morgenlied gesungen. Danach malt Max eine große Ritterburg, spielt drinnen und draußen, isst Nudeln mit Tomatensoße und ruht sich in der Kuschelecke aus, bis seine Mama ihn abholt. Das ist, ziemlich vollständig, die Handlung von „Max geht in den Kindergarten“ von Christian Tielmann und Sabine Kraushaar. Mehr braucht ein Bilderbuch Kindergarten betreffend oft gar nicht. Ein Kind, das vor dem ersten Tag weiß, dass es mittags etwas zu essen gibt und die Mama wiederkommt, geht anders durch die Tür.

Die Eingewöhnung ist für Kinder und Eltern gleichermaßen ein Einschnitt. In vielen Kitas läuft sie nach einem festen Modell ab, bekannt sind vor allem das Berliner und das Münchener Modell: erst gemeinsam mit einer Begleitperson, dann mit kurzen und allmählich längeren Trennungen. Bücher können diese Wochen nicht abkürzen, aber sie können den Ablauf vorher durchspielen – auf dem Sofa, wo nichts passieren kann.

Bilderbuch Kindergarten: was es vor dem Start leisten kann

Ein gutes Buch für diesen Übergang tut drei Dinge. Es zeigt den Tagesablauf, damit das Fremde Konturen bekommt: Garderobe, Morgenkreis, Frühstück, Spielen, Mittagessen, Abholen. Es nimmt den Abschied am Morgen ernst, statt ihn wegzulassen. Und es lässt Gefühle zu, auch die weniger schönen. Wer ein Bilderbuch Kindergarten-Neulingen vorliest, merkt schnell, an welcher Seite das eigene Kind hängen bleibt.

Beim Blättern im Laden lohnt ein genauer Blick auf die Abschiedsszene. Manche Bücher lassen das Kind schon am ersten Tag allein in der Gruppe zurück, was mit der Realität einer gestuften Eingewöhnung wenig zu tun hat. Andere zeigen, wie ein Elternteil zunächst dabeibleibt. Im Regal stehen beide Sorten nebeneinander, vom Bilderbuch über den Kita-Alltag bis zum Kinderbuch über die Eingewöhnung, und die Klappentexte verraten selten, welche Variante drinsteckt.

Acht Bücher für die ersten Wochen

Wieso? Weshalb? Warum? junior: Mein Kindergarten – Doris Rübel

Band 24 der junior-Reihe bei Ravensburger, für Kinder von zwei bis vier Jahren. Das Sachbuch zeigt Spielen, Malen, Basteln und Toben, erklärt den Tagesablauf mit Morgenkreis und Ausflügen und schaut auch in einen Waldkindergarten. Durch das Jahr führen Feste wie Geburtstage und der Laternenumzug.

Wertvoll ist eine kleine Szene: Ein Kind weint beim Abschied am Morgen, und das Buch kommt später auf dieses Gefühl zurück. Genau das fehlt vielen Büchern, die den Kindergarten als reines Vergnügen darstellen.

Beim Verlag: Ravensburger

Frag doch mal … die Maus: Der Kindergarten – Petra Klose

Illustriert von Denitza Gruber, eine stabile Mitmachpappe mit Klappen für Kinder von zwei bis vier. Die Maus aus der bekannten Sendung erklärt, wie ein Kindergarten aussieht und was dort passiert: spielen, basteln, herumrennen, singen und vorlesen.

Die Klappen laden zum Suchen ein, und die Doppelseiten eignen sich gut, um vorher die eigene Kita zu besprechen. Wo hängt die Jacke? Wo wird gegessen?

Beim Verlag: Carlsen

Conni kommt in den Kindergarten – Liane Schneider

Illustriert von Eva Wenzel-Bürger, erschienen in der Lesemaus-Reihe bei Carlsen, ab drei Jahren. Conni wird drei und darf endlich in den Kindergarten. Das Buch begleitet sie bei den Vorbereitungen und beschreibt liebevoll, wie es dort aussieht und was dort passiert.

Conni ist für viele Kinder eine vertraute Figur, und das hilft. Wer Conni schon vom Seepferdchen-Abzeichen im Schwimmbad kennt, folgt ihr auch bereitwillig in die Gruppe.

