Freundschaftsanfragen bei Facebook: annehmen, ablehnen, Button fehlt
„Freundschaftsanfragen 25“ – so kann es aussehen, wenn jemand auf Facebook vor allem beruflich vernetzt ist, etwa in der Buchbranche. Dahinter verbergen sich oft noch viele weitere Anfragen, die Facebook gar nicht erst prominent anzeigt. Ein großer Teil stammt von Menschen, die kein Wort dazu schreiben, warum sie befreundet sein möchten.
Wie mit solchen Anfragen umzugehen ist, entscheidet jede Person selbst. Einige Grundsätze haben sich aber bewährt, und die Funktionen des Netzwerks bieten mehr Möglichkeiten, als viele Nutzer kennen.
Freunde, Abonnenten und Listen
Facebook unterscheidet zwischen Freunden und Abonnenten. Freunde sehen, je nach Einstellung, auch private Beiträge und Fotos; Abonnenten sehen nur öffentliche Inhalte. Wer viel Öffentliches schreibt, etwa über Bücher, Veranstaltungen oder die eigene Arbeit, kann die Abonnieren-Funktion aktivieren. Interessierte können dann mitlesen, ohne dass eine Freundschaft nötig ist.
Hilfreich sind außerdem Freundeslisten. Mit ihnen lässt sich festlegen, wer welche Beiträge sieht und wessen Beiträge im eigenen Newsfeed erscheinen. Eine Liste für Menschen, die man bereits persönlich getroffen hat, trennt zum Beispiel das engere Umfeld von reinen Online-Kontakten. Eine andere für Kolleginnen und Kollegen aus der Branche bündelt Fachliches. So bleibt der Überblick auch dann erhalten, wenn die Zahl der Kontakte wächst.
Viele Menschen nehmen sich zu Beginn vor, eine bestimmte Zahl an Freunden nicht zu überschreiten, etwa 500. Die Überlegung dahinter ist nachvollziehbar: Irgendwann lassen sich die Beiträge so vieler Menschen nicht mehr verfolgen. In der Praxis sortiert der Algorithmus von Facebook allerdings ohnehin, was im Newsfeed erscheint, und inaktive Kontakte verschwinden fast von selbst aus dem Blickfeld. Die harte Obergrenze liegt bei 5.000 Freunden pro persönlichem Profil.
Welche Anfragen sich ablehnen lassen
Nicht jede Anfrage verdient ein Ja.
Eine Freundschaftsanfrage ist im Grunde eine digitale Form des Händeschüttelns. Wer sich vorstellt und kurz erklärt, woher das Interesse kommt, macht es dem Gegenüber leicht. Wer dagegen ohne ein Wort anfragt und ein vollständig verschlossenes Profil hat, lässt dem Empfänger kaum eine Chance, eine Entscheidung zu treffen.
Solche anonymen Anfragen abzulehnen, ist keine Unhöflichkeit. Oft stecken dahinter gefälschte Profile, die Kontakte für Werbung oder Betrugsversuche sammeln. Auch Anfragen von Profilen, die eigentlich Marken sind, gehören in diese Kategorie. Verlage, Buchhandlungen oder andere Unternehmen, die mit einem persönlichen Profil statt mit einer Seite auftreten, verstoßen damit gegen die Regeln des Netzwerks. Für sie ist eine Facebook-Seite vorgesehen, der man mit „Gefällt mir“ folgen kann.
Anders liegt der Fall bei Menschen, denen man schon begegnet ist, auch wenn es nur online war. Wer in derselben Gruppe diskutiert, sich in einem anderen Netzwerk kennt oder regelmäßig unter denselben Beiträgen kommentiert, ist kein völlig Unbekannter mehr.
Bei unklaren Fällen hilft ein kurzer Blick auf das Profil. Wie viele gemeinsame Kontakte gibt es, und wer sind sie? Seit wann besteht das Konto, gibt es eigene Beiträge oder nur ein einzelnes Profilbild? Ein frisch angelegtes Profil mit wenigen Fotos, das hunderte Fremde anfragt, ist ein typisches Warnsignal. Wer unsicher ist, kann eine Anfrage auch einfach liegen lassen; Facebook benachrichtigt den Absender nicht, wenn sie unbeantwortet bleibt.
Wenn der Button für die Freundschaftsanfrage fehlt
Wer umgekehrt jemandem eine Anfrage schicken möchte und keinen Button findet, stößt meist auf eine Einstellung der anderen Person. Facebook lässt Nutzer selbst bestimmen, wer ihnen Freundschaftsanfragen senden darf: alle oder nur Freunde von Freunden. Ohne gemeinsamen Kontakt ist der Button dann schlicht nicht sichtbar.
