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BLOGST Barcamp in Köln: wie BLOGST Bloggerinnen und Blogger vernetzt

Drei Hashtags, mehr durfte niemand sagen. Bei der Vorstellungsrunde des BLOGST Barcamps im Juni 2018 beschrieben sich die Teilnehmenden mit genau drei Schlagworten, und schon diese Runde zeigte, wie bunt die Szene ist: Wanderwege, Gärten, rote Schuhe, Rezepte, Kinder, Reisen, Bücher. Danach ging es pünktlich zur Sessionplanung, mit einem stets gefüllten Mehrwegkaffeebecher in der Hand, gesponsert von Tchibo.

Was BLOGST ist

BLOGST ist ein Netzwerk für Bloggerinnen und Blogger, getragen von zwei Gründerinnen, das mit Konferenzen, einem Barcamp und Weiterbildungsangeboten den Austausch in der Szene fördert. Die Veranstaltungen richten sich vor allem an Lifestyle-, Food-, Familien- und Reiseblogs, stehen aber allen offen. Wer aus der Buchbranche kommt, empfindet BLOGST anfangs womöglich als „artfremd“. Sobald ein Blog sich aber für vielfältige Themen des Lebens öffnet, fühlt man sich dort schnell gut aufgehoben.

Veranstaltungsort war, wie schon zwei Jahre zuvor, die ecosign – Akademie für Gestaltung in Köln-Ehrenfeld, gut ausgestattet, freundlich und mit Bus und Bahn gut zu erreichen. Nur eine Woche vorher hatte in Köln die LitBlog Convention stattgefunden, das große Treffen der Literaturblogszene.

Wie ein Barcamp funktioniert

Ein Barcamp hat kein festes Programm. Am Morgen schlagen die Teilnehmenden Sessions vor, das Publikum zeigt per Handzeichen, was es interessiert, und das Orga-Team verteilt die Themen auf Räume und Zeitfenster. Wer etwas weiß, gibt es weiter; wer etwas lernen will, geht hin. Das Prinzip klingt chaotisch und funktioniert erstaunlich gut, weil nur das stattfindet, wofür sich tatsächlich jemand interessiert. Wer früher gehen muss, kann seine eigene Session sogar an jemand anderen übergeben.

Die Sessions 2018

Die erste Session drehte sich um Nachhaltigkeit. Eine Bloggerin hatte am Morgen spontan Utensilien und Zutaten aus Küche und Bad eingepackt und zeigte, wie sie im Alltag Abfall und Plastik spart, so weit es eben praktikabel ist. Sympathisch und unverkrampft ging es dabei zu. Unterstützt wurde sie von einer anderen Teilnehmerin, die kurz die japanische Furoshiki-Technik vorführte, bei der Tücher kunstvoll zu Taschen und Verpackungen gefaltet werden. Wer einmal knubbelige Einkaufsbeutel aus dem Rucksack gezogen hat, versteht den Reiz sofort.

Danach ging es um Instagram-Storys, weniger technisch als menschlich und mit viel Humor. Die Quintessenz ließ sich in wenigen Sätzen zusammenfassen: Niemand ist perfekt, man soll tun, was man liebt, Mut zur Lücke haben und Spaß dabei. Gerade für Menschen, die sich ungern selbst filmen, war das eine befreiende Botschaft, und mancher drehte in der nächsten Pause prompt seine erste längere Story.

Am Nachmittag gehörte eine gut besuchte Session dem Flatlay-Fotostyling, also der Kunst, Gegenstände von oben fotografiert auf einer Fläche zu arrangieren. Viele Tricks lassen sich auch ohne teure Kamera mit dem Smartphone anwenden: ein ruhiger Untergrund, Tageslicht von der Seite, wenige Requisiten mit Abstand zueinander. Wer dabei nicht auf Anhieb perfekte Bilder hinbekommt, durfte sich an die Botschaft der Instagram-Session erinnern.

Eine weitere Session widmete sich Statistiken, einem Thema, um das viele Bloggerinnen und Blogger lieber einen Bogen machen. Das Ziel war bescheiden und sinnvoll zugleich: zu wissen, wo die eigenen Zahlen zu finden sind, ohne sich in ihnen zu verlieren. Zum Abschluss stand eine Gesprächsrunde über Motivation auf dem Plan.

