Facebook-Abonnenten: wie die Abo-Funktion im Profil funktioniert
Zwei Schaltflächen stehen nebeneinander, wenn ein fremdes Facebook-Profil geöffnet wird: „Freund/in hinzufügen“ und, sofern freigeschaltet, „Abonnieren“. Die zweite fehlte Anfang 2014 bei erstaunlich vielen Profilen. Oft nicht aus Absicht, sondern weil ihre Besitzer die Funktion nicht kannten oder nie in die Einstellungen geschaut hatten. Wer dann einer interessanten Person folgen wollte, ohne sie zu kennen, stand vor einer unangenehmen Wahl.
Wie ein abonnierbares Profil aussieht
Ein Profil, das man weder als Freund noch als Abonnent kennt, zeigt Außenstehenden nur das, was seine Besitzerin für die Öffentlichkeit freigegeben hat: vielleicht die Freundesliste, einige öffentliche Pinnwandeinträge, ein geteilter Artikel. Ist die Abo-Funktion aktiviert, erscheint neben der Freundschaftsanfrage eine zweite Möglichkeit, dem Profil zu folgen. Fehlt sie, bleibt nur die Anfrage oder der Abschied.
Abonnieren oder Freundschaftsanfrage: ein Beispiel
Am deutlichsten wird der Unterschied an einem ausgedachten Fall. Anna ist mit Berta befreundet und teilt regelmäßig deren öffentliche Beiträge. Eine dritte Person, hier Clara genannt, sieht diese geteilten Einträge, wird neugierig und schaut sich Bertas Profil an. Dort findet sie viele lesenswerte öffentliche Beiträge, kennt Berta aber nicht persönlich.
Clara hat nun drei Wege. Sie kann eine Freundschaftsanfrage schicken, am besten mit einer kurzen Nachricht, warum sie das tut. Nimmt Berta an, sieht Clara künftig alle öffentlichen Beiträge und zusätzlich alles, was Berta mit ihren Freunden teilt; umgekehrt landet Claras gesamtes Leben in Bertas Newsfeed. Facebook bietet zwar Listen, um das einzuschränken, aber das verlangt Pflege.
Wie diese Pflege aussieht, zeigt die Liste „Eingeschränkt“: Wer dort landet, bleibt formal befreundet, sieht aber nur noch die öffentlichen Beiträge, also genau das, was ein Abonnent auch sähe. Dazu kommen Listen wie „Enge Freunde“ und „Bekannte“, mit denen sich einzelne Einträge gezielt an einen Teil der Freunde richten lassen. Das funktioniert, setzt aber voraus, dass jede neue Freundschaft gleich einsortiert wird, und die wenigsten Menschen halten das über Jahre durch.
Der zweite Weg ist das Abonnieren. Clara bekommt dann Bertas öffentliche Beiträge in ihren Newsfeed, die Einträge für Freunde bleiben verborgen, und Berta sieht von Clara nichts. Für eine Person, die man nur aus der Ferne schätzt, ist das die passendere Beziehung.
Der dritte Weg ist gar keiner: Hat Berta die Funktion nicht aktiviert, bleibt Clara nur die Freundschaftsanfrage.
Für wen sich die Abo-Funktion lohnt
Die Abonnenten-Funktion ist kein Werkzeug für jeden. Wer Facebook ausschließlich nutzt, um Urlaubsbilder mit der Familie zu teilen, braucht keine fremden Mitleser. Anders sieht es aus bei Menschen, die Facebook als Netzwerk verstehen: Buchhändlerinnen, Autoren, Lehrkräfte, Ehrenamtliche, Menschen aus der Kulturszene, die neben Privatem regelmäßig öffentliche Beiträge zu ihrem Thema schreiben.
Für sie hat das Abonnieren zwei Vorteile. Sie erreichen ein Publikum über den eigenen Bekanntenkreis hinaus, ohne jede Anfrage prüfen und annehmen zu müssen. Und sie halten den Freundeskreis überschaubar, weil nicht jeder Mitleser automatisch Zugriff auf private Einträge bekommt. Aus Abonnenten werden mit der Zeit gelegentlich echte Kontakte, und dann ist eine Freundschaftsanfrage kein Sprung ins Unbekannte mehr.
Wer die Funktion öffnet, sollte sie mit einer zweiten Einstellung kombinieren: der Erlaubnis, dass öffentliche Beiträge von allen kommentiert werden dürfen. Sonst lesen Abonnenten zwar mit, können aber nicht antworten, und aus dem Netzwerk wird eine Einbahnstraße.
