Zum Inhalt springen
Lesen·Leben·Lachen

Startseite / Solingen & Ausflüge

Ohligser Heide wandern: auf dem Klingenpfad bis nach Gräfrath

Am Wanderparkplatz in der Ohligser Heide riecht es an einem trockenen Morgen im Mai nach Kiefern und warmem Sand. Wenige hundert Meter weiter liegt der Engelsberger Hof, und genau dort beginnt eine der angenehmsten Etappen des Solinger Klingenpfads, des Wanderwegs, der die Klingenstadt auf ganzer Länge umrundet.

Der Klingenpfad in Etappen

Der Klingenpfad ist in der Freizeitkarte der Stadt Solingen in nummerierte Abschnitte gegliedert. Das macht ihn ideal für Wandernde, die nicht an einem Stück laufen wollen, sondern den Rundweg nach und nach erkunden. Die Etappen sind unterschiedlich lang und abwechslungsreich: Heide, Bachtäler, Hofschaften, Waldhänge und historische Ortskerne wechseln sich ab. Wer ein langes Wochenende wie Pfingsten nutzt, kann gleich mehrere Teilstücke hintereinander gehen.

Die beiden hier beschriebenen Abschnitte führen von der Ohligser Heide ins Ittertal und von dort nach Gräfrath und lassen sich einzeln oder zusammen wandern.

Etappe vom Engelsberger Hof zur Heidberger Mühle

In der Freizeitkarte ist dieser Abschnitt als Etappe 8 verzeichnet. Er ist etwa acht Kilometer lang, und mit gemütlichem Tempo braucht man knapp zwei Stunden.

Vom Wanderparkplatz in der Ohligser Heide führt der gut ausgeschilderte Weg zunächst ein Stück durch die Heidelandschaft, vorbei am Freibad. Wer in der Ohligser Heide wandern möchte, ohne gleich eine ganze Etappe zu gehen, findet hier auch kürzere Runden durch Wald und offene Flächen. Am Hermann-Löns-Weg verlässt der Klingenpfad das Waldgebiet.

Danach folgt ein weniger spektakulärer, aber ruhiger Teil. Eine Weile geht es über wenig befahrene Straßen durch das Ohligser Unterland, bis am Ende der Lübecker Straße das Lochbachtal erreicht ist. Der Weg überquert das Tal nur, führt durch die Hofschaften Maubes und Wilzhaus und erreicht kurz hinter dem Caspersbroicher Schloss das Ittertal.

Hier wird die Landschaft wieder intimer. Die Itter bildet an dieser Stelle die Stadtgrenze zur Nachbarstadt Haan, und der zum Teil recht schmale Pfad schlängelt sich am Bach entlang bis zur Heidberger Mühle. Das Ausflugslokal liegt bereits auf Haaner Gebiet und hatte 2015 eine Außenterrasse, die sich bei gutem Wetter für eine Rast anbot. Ob der Betrieb aktuell geöffnet ist, sollte man vorher auf der Website der Heidberger Mühle prüfen.

Etappe von der Heidberger Mühle nach Gräfrath

Das anschließende Teilstück führt von der Heidberger Mühle zum historischen Marktplatz in Gräfrath. Mit rund fünf Kilometern und etwa einer Stunde und zwanzig Minuten Gehzeit ist es kürzer als die Etappe aus der Ohligser Heide. Start und Ziel sind grundsätzlich auch mit dem Bus erreichbar, an Feiertagen fahren die Linien aber deutlich seltener. Viele stellen deshalb ein Auto am Ziel ab.

Schon auf dem Ittertal-Abschnitt kündigt es sich an, auf diesem Teilstück setzt es sich fort: Das Gelände wird hügeliger. Der Klingenpfad verläuft hier nicht direkt neben dem Bach, sondern ein Stück den Hang hinauf, und es geht mehrfach auf und ab. Hinter der Bausmühlenstraße folgt der Weg weiter der Itter und nähert sich Gräfrath auf ruhigen Pfaden. Rechts und links steigen die Hänge teils steil an, der Weg selbst hält sich aber recht beständig auf etwa 170 Metern Höhe.

