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Klingenpfad Solingen: Wandern rund um die Klingenstadt, erste Etappe
Das Ortseingangsschild von Ohligs trägt seit einigen Jahren einen Zusatz, der früher nur im Volksmund existierte: Klingenstadt. Seit März 2012 darf Solingen diesen Beinamen offiziell im Ortsnamen führen, und der Stadtname selbst ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung für Qualitätsschneidwaren. Wer an Solingen denkt, denkt an Messer und Scheren. Weniger bekannt ist, wie grün die Stadt ist.
Solingen, eine Stadt aus Tälern
Solingen liegt im Bergischen Land und grenzt an das Rheinland zwischen Köln und Düsseldorf. Im Süden und Osten bildet die Wupper die natürliche Grenze zu den Nachbarstädten, und dazwischen ist das Stadtgebiet von zahlreichen kleinen, bewaldeten Bachtälern durchzogen, dem Ittertal, dem Lochbachtal oder dem Viehbachtal zum Beispiel. An diesen Bächen entstanden einst zahlreiche wasserradbetriebene Schleifkotten, in denen die Klingen geschliffen wurden, für die die Stadt berühmt ist.
Für Wanderer ist diese Landschaft ein Glücksfall. Ein Wegenetz von rund 400 Kilometern erstreckt sich über das Stadtgebiet, das selbst knapp 90 Quadratkilometer misst. Man ist nie weit von einem Waldweg entfernt, und selbst in dicht bebauten Stadtteilen beginnt die nächste Grünfläche oft hinter der übernächsten Straße.
Der Klingenpfad: rund 70 Kilometer um die Stadt
Der bekannteste Wanderweg Solingens ist der Klingenpfad, der auch über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen hat. Angelegt in den 1930er-Jahren, führt er auf rund 70 Kilometern einmal um das Solinger Stadtgebiet herum: vorbei an alten Kotten und Hofschaften, durch die Ohligser Heide, durch die Bachtäler und an der Wupper entlang bis zum höchsten Punkt der Stadt, der mit 276 Metern über Normalnull im Stadtteil Gräfrath liegt.
Der Weg ist durchgängig mit einem „S“ markiert, gut und übersichtlich. Auf vielen Abschnitten braucht man deshalb keine Karte. Für die Planung längerer Etappen und der Rückwege lohnt sich trotzdem das Kartenmaterial der Stadt Solingen, das sich kostenlos herunterladen lässt.
Kaum jemand geht die rund 70 Kilometer mit gut 1.600 Höhenmetern an einem Stück. Üblich ist es, den Klingenpfad in Etappen aufzuteilen und die Stadt so nach und nach zu umrunden, am Wochenende oder an langen Sommerabenden. Viele Solinger kennen einzelne Stücke seit ihrer Kindheit, ohne den Weg je vollständig gegangen zu sein. Genau das macht den Reiz einer Etappenwanderung aus: Man entdeckt die eigene Stadt von ihren Rändern her.
Kotten und Hofschaften am Weg
Zwei Begriffe begegnen Wanderern auf dem Klingenpfad immer wieder. Ein Kotten ist eine kleine Werkstatt am Bach, in der früher Klingen geschliffen wurden; ein Wasserrad trieb die großen Schleifsteine an, und die Schleifer saßen oft stundenlang bäuchlings auf Brettern über dem Stein. Einige dieser Kotten sind bis heute erhalten und lassen sich von außen besichtigen.
Eine Hofschaft wiederum ist eine kleine Siedlung aus wenigen Höfen, typisch für das Bergische Land. Viele zeigen den sogenannten Bergischen Dreiklang: schwarzer Schiefer an den Wänden, weißes Fachwerk und grüne Fensterläden. Wer auf diese Farben achtet, erkennt die alten Hofschaften schon von Weitem, auch wenn sie längst von Neubaugebieten umgeben sind.
Erste Etappe: von Ohligs zum Engelsberger Hof
Ein guter Einstieg liegt im Westen der Stadt, in Ohligs, unweit des Solinger Hauptbahnhofs. Hinter der Wohnsiedlung Buchweizenberg, unterhalb der katholischen Kirche St. Joseph, trifft man auf den Klingenpfad. Von hier aus verläuft eine knapp fünf Kilometer lange Etappe auf meist breiten Feld- und Waldwegen durch den Hackhauser Wald, über die Bonner Straße hinweg in die Krüdersheide und weiter zum Engelsberger Hof in der Ohligser Heide.
