Zum Inhalt springen
Lesen·Leben·Lachen

Startseite / Kinderbücher

Hanser Box: Hanser gründet einen eigenen Digitalverlag für kurze Texte

Zehn Titel lagen am 1. Oktober 2014 bereit, als die Hanser Box an den Start ging, darunter Texte von T.C. Boyle, Henning Mankell, Javier Marías, Roberto Saviano und Janne Teller. Der Carl Hanser Verlag hatte die Gründung seines eigenen Digitalverlags am 22. September 2014 in München angekündigt.

Kurze Formate, nur digital

Die Hanser Box veröffentlichte ausschließlich E-Books, und zwar kurze: literarische Erzählungen, Essays, kleinere Sachbücher und ausführliche Reportagen mit einem Umfang zwischen 20 und 100 Seiten. Alle Texte waren bis dahin unveröffentlicht. Die Preise lagen laut Verlag zwischen 1,99 und 4,99 Euro, verkauft wurde über die gängigen E-Book-Shops und Buchhandelsplattformen.

Verleger Jo Lendle begründete das Konzept mit einer Beobachtung aus dem Lektorat: „Immer wieder lesen wir Texte, die nicht ins klassische Buchformat passen und dennoch einen eigenen Auftritt verdienen.“ Und weiter: „Große Autoren im kleinen Format, direkt und auf den Punkt – das ist die HANSER BOX.“

Das Startprogramm

Neben den genannten Namen gehörten Philipp Blom, Christian Felber, Thomas Glavinic, R.J. Palacio und Ilija Trojanow zum ersten Programm. Mit R.J. Palacio, der Autorin von „Wunder“, und Janne Teller, bekannt durch „Nichts. Was im Leben wichtig ist“, waren zwei Namen dabei, die vor allem jugendliche Leser kannten. Nach dem Start sollte jeden Mittwoch ein weiterer Titel erscheinen, sodass das Programm Woche für Woche wachsen würde.

Einordnung

2014 experimentierten mehrere große Publikumsverlage mit digitalen Kurzformaten. Der Gedanke dahinter: Ein Essay von vierzig Seiten ist für ein gedrucktes Buch zu dünn und für eine Zeitung zu lang, als E-Book aber lässt er sich ohne Herstellungskosten für Papier und Bindung anbieten. Für Autorinnen und Autoren öffnete sich damit ein Ort für Texte, die sonst in der Schublade geblieben wären.

Ob sich Leser an den Wochenrhythmus gewöhnen würden, mit dem sonst eher Zeitschriften arbeiten, war beim Start die spannendste offene Frage.

Weiter in Kinderbücher

Alle Beiträge in Kinderbücher