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Ausflug Bergisches Land mit Kindern: Burg, Brücke, Tierpark und mehr
Die Seilbahn in Burg an der Wupper überwindet auf ihrer kurzen Strecke vom Tal hinauf zum Schloss gut 90 Höhenmeter. Für Kinder ist das die Hauptattraktion des Tages, noch bevor sie den ersten Ritterhelm gesehen haben. Für Eltern ist diese Zahl eher eine Warnung: Das Bergische Land ist ein Land der steilen Hänge, und wer einen Ausflug im Bergischen Land mit Kindern plant, sollte die Topografie genauso ernst nehmen wie das Picknick.
Stand: September 2026
Die folgenden Ziele liegen alle in oder nahe bei Solingen. Preise und Öffnungszeiten stehen bewusst nicht hier, denn sie ändern sich, manche Angebote laufen nur in der Saison, und einzelne Anlagen schließen wegen Bauarbeiten. Prüfen Sie deshalb vor jedem Ausflug die aktuelle Seite des jeweiligen Betreibers.
Schloss Burg und die Seilbahn: Ritter mit Aussicht
Schloss Burg thront über der Wupper im Solinger Stadtteil Burg. Nach einer langen Sanierung ist die Anlage seit September 2025 wieder geöffnet. Im Bergfried gibt es laut Schloss Burg eine neue Ausstellung, außerdem führt ein neuer Rundweg über Schildmauer und Wehrgang. Für Kinder bietet das Museum mehrere Formate an: eine „Kinderspur“ mit Fragen zur Dauerausstellung für Kita- und Grundschulkinder, klassische Burgrallyes für ältere Kinder und eine eigene Rallye für Vier- bis Fünfjährige. Dazu kommen Familienführungen und eine Schatzsuche, die auf der Seite von Schloss Burg unter „Kinder & Familie“ beschrieben sind.
Die Seilbahn Burg verbindet Unterburg mit Oberburg und fährt seit 1952. Die Bergstation liegt unterirdisch in der Nähe des Schlosses. Eine Einschränkung steht klar auf der Seite des Betreibers: Kinderwagen und Buggys werden nicht befördert. Wer mit dem ganz kleinen Nachwuchs kommt, nimmt für diesen Tag besser die Trage mit.
Unterburg selbst ist ein guter Ort für eine Pause. Der Ortskern liegt direkt an der Wupper, und von dort aus lässt sich das Schloss von unten betrachten, bevor es hinaufgeht.
Brückenpark Müngsten: eine Fähre mit Muskelkraft
Unter der Müngstener Brücke, der höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands, liegt der Brückenpark Müngsten an der Wupper, dort, wo Solingen, Remscheid und Wuppertal aneinanderstoßen. Die Wiesen mit schattigen Baumgruppen eignen sich zum Picknicken und Spielen, und am Parkeingang liegt Haus Müngsten mit Café, Bistro und Restaurant.
Kinder zieht es aber zur Schwebefähre. Die Plattform hängt knapp über dem Wasser, und die Passagiere bewegen sie selbst über den Fluss, ähnlich wie eine Draisine auf Schienen. Bis zu zehn Personen passen auf die Plattform. Die Fähre fährt nicht ganzjährig; wann sie in Betrieb ist, steht auf den Seiten des Brückenparks.
Oben über das Tal rollt übrigens die S7, die Linie heißt sogar „Der Müngstener“. Wer vom Park aus zusieht, wie ein Zug in über hundert Metern Höhe über die Stahlbögen fährt, versteht schnell, warum die Brücke ein Wahrzeichen der Region ist. Für die Brücke läuft eine Bewerbung um den Titel als Welterbe.
Ausflugsziele Bergisches Land für kleine Tierfreunde
Einer der ruhigeren Ausflüge führt an den Rand der Ohligser Heide. Dort liegt der Solinger Vogel- und Tierpark, der laut eigener Seite rund 300 Tiere aus etwa 80 Arten zeigt. Den größten Teil machen Vögel aus, und für Kinder gibt es einen Spielplatz mit Streichelzoo. Hunde sind dort ausdrücklich willkommen, was bei Tierparks keine Selbstverständlichkeit ist.