Tipps für den ersten Barcamp-Besuch

Wer zum ersten Mal ein Barcamp besucht, fühlt sich bei der Sessionplanung leicht überrumpelt. Einige Dinge erleichtern den Einstieg. Es hilft, sich die drei Hashtags für die Vorstellungsrunde vorher zu überlegen, denn spontan fällt den meisten nur das Offensichtliche ein. Wer eine eigene Session anbieten möchte, muss keinen ausgefeilten Vortrag mitbringen; eine Frage, die man mit anderen diskutieren will, genügt oft völlig. Und niemand ist verpflichtet, eine Session bis zum Ende zu besuchen. Das Wechseln zwischen den Räumen gehört ausdrücklich dazu und wird als „Gesetz der zwei Füße“ bezeichnet.

Praktisch ist außerdem ein geladenes Smartphone samt Zusatzakku, weil vieles live in sozialen Netzwerken geteilt wird, und ein Notizbuch für die Namen und Profile der Menschen, die man kennenlernt. Am Abend verschwimmen die Gesichter sonst schnell.

Warum sich Vernetzung lohnt

Bloggen ist oft eine einsame Tätigkeit. Texte, Fotos und Videos entstehen am Küchentisch, meist nach Feierabend, und das Feedback kommt, wenn überhaupt, in Form von Likes. Barcamps wie das von BLOGST setzen dem etwas entgegen. Menschen, die sich bisher nur als Profilbild kannten, treffen sich persönlich, tauschen Erfahrungen aus und entdecken, dass andere mit denselben Fragen kämpfen: Wie viel Zeit darf das Blog kosten? Wie geht man mit Kooperationsanfragen um? Wie bleibt man motiviert, wenn die Zahlen stagnieren?

Hinzu kommt der Blick über den Tellerrand. Wer über Bücher schreibt, lernt bei Foodbloggern etwas über Bildgestaltung, wer über Nachhaltigkeit schreibt, bekommt von Reisebloggerinnen Tipps zur Struktur langer Texte. Gerade die Mischung der Themen macht den Wert solcher Treffen aus.

Übrigens: Die Furoshiki-Technik funktioniert mit jedem quadratischen Tuch, ein altes Halstuch aus der Schublade genügt für den ersten Versuch.

Häufige Fragen

Was ist BLOGST?

BLOGST ist ein Netzwerk für Bloggerinnen und Blogger im deutschsprachigen Raum, das Weiterbildung, Austausch und Vernetzung anbietet. Dazu gehören eine Konferenz und ein Barcamp, bei dem die Teilnehmenden das Programm selbst gestalten. Viele der Teilnehmenden kommen aus Themenfeldern wie Lifestyle, Food, Familie, Reisen oder Nachhaltigkeit, aber auch Buchbloggerinnen und Buchblogger sind vertreten. Weitere Informationen stellt das Netzwerk auf seiner Website bereit.

Wie funktioniert ein Barcamp?

Ein Barcamp ist eine offene Konferenz ohne vorab festgelegtes Programm. Am Morgen stellen sich alle kurz vor, danach schlagen Teilnehmende Sessions vor, also Vorträge, Workshops oder Diskussionsrunden. Per Handzeichen wird geprüft, wie groß das Interesse ist, und die Sessions werden auf Räume und Zeitfenster verteilt. Jede und jeder kann also zugleich Gast und Referent sein. Das Format lebt vom Mitmachen und von der Bereitschaft, eigenes Wissen zu teilen.

Wo fand das BLOGST Barcamp 2018 statt?

Das BLOGST Barcamp fand im Juni 2018, wie schon 2016, in den Räumen der ecosign, einer Akademie für Gestaltung im Kölner Stadtteil Ehrenfeld, statt. Die Räume sind mit Bus und Bahn gut erreichbar und boten Platz für mehrere parallele Sessions. Nur eine Woche zuvor hatte in Köln die LitBlog Convention stattgefunden, sodass manche Teilnehmende gleich zwei Branchentreffen in kurzer Folge besuchten.

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