Beim Verlag: Carlsen

Max geht in den Kindergarten – Christian Tielmann und Sabine Kraushaar

Ebenfalls aus der Lesemaus-Reihe, heute auch als gebundenes Max-Bilderbuch erhältlich. Der Tagesablauf ist so konkret, dass Kinder ihn beinahe auswendig nachspielen können: Morgenlied, Ritterburg, Nudeln mit Tomatensoße, Kuschelecke, Abholen.

Für manche Kinder ist gerade die Kuschelecke das wichtigste Bild. Sie zeigt, dass es im Kindergarten einen Ort gibt, an dem man sich zurückziehen darf.

Beim Verlag: Carlsen

Flim Pinguin im Kindergarten – Sandra Schindler

Illustriert von Sandra Seiffart, erschienen 2017. Der kleine Pinguin Flim kommt am Südpol in den Kindergarten und muss lernen, sich von seiner Mutter zu verabschieden. Sie lässt ihm eine Kugel aus Liebe da, die ihn durch den Tag trägt.

Die Geschichte ist gereimt und spielt mit einer Vielfalt an Gefühlen. Dazu gehört ein Brief an die Eltern, der erklärt, warum manche Eingewöhnungen länger dauern als andere.

Trennungsherz – Jonas Kozi

Illustriert von Joëlle Tourlonias, für Kinder ab drei. Der Autor war Kita-Leiter, und das merkt man. Das Buch dreht sich um ein einziges Ritual: Kind und Begleitperson teilen beim Abschied einen kurzen Moment, etwa ein gemaltes Herz auf der Hand, das den Tag über verbindet.

Die Geschichte ist bewusst geschlechtsneutral erzählt, damit sich jedes Kind darin wiederfindet. Die ruhigen, weichen Bilder passen zu einem Buch, das eher beruhigen als unterhalten will.

Beim Verlag: Jupitermond

Das kleine WIR im Kindergarten – Daniela Kunkel

Im Kindergarten Hummelbummel wird gespielt, gematscht und gelesen, und über allem schwebt das kleine WIR, ein Wesen, das wächst, wo Menschen sich mögen. Dann kommt Carl neu in die Gruppe, und für ihn ist es zunächst gar nicht leicht, dazuzugehören.

Das Buch richtet den Blick weniger auf den Abschied von den Eltern als auf das Ankommen bei den anderen Kindern. Das ist die zweite Hälfte der Eingewöhnung, und sie wird oft vergessen.

Beim Verlag: Carlsen

Der kleine Rabe Socke: Kindergarten-Geschichten – Nele Moost und Annet Rudolph

Acht kurze Vorlesegeschichten für Kinder ab drei, mit Fragen nach jeder Geschichte und zwei Spielen. In „Alles (fast) alleine!“ geht es um Socke und seinen Eddi-Bär, in anderen um Teilen, Helfen, Verlaufen und Drachensteigen.

Das ist kein Eingewöhnungsbuch im engeren Sinn, sondern Lesestoff für die Zeit danach. Kinder, die schon ein paar Wochen in die Kita gehen, erkennen ihren Alltag darin wieder und lachen über einen Raben, der sich genauso schlecht an Regeln hält wie sie.

Beim Verlag: Esslinger

Vom Klappenbuch zur Geschichte: was in welchem Alter trägt

Die Liste reicht vom Pappbuch für Zweijährige bis zu Vorlesegeschichten für Dreijährige, und der Unterschied ist nicht nur eine Frage der Seitenzahl. Kinder, die mit zwei in die Kita kommen, brauchen vor allem Wiedererkennen. Sie wollen sehen, dass es dort Jacken an Haken gibt, Teller auf einem Tisch und Kinder, die schlafen. Das leisten die Sachbücher mit Klappen, „Mein Kindergarten“ aus der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? junior und das Buch mit der Maus.

Ab drei beginnt die Identifikation mit einer Figur. Conni und Max haben Namen, Gesichter und einen Tag, den man nachspielen kann. Flim und die Figur aus „Trennungsherz“ bringen dazu ein Ritual mit, das sich übernehmen lässt. Und wer schon eine Weile dabei ist, hat Freude an Geschichten wie denen vom kleinen Raben Socke, in denen die Kita nicht mehr das Thema ist, sondern nur der Ort, an dem etwas passiert.