Die Abo-Funktion im Profil aktivieren
Die Schaltstelle lag 2014 in den Kontoeinstellungen unter dem Punkt „Abonnenten“. Dort ließ sich zwischen „Freunde“ und „Alle“ wählen. „Freunde“ bedeutete in der Praxis: keine Abo-Funktion, denn Freunde sehen die Beiträge ohnehin. Erst „Alle“ machte das Profil für Außenstehende abonnierbar. Direkt daneben stand die Option, wer öffentliche Beiträge kommentieren darf.
Facebook hat seine Menüs seitdem mehrfach umgebaut, die Bezeichnung „Abonnieren“ wich dem Wort „Folgen“, und aus Abonnenten wurden Follower. Das Prinzip ist dasselbe geblieben: Ein privates Profil kann festlegen, ob nur Freunde oder auch Fremde seinen öffentlichen Beiträgen folgen dürfen. Wer die Einstellung sucht, findet sie heute meist in den Bereichen zu Privatsphäre oder öffentlichen Beiträgen.
Die eigenen Abonnenten sehen
Eine häufige Frage lautet, wer das eigene Profil eigentlich abonniert hat. Die Liste ist über das Profil erreichbar, meist in der Nähe der Freundesliste. Ob Außenstehende sie ebenfalls sehen können, hängt von den Sichtbarkeitseinstellungen ab. Wer dort nur wenige oder gar keine Abonnenten findet, obwohl die Beiträge offensichtlich gelesen werden, sollte prüfen, ob die Funktion überhaupt auf „Alle“ steht.
Hilfreiche Erklärungen zur damaligen Umstellung der Abo-Funktion veröffentlichte die Social-Media-Beraterin Annette Schwindt bei schwindt-pr.
Wenn aus dem privaten Profil ein halbes Geschäftsprofil wird
Mit der Öffnung für Fremde verschwimmt eine Grenze, die rechtlich nicht egal ist. Wer auf dem persönlichen Profil regelmäßig für eigene Bücher, Veranstaltungen oder Dienstleistungen wirbt, nutzt es womöglich geschäftsmäßig. Die Rechtsanwaltskanzlei Schwenke wies damals auf Abmahnungen wegen Schleichwerbung und fehlender Impressumsangaben bei persönlichen Facebook-Profilen hin.
Der Übergang ist fließend, und genau das macht ihn heikel. Eine Autorin, die zwischen Katzenfotos auf ihre nächste Lesung hinweist, betreibt vielleicht schon Werbung, auch wenn sie es selbst nicht so nennen würde. Ob in so einem Fall eine eigene Seite neben dem Profil die sauberere Lösung ist, lässt sich nur im Einzelfall beantworten.
Häufige Fragen
Was sehen Facebook-Abonnenten von einem Profil?
Abonnenten bekommen ausschließlich die öffentlichen Beiträge eines Profils in ihren Newsfeed. Beiträge, die nur für Freunde freigegeben sind, bleiben für sie unsichtbar. Die Verbindung ist einseitig: Wer ein Profil abonniert, sieht dessen öffentliche Einträge, die abonnierte Person sieht umgekehrt nichts von ihren Abonnenten im eigenen Newsfeed. Eine Freundschaft dagegen ist gegenseitig und öffnet beide Seiten auch für die Beiträge im Freundeskreis.
Wie aktiviert man die Abo-Funktion auf Facebook?
Die Funktion wird in den Einstellungen des eigenen Profils freigeschaltet. Im Bereich für Abonnenten, in neueren Versionen für Follower, lässt sich festlegen, ob nur Freunde oder alle Personen dem Profil folgen dürfen. Die Einstellung „Freunde“ bedeutet praktisch keine Abo-Funktion, „Alle“ öffnet sie. Sinnvoll ist es, zusätzlich zu erlauben, dass öffentliche Beiträge von allen kommentiert werden können, damit Abonnenten auch ins Gespräch kommen.
Wie sieht man, wer einen auf Facebook abonniert hat?
Die Liste der Abonnenten ist in der Regel über das eigene Profil erreichbar, meist im Umfeld der Freundesliste in einem eigenen Reiter für Abonnenten oder Follower. Wo genau der Eintrag sitzt, hat Facebook im Lauf der Jahre mehrfach verschoben und umbenannt. Taucht die Liste nicht auf, ist die Abo-Funktion häufig gar nicht aktiviert oder die Sichtbarkeit der Abonnentenliste auf einen kleinen Kreis eingeschränkt.
Wann lohnt sich die Abo-Funktion für ein privates Profil?
Sie lohnt sich vor allem für Menschen, die neben privaten Einträgen regelmäßig öffentliche Beiträge schreiben und Facebook zum Netzwerken nutzen. Unbekannte können dann mitlesen, ohne eine Freundschaftsanfrage stellen zu müssen, und aus manchem Abonnenten wird mit der Zeit ein echter Kontakt. Wer das Profil dagegen nur für Familie und enge Freunde nutzt und kaum etwas öffentlich teilt, hat von der Funktion wenig.
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