In gemütlichem Tempo dauert die Strecke etwa 75 Minuten. Sie ist weitgehend flach, abwechslungsreich und auch mit Kindern gut zu schaffen. Die breiten Wege der Ohligser Heide eignen sich zudem für Radtouren, und weil das Wegenetz dort stark verzweigt ist, sind sie selten überlaufen. Am Engelsberger Hof, nahe einem großen Spielplatz, lud 2015 das Ausflugslokal Schlesische Schänke zur Rast ein.
Wer nicht zurück zum Ausgangspunkt laufen möchte, verlässt den Klingenpfad hier. Der Rückweg nach Ohligs ist etwa drei Kilometer lang, sodass die gesamte Runde gut acht Kilometer misst.
Die zweite Etappe: ins Ittertal
Die folgende Etappe führt vom Engelsberger Hof in rund acht Kilometern zur Heidberger Mühle im Ittertal. Damit wechselt die Landschaft deutlich: Auf die offene Heide folgen bewaldete Hänge und das Bachtal der Itter, einer der typischen Landschaften des Bergischen Landes. Wer beide Etappen an einem Tag gehen möchte, sollte etwas mehr Zeit und festes Schuhwerk einplanen.
Tipps für die Umrundung
Wer den Klingenpfad vollständig gehen möchte, plant am besten Etappen zwischen fünf und fünfzehn Kilometern, je nach Kondition und Begleitung. Hilfreich ist es, Start- und Zielpunkte so zu legen, dass Bus oder Bahn den Rückweg übernehmen. Nicht an jedem Abschnitt gibt es eine Einkehrmöglichkeit, Wasser und ein kleiner Proviant gehören daher in den Rucksack. Nach Regentagen können die Wege in den Bachtälern rutschig sein.
Wer die Etappen in sozialen Netzwerken teilen möchte, findet unter dem Hashtag #Klingenpfad Bilder und kurze Berichte anderer Wanderer, mitunter auch Einladungen zu gemeinsamen Touren.
Wer die ganze Runde schafft, hat übrigens auch den höchsten Punkt der Stadt überschritten: 276 Meter über Normalnull in Gräfrath, für das Bergische Land eine bescheidene Höhe, für eine Großstadt eine durchaus beachtliche.
Häufige Fragen
Wie lang ist der Klingenpfad in Solingen?
Der Klingenpfad ist rund 70 Kilometer lang und führt einmal um das gesamte Solinger Stadtgebiet. Angelegt wurde er in den 1930er-Jahren. Unterwegs passiert er alte Schleifkotten und Hofschaften, die Ohligser Heide, die Bachtäler und die Hänge der Wupper sowie den höchsten Punkt der Stadt in Gräfrath mit 276 Metern über Normalnull. Sinnvoll ist es, die Strecke in mehrere Tagesetappen zwischen etwa fünf und fünfzehn Kilometern aufzuteilen.
Wie ist der Klingenpfad markiert?
Der Klingenpfad ist durchgehend mit einem „S“ gekennzeichnet und gilt als gut und übersichtlich ausgeschildert. Auf vielen Abschnitten kommt man deshalb ohne Karte aus. Für die Planung längerer Etappen, für Rückwege und Anschlussmöglichkeiten an Bus und Bahn lohnt sich trotzdem ein Blick auf das Kartenmaterial, das die Stadt Solingen auf ihrer Website zum Herunterladen anbietet.
Wo kann man in Solingen noch wandern?
Neben dem Klingenpfad durchzieht ein Wegenetz von rund 400 Kilometern das etwa 90 Quadratkilometer große Stadtgebiet. Beliebt sind die bewaldeten Bachtäler wie das Ittertal, das Lochbachtal und das Viehbachtal, die Ohligser Heide mit ihren breiten Wegen sowie die Hänge an der Wupper, die im Süden und Osten die Grenze zu den Nachbarstädten bildet. Viele Wege eignen sich auch für Fahrradtouren.
Ist der Klingenpfad für Kinder geeignet?
Viele Abschnitte des Klingenpfads eignen sich gut für Familien, vor allem kurze Etappen auf breiten Feld- und Waldwegen wie in der Ohligser Heide. Die erste Etappe von Ohligs zum Engelsberger Hof ist knapp fünf Kilometer lang und in gut einer Stunde zu schaffen. In der Nähe liegt ein großer Spielplatz, was die Strecke für Kinder zusätzlich attraktiv macht. Steilere Passagen gibt es vor allem an den Hängen der Bachtäler und der Wupper.
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