Der Tierpark lässt sich gut mit einem Spaziergang in der Heide verbinden. Der Klingenpfad durch die Ohligser Heide führt auf seiner ersten Etappe über die breiten Wege der Heide. Für Kinder im Laufalter ist ein Teilstück davon genug.
Größer ist der Grüne Zoo Wuppertal, der von Solingen aus schnell erreichbar ist. Er liegt am Hang, die Wege gehen bergauf und bergab, und die Anreise mit der Schwebebahn zur Station Zoo/Stadion gehört für viele Kinder schon zum Programm. Was der Zoo bei schlechtem Wetter unter Dach zu bieten hat, steht in einem eigenen Beitrag über Ausflugsziele bei Regen rund um Solingen.
Bergisches Land: Kinderwagen-Routen auf alten Bahntrassen
Wo ein Tal auf das nächste folgt, sind flache Wege selten. Die Ausnahme sind die ehemaligen Bahnstrecken. Züge vertragen keine steilen Rampen, und so haben die heutigen Rad- und Fußwege auf den alten Trassen ein sanftes, gleichmäßiges Gefälle.
Die Korkenziehertrasse in Solingen ist das bekannteste Beispiel. Die Bahnlinie, der sie folgt, wand sich in großen Kurven durch die Stadt, daher der Name. Seit 2006 ist die Strecke ein Rad- und Fußweg. Laut dem regionalen Tourismusportal der Bergischen Drei ist sie rund elf Kilometer lang, führt vom Südpark in der Stadtmitte über Wald und Gräfrath bis an den Stadtrand bei Haan, hat höchstens vier Prozent Steigung und ist nahezu durchgehend asphaltiert. Das Portal weist sie ausdrücklich als geeignet für Kinderwagen aus, auch Inlineskater sind dort unterwegs. Brücken und Tunnel führen über die großen Straßen hinweg, und viele Zugänge machen es leicht, nur ein Stück zu gehen.
Für Familien, die mit dem Rad oder mit größeren Kindern unterwegs sind, ist die Balkantrasse eine längere Alternative. Sie verläuft auf der alten Bahnstrecke zwischen Leverkusen-Opladen und Remscheid-Lennep, der Förderverein nennt eine Länge von 28 Kilometern. Das regionale Tourismusportal beschreibt die Strecke als meist asphaltiert und ohne große Steigungen. Eine ausdrückliche Angabe zur Eignung für Kinderwagen findet sich dort nicht; für kurze Abschnitte zwischen zwei Bahnhöfen spricht aber wenig dagegen, es auszuprobieren.
Eine Bahntrasse ist kein Spielplatz. Auf beiden Wegen sind Radfahrer schnell unterwegs, und die Hinweise zu den Trassen bitten um Rücksicht auf Kinder und ältere Menschen und darum, Hunde an der Leine zu führen.
Ausflug mit Kindern: Bergisches Land zwischen Hang und Talsperre
Abseits der Trassen wird es steil. Das gilt schon für die Wege rund um Schloss Burg, erst recht für die Täler dazwischen. An der Sengbachtalsperre, dem Trinkwasserspeicher der Stadtwerke Solingen, beginnt die große Runde am Wanderparkplatz in Glüder. Sie ist laut Stadtwerken gut zwölf Kilometer lang und verläuft über Schotter- und Waldwege. Für Grundschulkinder ist das eine echte Wanderung, für den Kinderwagen ist sie nicht gedacht.
Ähnlich im Ittertal zwischen Solingen und Haan. Der Bach schlängelt sich durch Wiesen und Wald, es gibt alte Mühlen und Kotten, und der Weg vom Engelsberger Hof zur Heidberger Mühle ist in einem Beitrag über die zweite und dritte Etappe des Klingenpfads genauer beschrieben. Mit kleinen Kindern empfiehlt sich eine kurze Strecke, bei der am Ende eine Einkehr wartet.
Ein praktischer Hinweis zu den Hängen: Viele Spaziergänge beginnen im Tal und enden oben. Der Rückweg ist dann oft der leichtere Teil. Wer umgekehrt oben parkt, hat den Aufstieg am Ende des Tages vor sich, mit müden Kindern.