Eine Abschweifung, die in der Praxis oft hilft: Viele Kinder wollen nach dem Vorlesen die eigene Kita „nachbauen“, mit Kuscheltieren als Gruppe und einem Stuhl als Garderobe. Solche Spiele sind keine Nebensache. Sie sind die Probe für den Morgen, an dem das Kind selbst an der Tür steht, und manchmal übernimmt dabei der Teddy die Rolle, die das Kind am meisten fürchtet – er muss sich verabschieden.

Wenn der Abschied schwerfällt

Kein Buch nimmt einem Kind den Trennungsschmerz ab. Es kann aber helfen, ihn zu benennen. Kinder, die in einer Geschichte einen Pinguin oder einen Jungen weinen sehen, der danach trotzdem einen guten Tag hat, erleben ihr eigenes Weinen weniger als Katastrophe. Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet eine Auswahl über Gefühle im Kinderbuch, von Angst bis Freude.

Oft fällt der Kita-Start zudem in eine Zeit, in der sich auch zu Hause etwas verändert, etwa weil ein Geschwisterchen unterwegs ist. Dann kommen zwei Umbrüche zusammen, und ein zweites Buch über das neue Baby und die Eifersucht kann sinnvoll sein. Einen breiteren Überblick nach Altersstufen bieten die Kinderbuch-Empfehlungen mit dem Kinderbuch-Finder.

Ein Bilderbuch Kindergarten zum Mitnehmen?

Manche Kitas erlauben ein Kuscheltier aus dem eigenen Zuhause, andere auch ein kleines Buch. Wenn das gewohnte Bilderbuch mit in die Kita darf, liegt dort ein Stück Zuhause in der Garderobe. Ob das erlaubt ist, entscheidet jede Einrichtung selbst, und eine kurze Frage beim Aufnahmegespräch klärt es.

Ein praktischer Rat noch für die letzten Tage vor dem Start: Das Buch nicht mit Erwartungen überfrachten. Wenn ein Kind nach dem dritten Vorlesen lieber wieder den Grüffelo hören will, ist das kein Zeichen von Angst, sondern von Geschmack. Und die Frage, ob Flims Kugel aus Liebe auch in eine Jackentasche passt, beantworten Kinder erfahrungsgemäß schneller als Erwachsene.

Häufige Fragen

Wann sollte man mit einem Bilderbuch auf den Kindergarten vorbereiten?

Etwa zwei bis vier Wochen vor dem ersten Tag ist für die meisten Kinder ein guter Zeitraum. Früher verliert sich die Spannung, weil ein halbes Jahr für Zwei- und Dreijährige kaum zu überblicken ist. Hilfreich ist es, das Buch nicht nur einmal vorzulesen, sondern immer wieder, damit die Abläufe vertraut werden. Nach dem Start lohnt es sich, dasselbe Buch weiterzulesen und mit den eigenen Erlebnissen zu vergleichen.

Welches Buch hilft beim Abschied am Morgen?

Bücher mit einem konkreten Abschiedsritual eignen sich besonders. In „Trennungsherz“ von Jonas Kozi malen Kind und Begleitperson sich ein Herz auf die Hand, das beim Abschied verbindet. In „Flim Pinguin im Kindergarten“ lässt die Mutter dem kleinen Pinguin eine Kugel aus Liebe da. Solche Rituale lassen sich direkt in den eigenen Alltag übernehmen, was vielen Kindern mehr Halt gibt als jede Erklärung.

Was tun, wenn das Kind trotz Vorbereitung weint?

Tränen beim Abschied sind in der Eingewöhnung normal und kein Zeichen dafür, dass etwas schiefläuft. Entscheidend ist, wie schnell sich das Kind danach von den Erzieherinnen und Erziehern trösten lässt. Ein kurzer, klarer Abschied hilft meist mehr als ein langes Hin und Her an der Tür. Bei anhaltenden Schwierigkeiten ist das Gespräch mit der Kita der richtige Weg, weil die Fachkräfte das Kind im Alltag erleben.

Sind Sachbücher oder Geschichten besser für den Kita-Start?

Beides hat seinen Platz. Sachbücher mit Klappen wie „Mein Kindergarten“ aus der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? junior zeigen den Tagesablauf und machen die Räume vertraut. Geschichten wie „Max geht in den Kindergarten“ oder „Conni kommt in den Kindergarten“ erzählen, wie sich der Tag für ein Kind anfühlt. Für Zweijährige passen eher die Sachbücher, ab drei tragen Geschichten mit einer festen Figur.

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