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#dico16: „Hier bin ich Mensch“ – Konferenz für Medien und Verlage 2016

Im Alpinismus bezeichnet die Direttissima den direkten, steilsten Weg zum Gipfel, ohne Umwege über bequemere Pfade. Unter diesem Namen fand am 22. April 2016 in der Alten Kongresshalle in München eine Konferenz für neue Medien und Verlage statt, im Netz kurz #dico16. Organisiert hatten sie Felix Wegener und Robert Goldschmidt, und nach Angaben der Veranstalter lagen zwischen Idee und Durchführung nur rund vier Monate.

Normal, so die Idee hinter dem Namen, kann schließlich jeder.

Siebzehn Wege zum Gipfel

Siebzehn Sprecherinnen und Sprecher standen auf dem Programm, thematisch bunt gemischt: Museen, Flüchtlingshilfe, Sexualität, Bergsteigen. Technikthemen spielten eine kleinere Rolle als die Frage, was das Digitale mit Menschen und ihrer Arbeit macht.

Christian Gries eröffnete mit einem Vortrag über die digitale Verwandlung der Museen. Als Beispiel diente das Rijksmuseum in Amsterdam, das rund 8.000 Werke in seinen Räumen zeigt und ein Vielfaches davon online. Dirk von Gehlen warb für mehr Gelassenheit im Umgang mit sozialen Medien, symbolisiert durch den schulterzuckenden Shruggie ¯\(ツ)/¯. Die Bloggerin Theresa Lachner sprach über Emotional Branding, mit dem Gedanken, dass eine Marke nicht allen gefallen muss, solange die, die sie mögen, sie wirklich lieben.

Wibke Ladwig widmete sich der Inszenierung des Ich im Social Web und griff dabei Joseph Beuys’ Satz „Jeder Mensch ist ein Künstler“ auf. Leander Wattig ging ebenfalls auf Emotionen im Netz ein. Der Extrembergsteiger Stefan Glowacz übertrug Regeln aus dem Alpinismus auf Unternehmen und prägte dabei das Wort „Entscheidungsrebellen“. Marie Meimberg, Autorin von „Sei du selbst, alles andere wirst du eh verkacken!“, sprach über Mut und darüber, sich weder digital noch analog zu verstellen. Auch Richard Gutjahr stand auf dem Programm, und das damals noch junge Netzwerk Snapchat war an diesem Tag immer wieder Thema.

Menschen statt Technik

Der rote Faden der acht Stunden war das Menschliche: Empathie, Authentizität, der Mut, Fehler zuzulassen. Eine Zeile aus dem Osterspaziergang in Goethes „Faust“ fasst diese Stimmung zusammen: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.“ Wibke Ladwig hatte sie in ihrem Vortrag aufgegriffen.

Auch der Rahmen trug dazu bei. Aufkleber wiesen schon ab der U-Bahn den Weg, die Technik in der historischen Halle lief reibungslos, und zwischen den Vorträgen spielte die Band Little Big Sea.

Programm und Sprecherprofile veröffentlichte die Direttissima auf ihrer Website. Offen blieb am Abend nur, ob es eine #dico17 geben würde.

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