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Hashtag Kultur: WDR 3 lud 2014 Twitterer ins Kölner Funkhaus

Im Sendesaal hing eine Twitterwall, das WLAN reichte für alle, und auf den Namensschildern fehlte eigentlich nur der Twittername. So vorbereitet empfing WDR 3 im Februar 2014 rund 100 Kulturschaffende, Bloggerinnen und Twitterer im Funkhaus am Wallrafplatz in Köln. Anlass war ein kleines Jubiläum: Seit Januar 2014 war der Kultursender nicht mehr nur „on air“ und auf seiner Website, sondern auch bei Twitter und Facebook vertreten, und die ersten acht Wochen waren vorbei.

Das Podium

Unter dem Titel „Hashtag Kultur“ diskutierte eine knapp einstündige Livesendung, was soziale Medien kulturellen Einrichtungen bringen und woran es hinter den Kulissen noch hakt. Es moderierte Uwe Schulz, bekannt von WDR 2. Auf dem Podium saßen Christoph Müller-Girod, Social-Media-Berater bei CMG Media, Dirk von Gehlen, der bei der Süddeutschen Zeitung den Bereich Social Media und Innovation leitete, Roland Nachtigäller, künstlerischer Direktor des Museums MARTa Herford, und Wolfram Kähler, stellvertretender Programmbereichsleiter von WDR 3. Programmchef Karl Karst hatte eingeladen.

Dass ausschließlich Männer auf dem Podium saßen, blieb nicht unbemerkt und wurde live auf Twitter kommentiert.

Was hängen blieb

Eine Erkenntnis überraschte viele Gäste: Dass manche Theater, Museen oder Literaturhäuser in sozialen Netzwerken fehlen, liegt nicht immer an Personalmangel, fehlender Erfahrung oder der Angst vor Kontrollverlust. Mitunter gab es schlicht ein hausinternes Verbot.

Dirk von Gehlen verglich die Kultur mit Aggregatzuständen, die sich ständig verändern, und leitete daraus ab, dass sich auch die Kommunikation über Kultur fließend anpassen müsse. Roland Nachtigäller warb für Gelassenheit: Im Zweifel komme eine „sympathische Unprofessionalität“ ohnehin gut an. Beide Gedanken zielten auf dasselbe. Wer ein jüngeres Publikum für Kultur gewinnen will, muss es dort ansprechen, wo es sich aufhält, und darf dabei auch einmal unperfekt klingen.

Die Sendung ist bei WDR 3 dokumentiert: Die Sendung zum Nachhören und die Diskussion im Live-Blog zum Nachlesen.

Das Funkhaus und sein Paternoster

Das Funkhaus am Wallrafplatz, unweit des Kölner Doms, ist das historische Stammhaus des WDR und für viele Besucher vor allem wegen einer Besonderheit ein Begriff: seines Paternosters, eines Umlaufaufzugs mit offenen Kabinen, die ohne Halt an den Stockwerken vorbeiziehen. Solche Aufzüge sind in Deutschland selten geworden, und eine Fahrt darin steht auf der Wunschliste mancher Gäste weit oben, gleich neben der Frage, ob ein Programmchef, der gerade erst zu twittern begonnen hat, daran Gefallen findet.

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