Zum Inhalt springen
Lesen·Leben·Lachen

Startseite / Lesen & Leben

Ironblogger: das Format für regelmäßiges Bloggen und sein Ende

Fünf Euro. So viel kostete es in vielen Ironblogger-Gruppen, eine Woche lang keinen Beitrag im eigenen Blog zu veröffentlichen. Die Summe klingt klein, und doch war sie für viele Mitglieder genau der Anstoß, der sie Woche für Woche an den Schreibtisch brachte.

Das Prinzip

Ironblogger ist ein lockerer Zusammenschluss von Menschen, die sich verpflichten, regelmäßig zu bloggen, meist mindestens einen Beitrag pro Woche. Wer die Frist verpasst, zahlt einen festen Betrag in eine gemeinsame Kasse. Das gesammelte Geld wird nicht gespendet oder gespart, sondern bei einem Treffen gemeinsam ausgegeben. In Köln lief das unter dem Stichwort Kölsch-Kasse: Das Strafgeld wurde bei regelmäßigen Treffen in Getränke umgesetzt.

Der Reiz liegt in der Kombination aus kleinem Druck und Gemeinschaft. Die Strafe ist nicht hoch genug, um wirklich zu schmerzen, aber hoch genug, um den inneren Schweinehund zu überlisten. Die Treffen machen aus Einzelkämpfern eine Gruppe, die sich gegenseitig liest.

Köln und die Buchblogger

Die Ironblogger Köln gehörten zu den aktiven Gruppen im deutschsprachigen Raum. Ab 2014 gab es mit den Iron Buchbloggern außerdem eine eigene Runde für Menschen, die über Bücher schreiben. Im Herbst 2014 bestand diese Gruppe in ihrer alten Form allerdings nicht mehr.

Warum manche aussteigen

Ein Ausstieg aus dem Ironbloggen bedeutet nicht zwangsläufig ein Ende des regelmäßigen Schreibens. Wer über ein Jahr lang jede Woche gebloggt hat, hat meist eine Routine entwickelt, die ohne Strafandrohung funktioniert. Kommen neue Projekte hinzu, etwa ein zweites Blog oder die Betreuung eines Redaktionsportals, verschiebt sich außerdem, wo und in welchem Takt Beiträge erscheinen. Dann passt die starre Wochenregel nicht mehr zum eigenen Rhythmus.

Hinzu kommt ein ganz praktischer Grund: Wer selten zu den Treffen kommt, hat vom gemeinsamen Vertrinken der Kasse wenig.

Vom Format bleibt in solchen Fällen vor allem die Erfahrung, wie viele Schweinehunde sich mit fünf Euro überwinden lassen. Ob eine Gruppe ohne Kasse genauso zuverlässig schreiben würde, wäre einen Versuch wert.

Weiter in Lesen & Leben

Alle Beiträge in Lesen & Leben