Hinter dem Städtischen Parkfriedhof in Gräfrath trifft man auf die Korkenziehertrasse, einen ehemaligen Bahndamm, der heute als Rad- und Fußweg genutzt wird. Der Klingenpfad unterquert sie kurz, überquert dann die Bundesstraße 224 und steuert direkt auf den historischen Ortskern zu. Der Gräfrather Marktplatz mit seinen Schieferhäusern ist ein schöner Endpunkt, um die Wanderung bei einem Kaffee ausklingen zu lassen.

Ein Tipp für feuchte Tage: Auch bei leichtem Regen bleibt dieses Teilstück gut begehbar. Festes Schuhwerk ist trotzdem ratsam, weil die Pfade am Hang rutschig werden können.

Wanderkarte und Orientierung

Der Klingenpfad ist gut markiert, sodass man auf vielen Abschnitten ohne Karte zurechtkommt. Für die Planung lohnt sich trotzdem eine Wanderkarte von Solingen oder die städtische Freizeitkarte, in der die Etappen nummeriert eingezeichnet sind. Sie zeigt Parkplätze, Haltestellen und Einkehrmöglichkeiten, und sie hilft bei der Frage, wo man eine Etappe sinnvoll abbrechen oder abkürzen kann. Wer die Höhenmeter einer Strecke im Nachhinein wissen will, findet sie dort ebenfalls.

Praktisch ist es, die Etappen mit zwei Fahrzeugen oder mit Abholung zu organisieren. Gerade die Heidberger Mühle liegt abseits größerer Straßen, und wer dort ankommt, freut sich über jemanden, der nach der Rast den Rückweg übernimmt.

Wie es weitergeht

Hinter Gräfrath setzt sich der Klingenpfad fort. Das nächste Teilstück führt über den höchsten Punkt Solingens hinunter in die Kohlfurt an der Wupper und ist mit rund sechs Kilometern ebenfalls nicht besonders lang. Es verbindet die Hochfläche mit dem tief eingeschnittenen Tal der Wupper.

Wer die Ohligser Heide, das Ittertal und Gräfrath an einem Wochenende gegangen ist, steht spätestens auf dem Marktplatz vor der Frage, ob der Weg in die Kohlfurt noch am selben Tag in die Beine passt. Die Antwort hängt meist weniger von der Kondition ab als davon, wie lange die Pause auf der Terrasse gedauert hat.

Häufige Fragen

Wo startet man zum Wandern in der Ohligser Heide?

Ein guter Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz in der Ohligser Heide in der Nähe des Engelsberger Hofs. Von dort führen ausgeschilderte Wege durch das Heide- und Waldgebiet, vorbei am Freibad. Der Klingenpfad, der rund um Solingen verläuft, kreuzt das Gebiet und eignet sich für längere Touren Richtung Ittertal. Für kurze Spaziergänge genügen die Rundwege im Wald selbst.

Wie lang sind die Etappen vom Engelsberger Hof nach Gräfrath?

Die Etappe vom Engelsberger Hof in der Ohligser Heide zur Heidberger Mühle im Ittertal ist etwa acht Kilometer lang und in knapp zwei Stunden zu gehen. Das anschließende Teilstück von der Heidberger Mühle bis zum historischen Marktplatz in Gräfrath misst rund fünf Kilometer und dauert etwa eine Stunde und zwanzig Minuten. Beide lassen sich gut an einem Tag verbinden.

Welche Wanderkarte für Solingen ist sinnvoll?

Für den Klingenpfad eignet sich eine Freizeitkarte der Stadt Solingen, in der die Etappen nummeriert eingezeichnet sind. Sie zeigt auch Höhenlinien, Parkplätze und Einkehrmöglichkeiten. Wer lieber digital unterwegs ist, nutzt eine Outdoor-App mit topografischer Karte. Weil der Weg gut markiert ist, kommt man oft ohne Karte aus, für die Planung von Start und Ziel lohnt sie sich aber.

Kommt man mit Bus und Bahn zu Start und Ziel?

Die Ohligser Heide und Gräfrath sind mit Buslinien der Stadtwerke Solingen erreichbar, der Bahnhof Solingen Hbf liegt in Ohligs. Am Wochenende und an Feiertagen fahren die Busse allerdings seltener. Wer eine Etappe als Streckenwanderung geht, stellt deshalb oft ein Auto am Ziel ab oder lässt sich abholen, zumal die Heidberger Mühle im Ittertal abseits größerer Straßen liegt.

Weiter in Solingen & Ausflüge

Alle Beiträge in Solingen & Ausflüge