Anreise, Proviant und die Frage nach dem Timing
Solingen hat mehrere Bahnhöfe. Solingen Hauptbahnhof in Ohligs erreichen S1 und Regionalexpress, die S7 fährt über Solingen Mitte und Solingen-Schaberg nach Remscheid und Wuppertal. Zu vielen Zielen im Tal, etwa nach Burg oder Glüder, geht es von dort mit dem Bus weiter. Die Fahrplanauskunft kennt am Reisetag die aktuellen Verbindungen und Baustellen besser als jeder Artikel.
Für den Ausflug ins Bergische Land mit Kindern gilt, was für Reisen mit Kindern allgemein gilt: lieber ein Ziel weniger und mehr Zeit für Pausen. Einige Ideen für Snacks, Überraschungstaschen und Wartezeiten stehen in den Tipps für stressfreies Reisen mit Kind, und sie funktionieren auch für einen Tag im Bergischen Land.
Ein Wort zur Jahreszeit. Die Schwebefähre in Müngsten ruht im Winter, die Seilbahn Burg fährt in der kalten Jahreszeit laut Betreiber nach einem eingeschränkten Plan, und im Herbst werden die Waldwege nach Regen schnell rutschig. Der Spätsommer ist deshalb die bequemste Zeit für die Tour.
Ausflug Bergisches Land mit Kindern: klein anfangen in Burg
Wer das Bergische Land mit Kindern zum ersten Mal erkundet, kann mit einem halben Tag in Burg beginnen: Seilbahn hinauf, Schloss und Wehrgang, zu Fuß wieder hinunter an die Wupper. Die Kinderspur im Museum ist für Kinder im Kita- und Grundschulalter gedacht und gibt dem Besuch ein Ziel, auch wenn nach der dritten Frage die Aufmerksamkeit nachlässt.
Offen bleibt danach nur eine Frage, über die auf dem Heimweg gern gestritten wird: War die Seilbahn das Schönste, oder doch der neue Weg über den Wehrgang? Die Antwort der Kinder fällt selten so aus, wie die Erwachsenen es erwartet hätten.
Häufige Fragen
Wie kommt man mit Bus und Bahn zu den Ausflugszielen rund um Solingen?
Solingen Hauptbahnhof liegt in Ohligs und wird von der S1 aus Düsseldorf und dem Ruhrgebiet angefahren. Die S7, „Der Müngstener“, verbindet Solingen Hbf über Solingen Mitte und Solingen-Schaberg mit Remscheid und Wuppertal Hbf. Für Burg an der Wupper, Glüder oder den Brückenpark braucht es je nach Startpunkt zusätzlich einen Bus. Die aktuelle Verbindung zeigt die Fahrplanauskunft des Verkehrsverbunds am Reisetag am zuverlässigsten.
Kann man mit dem Kinderwagen in die Seilbahn an Schloss Burg?
Nein. Laut Betreiber der Seilbahn Burg werden Kinderwagen und Buggys nicht befördert. Wer mit Kinderwagen unterwegs ist, muss den Höhenunterschied zwischen Unterburg und Oberburg also anders bewältigen, etwa über den Fußweg oder mit dem Auto nach Oberburg. Eine Trage oder ein Tragetuch ist für diesen Ausflug die entspanntere Lösung, zumal auch auf dem Burggelände Treppen und Kopfsteinpflaster warten.
Welcher Weg im Bergischen Land ist wirklich flach genug für den Kinderwagen?
Am ehesten die ehemaligen Bahntrassen. Die Korkenziehertrasse in Solingen hat laut regionalem Tourismusportal höchstens vier Prozent Steigung, ist nahezu durchgehend asphaltiert und als kinderwagengeeignet ausgewiesen. Auch die Balkantrasse zwischen Leverkusen-Opladen und Remscheid-Lennep gilt als Strecke ohne große Steigungen. Wanderwege an der Wupper, im Ittertal oder an der Sengbachtalsperre sind dagegen oft schmal, steil oder geschottert.
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