Buxtehuder Bulle 2013: Christine Fehér gewinnt mit ihrem Jugendroman
Die Preisträgerin saß im Publikum, als Bürgermeister Jürgen Badur am Abend des 9. Juli 2014 im voll besetzten Stieglitzhaus die Entscheidung verkündete. Christine Fehér hatte sich nach der Nachricht von ihrer Nominierung spontan auf den Weg nach Buxtehude gemacht, um die Bekanntgabe selbst mitzuerleben – und musste deshalb, anders als die meisten Preisträger vor ihr, nicht per Telefon benachrichtigt werden. Rund 130 Gäste gratulierten der Berliner Autorin zum Buxtehuder Bullen 2013.
Das Votum der Jury
Der Jugendbuchpreis der Hansestadt Buxtehude war mit 5.000 Euro dotiert. Rund 70 Titel waren im Rennen, sieben kamen in die Endauswahl. Die paritätisch besetzte Jury bestand diesmal aus elf Jugendlichen und elf Erwachsenen. Fehérs Roman „Dann mach ich eben Schluss“, 2013 bei cbt erschienen, erhielt 93 Punkte: 58 von den Jugendlichen, 35 von den Erwachsenen. Damit überzeugte das Buch beide Gruppen.
Stadtbibliotheksleiterin Ulrike Mensching sprach von einem „sehr leisen Buch, das betroffen macht“.
Worum es im Roman geht
Max ist tot, sein Auto gegen einen Baum geprallt. Familie und Freunde bleiben ratlos zurück, denn niemand weiß, ob es ein Unfall war oder ob Max seinem Leben absichtlich ein Ende gesetzt hat. Hielt er dem Druck nicht mehr stand, oder hatte er kurz zuvor etwas erfahren, das ihm den Boden unter den Füßen wegzog? Stück für Stück setzen die Hinterbliebenen sein Leben zusammen, und jede Figur trägt dabei ein eigenes Teil Schuld bei. Fehér wollte mit dem Buch nach eigener Aussage bewusst den Betroffenen eine Stimme geben.
Die Preisträgerin
Christine Fehér, 1965 in Berlin geboren, schreibt seit vielen Jahren Kinder- und Jugendbücher und ist vor allem für eindringliche Themenromane bekannt, etwa „Dann bin ich eben weg. Geschichte einer Magersucht“. Neben dem Schreiben unterrichtete sie Religion an einer Berliner Grundschule.
Die Bullen-Plastik, die zum Preis gehört, sollte bei der öffentlichen Verleihung im Herbst 2014 übergeben werden, verbunden mit Lesungen in Buxtehude. Einen Platz hatte Fehér schon ausgesucht: den Schreibtisch, als Mittel gegen künftige Schreibblockaden.
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