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Die ALS Ice Bucket Challenge 2014: Eiswasser, Spenden und Kritik

Patrick Stewart setzte sich an einen Tisch, schrieb einen Scheck aus und goss sich dann Eiswürfel in ein Whiskyglas. Mit dieser kleinen Szene reagierte der Schauspieler im August 2014 auf eine Kampagne, die innerhalb weniger Wochen die sozialen Netzwerke erobert hatte: die ALS Ice Bucket Challenge.

So funktionierte die Challenge

Wer nominiert wurde, sollte sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf gießen, das Video veröffentlichen und drei oder mehr weitere Personen nominieren, die dann 24 Stunden Zeit hatten, es ebenfalls zu tun. Wer nicht mitmachte, sollte 100 US-Dollar oder 100 Euro an die ALS Association spenden. Ziel war, auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose aufmerksam zu machen und Geld für ihre Erforschung zu sammeln. Viele Teilnehmende taten am Ende beides.

Was ALS ist

ALS ist eine fortschreitende Erkrankung des Nervensystems, bei der die Nervenzellen absterben, die die Muskeln steuern. Sie ist seit über 100 Jahren bekannt und bis heute nicht heilbar. In Deutschland waren 2014 schätzungsweise 6.000 Menschen erkrankt; nach der Diagnose liegt die mittlere Überlebenszeit bei drei bis fünf Jahren. Einen Überblick gibt die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke.

Bekannte Betroffene waren der Physiker Stephen Hawking, bei dem die Krankheit ungewöhnlich lange verlief, der Maler Jörg Immendorff (1945–2007) und der Fußballprofi Krzysztof Nowak, der 2005 starb. Die Krzysztof-Nowak-Stiftung, gegründet 2002, unterstützt ALS-Erkrankte.

Die Kritik

Je größer die Welle wurde, desto lauter wurden kritische Stimmen. Viele Videos erwähnten ALS gar nicht mehr, manche Prominente nutzten die Aktion vor allem zur Selbstdarstellung, und bei Jugendlichen ging der Hintergrund oft ganz verloren. Kommentatoren sprachen von einem verwässerten Internet-Meme, so etwa die Frankfurter Rundschau.

Andere wiesen darauf hin, dass viele schwere Krankheiten weit weniger Aufmerksamkeit bekommen. Wer sich nicht mit Eiswasser übergießen wollte, spendete deshalb auch an andere Einrichtungen, etwa an das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg oder an die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft.

Trotz aller Einwände war der finanzielle Effekt beträchtlich. Die ALS Association meldete im Sommer 2014 Spenden in einer Höhe, die ihr normales Jahresaufkommen weit übertraf.

Ob ein Trend, der vor allem Spaß macht, dauerhaft Bewusstsein schafft, ließ sich im August 2014 noch nicht beantworten.

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