Andere Ursachen sind eine bereits gesendete, noch offene Anfrage, ein erreichtes Freundeslimit, eine Blockierung oder eine vorübergehende Einschränkung des eigenen Kontos. Facebook begrenzt Anfragen, wenn in kurzer Zeit viele davon verschickt oder abgelehnt werden, um Spam einzudämmen. In diesem Fall hilft nur Abwarten. Ist bei der anderen Person das Abonnieren aktiviert, lässt sich zumindest den öffentlichen Beiträgen folgen.
Nachrichten von Nicht-Freunden
Eine persönliche Nachricht ist der beste Begleiter einer Freundschaftsanfrage. Allerdings landet sie bei Facebook nicht im gewöhnlichen Posteingang, wenn Absender und Empfänger nicht befreundet sind. 2014 lagen solche Nachrichten im Ordner „Sonstiges“, der über den Menüpunkt „Nachrichten“ auf der Startseite erreichbar war. Eine rote Zahl in der Kopfzeile gab es dafür nicht.
Später hat Facebook diesen Bereich mehrfach umgebaut und in den Messenger verlagert, wo er heute unter Nachrichtenanfragen zu finden ist. Das Prinzip ist geblieben: Nachrichten von Unbekannten werden getrennt vom Rest gesammelt. Wer eine Anfrage mit Notiz schickt, sollte deshalb nicht erwarten, dass die Nachricht sofort gesehen wird.
Ein paar Worte genügen
Für die eigene Anfrage heißt das: Ein kurzer Satz reicht. Woher man sich kennt, welches Interesse verbindet, warum ein Abonnement nicht genügt. Das kostet wenig Zeit und erhöht die Chance auf Annahme deutlich.
Wer selbst viele Anfragen bekommt, kann es mit einer freundlichen Routine halten: bekannte Namen annehmen, Anfragen mit Nachricht prüfen, anonyme Profile ohne schlechtes Gewissen ablehnen. Und wer eine Liste mit Menschen führt, denen er im echten Leben begegnet ist, stellt nach ein paar Jahren vielleicht überrascht fest, dass gerade diese Liste zur größten geworden ist.
Häufige Fragen
Warum fehlt bei manchen Profilen der Button für Freundschaftsanfragen?
Meist liegt es an den Privatsphäre-Einstellungen der anderen Person. Facebook erlaubt, Freundschaftsanfragen nur von Freunden von Freunden zuzulassen; wer keine gemeinsamen Kontakte hat, sieht dann keinen Button. Weitere Gründe können sein, dass bereits eine Anfrage offen ist, dass die Person das Limit von 5.000 Freunden erreicht hat, dass sie nur das Abonnieren erlaubt oder dass ein Konto vorübergehend eingeschränkt wurde, etwa nach vielen abgelehnten Anfragen.
Wie viele Freunde kann man auf Facebook haben?
Ein persönliches Profil ist auf 5.000 Freunde begrenzt. Wer mehr Menschen erreichen möchte, kann die Abonnieren-Funktion aktivieren, mit der Beiträge auch ohne Freundschaft verfolgt werden können, oder eine eigene Seite anlegen. Für Unternehmen, Verlage und Buchhandlungen ist eine Seite ohnehin die passende Form, weil persönliche Profile nach den Nutzungsbedingungen für echte Personen gedacht sind.
Wo landen Nachrichten von Personen, mit denen man nicht befreundet ist?
Nachrichten von Nicht-Freunden landen bei Facebook nicht im normalen Posteingang, sondern in einem gesonderten Ordner. 2014 hieß er „Sonstiges“, später wurde daraus der Bereich für Nachrichtenanfragen im Messenger. Diese Nachrichten erzeugen oft keine auffällige Benachrichtigung. Wer Freundschaftsanfragen mit einer persönlichen Notiz erwartet, sollte deshalb regelmäßig in diesen Ordner schauen.
Sollte man Freundschaftsanfragen von Unbekannten annehmen?
Eine Anfrage ohne jede Nachricht von einem Profil, über das nichts zu erfahren ist, abzulehnen, ist vernünftig. Solche Konten gehören nicht selten zu Werbe- oder Betrugsversuchen. Anders sieht es aus, wenn die Person aus einer gemeinsamen Gruppe, einem anderen Netzwerk oder einer Diskussion bekannt ist oder in einer kurzen Nachricht erklärt, warum sie sich vernetzen möchte. Dann lohnt ein Blick auf gemeinsame Kontakte und öffentliche Beiträge.
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