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Das 25. #bookupDE in der Frankfurter Verlagsanstalt mit Joachim Unseld

Joachim Unseld ließ es sich nicht nehmen, den Gästen persönlich die Getränke zu reichen. Rund zwanzig Leserinnen, Leser und Buchblogger waren am 17. Juni 2015 gegen 18:30 Uhr in die Räume der Frankfurter Verlagsanstalt gekommen, begrüßt von Pressesprecherin Franziska Hedrich. Es war das 25. Treffen von #bookupDE, knapp ein Jahr nachdem das Format in einer Essener Kinderbuchhandlung begonnen hatte.

Ein kleiner Verlag mit offener Tür

Die Frankfurter Verlagsanstalt feierte 2015 ihr 20-jähriges Bestehen als unabhängiger Verlag. Wer vor allem Kinder- und Jugendbücher liest, kannte ihr Programm oft kaum, denn Titel für junge Leser erscheinen dort nur vereinzelt. Umso aufschlussreicher war der Abend.

Im Séparée erzählte Unseld ausführlich über den Verlag, seine Arbeitsweise, seine Autorinnen und Autoren. Drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Verleger bringen pro Jahr etwa zehn bis fünfzehn Bücher heraus, darunter viele Debüts. Der Grund dafür ist ungewöhnlich: Die Frankfurter Verlagsanstalt gehört zu den wenigen Häusern, die sich intensiv mit unverlangt eingesandten Manuskripten beschäftigen, und davon treffen rund 1.500 im Jahr ein.

Julia Wolf liest „Alles ist jetzt“

Eine der so entdeckten Autorinnen ist Julia Wolf. Für die Gäste las sie aus ihrem Debütroman „Alles ist jetzt“. Darin geht es um Ingrid, die vor Jahren aus einem erdrückenden Vorort geflohen ist, weg von der kranken Mutter und von Moritz, der nicht zu ihr stand. In der Großstadt wird die Luft trotzdem dünn: Ihr Bruder dealt, eine Kollegin in der Live-Sex-Bar verrät sie, und die Überzeugung, nichts wert zu sein, reist überallhin mit. Am Silvesterabend fliegt Ingrid nach New York. In der gelesenen Passage tauchten gelbe Nelken auf, und manche im Publikum bekamen das Bild danach nicht mehr aus dem Kopf.

Was ein Verlags-Bookup ausmacht

Nach der Lesung durften sich die Gäste in allen Räumen umsehen, auch die Tür zum Büro des Verlegers stand offen. Es wurde geplaudert, getwittert, Wein und Wasser getrunken, bis sich gegen 21 Uhr die Letzten verabschiedeten. Genau das unterscheidet einen Besuch im Verlag von einer Lesung in der Buchhandlung: Die Gäste sehen, wo Bücher entstehen, und bekommen eine Vorstellung davon, wie viel Handarbeit in einem kleinen Programm steckt.

Wie viele der 1.500 Manuskripte eines Jahres am Ende tatsächlich gelesen werden, verriet an diesem Abend niemand.

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