Wohnzimmerlesungen 2013: acht Lesungen in neun Monaten im Ohrensessel
Am 22. November 2013 war das Wohnzimmer so voll wie nie. Kerstin Gier las aus ihrem Jugendroman „Silber“, und für die Zuhörerinnen und Zuhörer reichten die Stühle kaum. Es war der Höhepunkt eines Jahres mit acht Wohnzimmerlesungen im roten Ohrensessel, einer privaten Lesereihe, die im Januar 2012 begonnen hatte.
Das Format
Bei einer Wohnzimmerlesung wird ein privater Raum für einen Abend zum Veranstaltungsort. Möbel werden umgestellt, Stühle geliehen, Gäste bringen Freunde mit. Die Autorin oder der Autor sitzt nicht auf einer Bühne, sondern mitten im Publikum, und nach der Lesung wird gemeinsam gegessen und geredet. Oft entstehen dabei Freundschaften, und manche Stammgäste packen irgendwann beim Aufbau mit an.
Das Programm 2013
Den Auftakt machte im März Gerd Ruebenstrunk mit einer Buchpremiere: Er las aus „Assassino“, das zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht erschienen war. Im April kam Gina Mayer zurück, mit der die Reihe 2012 begonnen hatte, und stellte „Das Maikäfermädchen“ vor. Im Mai folgte eine Nachmittagslesung für Kinder: Frank Schmeißer brachte seine „Schurken“ aus Köln mit.
Im Juni reiste Antje Szillat aus Hannover an und las aus ihrem Jugendbuch „Die Tiefen deines Herzens“. Kurz vor den Sommerferien hatte Rüdiger Bertram „Rosendorfer muss dran glauben“ und „Norden ist, wo oben ist“ im Gepäck, dazu eine Lauchstange, eine Klingel und einen Knochen als Requisiten. Im September zeigte Maren Gottschalk mit „Jenseits von Bullerbü“, ihrer Biografie über Astrid Lindgren, dass auch ein Sachbuch ein Publikum begeistern kann.
Nach der Buchmesse im Oktober ging es im November gleich zweimal weiter. Auf Kerstin Gier folgte eine Woche später die Adventslesung für Kinder mit Antje Szillat, zu der 23 Kinder und 12 Erwachsene kamen.
Was eine gute Wohnzimmerlesung braucht
Die Reihe zeigt, worauf es ankommt: Autorinnen und Autoren, die Lust auf Nähe haben, ein Publikum, das sich darauf einlässt, und Gastgeber, die mehr als nur den Raum stellen. Dazu gehören Fotos, ein kleiner Imbiss und jemand, der sich während der Lesung um Kinder und Hunde kümmert.
Wie viele Gäste ein Wohnzimmer verträgt, lernt man übrigens erst, wenn eine Bestsellerautorin zusagt.
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