Leserbeirat bei Thienemann: das erste Treffen der Berater in Stuttgart
Am 12. Juni 2013 saßen im Verlagshaus in der Stuttgarter Blumenstraße sechs Mädchen am Tisch, die dort bis dahin niemand als Beraterinnen geführt hatte. Es war die erste Sitzung des neu gegründeten Leserbeirats der Thienemann Verlage, und auf der Tagesordnung standen künftige Buchprojekte von Thienemann, Gabriel und Planet Girl.
Was der Leserbeirat leisten sollte
Testleser hatte es in den Lektoraten des Hauses schon lange gegeben, allerdings eher lose und von Fall zu Fall. Der Beirat sollte daraus eine feste Einrichtung machen. Nach den Worten von Marketingleiterin Sandra Pollex versprachen sich Lektorat und Marketing davon, die jungen Leser gezielter anzusprechen und ihre Meinung auch zu Fragen einzuholen, die sonst allein im Haus entschieden werden: zur Gestaltung der Cover etwa oder zu geplanten Marketingaktionen. Den Lesern auf Augenhöhe zu begegnen und ihre Wünsche schon in die Projektplanung einzubeziehen, sei dem Verlag ein wichtiges Anliegen, so Pollex.
Der Gedanke dahinter ist einfach. Wer für Dreizehn- bis Fünfzehnjährige Bücher macht, ist selbst meist deutlich älter, und was Erwachsene für einen zeitgemäßen Titel oder ein ansprechendes Cover halten, wirkt auf Jugendliche nicht selten bemüht.
Wer mitmachen konnte
Geplant war, dass sich der Beirat alle zwei Monate im Verlagshaus trifft. Zum Start bestand er ausschließlich aus Mädchen, was bei einem Programm, zu dem mit Planet Girl ein eigener Verlag für Mädchenbücher gehörte, nicht überrascht. Der Verlag suchte deshalb ausdrücklich weitere Mitglieder, Mädchen wie Jungen im Alter von 13 bis 15 Jahren aus dem Raum Stuttgart, die gern lesen. Bewerbungen nahm Sandra Pollex entgegen.
Einordnung
Leserbeiräte und Jugendjurys waren 2013 keine Erfindung von Thienemann. Jugendbuchpreise arbeiten seit Jahren mit jungen Jurorinnen und Juroren, und viele Bibliotheken kennen Lesegruppen, deren Urteil in Empfehlungen einfließt. Neu war in diesem Fall der Ort: Die Jugendlichen urteilten nicht über fertige Bücher, sondern saßen bei Projekten mit am Tisch, die gerade erst entstanden.
Wie offen ein Verlag solche Rückmeldungen annimmt, wenn ein Cover bereits beim Grafiker in Auftrag gegeben ist, steht in keiner Pressemitteilung.
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