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Unfog your mind: Leander Greitemanns Buch gegen den Nebel im Kopf

Nach wenigen Kapiteln ragen die ersten Klebezettel aus dem Buch, nach der Hälfte so viele, dass sie ihren Zweck verfehlen. Bei „Unfog your mind“ von Leander Greitemann passiert das schnell. Das Buch ist voller Sätze, die zum Markieren einladen, und es sieht dabei so gut aus, dass man es fast nicht bekleben möchte.

Worum es geht

Die Grundidee ist einfach und gerade deshalb überzeugend. Viele Dinge, die den Alltag vernebeln, vermiesen oder vermasseln, existieren vor allem im eigenen Kopf. Dort haben sie sich gut verankert, als Annahmen, Ängste und Gewohnheiten, und sie verstellen den Blick auf das, was das Leben leicht und lebenswert machen könnte. Veränderungen erscheinen unmöglich, weil der Nebel die Sicht nimmt.

Greitemann, Philosoph und Speaker, will diesen Nebel wegpusten. In 20 Kapiteln arbeitet er mit Denkanstößen und Geschichten, mit Praxistipps und kurzen Experimenten, mit Philosophie und Psychologie, und das alles ohne Ausreden für die Leserin, die es sich gern bequem machen würde. Die Mischung aus eigener Erfahrung, humorvollen Anekdoten und wissenschaftlicher Grundlage lässt einen förmlich durch die Seiten fliegen.

Die Kapitel sind kurz genug, um sie einzeln zu lesen, etwa morgens vor der Arbeit oder abends als Gegengewicht zum Tag. Eingestreut sind kurze Experimente und Lifehacks, die sich ohne Vorbereitung im eigenen Alltag ausprobieren lassen, oft noch am selben Tag. Wer diese Übungen ernst nimmt und sie tatsächlich macht, statt sie nur zu lesen, liest das Buch langsamer, als es sein Tempo nahelegt, und hat am Ende mehr davon.

Ein Buch, das man gern in der Hand hält

Erschienen ist „Unfog your mind“ im Verlag Hermann Schmidt in Mainz. Der Verlag ist vor allem für Bücher über Typografie und Gestaltung bekannt, und er behandelt auch seine Sachbücher so, als wären sie Gestaltungsobjekte. Inhalt und Form greifen ineinander, die Gestaltung geht neue Wege und macht das Lesen dadurch noch angenehmer.

Bei „Unfog your mind“ stammt die Gestaltung von Katrin Schacke. Typografie, Farben, Illustrationen und Weißraum machen das Buch zum Augenschmaus, ohne vom Text abzulenken. Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, findet auf der Seite des Verlags einen Blick ins Buch.

Für Menschen mit einem Faible für schön gemachte Bücher ist das allein schon ein Argument.

Neu oder bestätigend?

Wie viel Neues das Buch bietet, hängt stark vom Vorwissen ab. Wer bereits Erfahrung mit Zen-Meditation, Achtsamkeit oder der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg hat, wird viele Gedanken wiedererkennen. Die Klebezettel markieren dann weniger neue Erkenntnisse als Stellen, an denen man sich auf dem richtigen Weg bestätigt fühlt. Auch das hat seinen Wert, denn Greitemann findet für Bekanntes oft frische, einprägsame Formulierungen.

Für Leserinnen und Leser, die noch am Anfang stehen, ist das Buch dagegen eine Schatzkammer. Es funktioniert wie eine Landkarte mit vielen Wegweisern, und eine Landkarte schadet nie, selbst wenn man glaubt, sich schon gut auszukennen.

Kleine Kritikpunkte

Am Ende stehen acht Lesetipps. Das ist angesichts der Belesenheit, die aus jedem Kapitel spricht, erstaunlich wenig, und es wäre leicht gewesen, noch einige Titel mehr aus dem Regal zu ziehen. Hinzu kommt ein zweiter Punkt: Greitemann verweist im Text immer wieder auf sehenswerte TED-Talks, doch diese Hinweise fehlen in der Liste am Schluss. Eine gesammelte Lese- und Guckliste hätte das Buch noch nützlicher gemacht.

Das sind Kleinigkeiten, aber sie fallen auf, weil der Rest so sorgfältig gemacht ist.

Verwandte Bücher

Im selben Verlag erschien Frank Berzbachs „Die Kunst, ein kreatives Leben zu führen“, das sich ebenfalls mit Achtsamkeit, Arbeit und Aufmerksamkeit beschäftigt und inhaltlich wie gestalterisch hochgelobt wurde. Wer eines der beiden Bücher mochte, wird mit dem anderen vermutlich ebenfalls glücklich.

Eine auffällige Parallele gibt es zu Rutger Bregmans „Im Grunde gut“, einem Sachbuch über das Menschenbild, das mit der verbreiteten Annahme aufräumt, der Mensch sei von Natur aus egoistisch. Greitemann schreibt auf Seite 211 sinngemäß, dass große Veränderungen kleine Veränderungen voraussetzen. Bei Bregman heißt es auf Seite 426: „Erst dann, wenn das Kleine in Ordnung ist, kann dem Großen Platz eingeräumt werden.“ Zwei sehr unterschiedliche Bücher, das eine über persönliche Denkmuster, das andere über das Menschenbild in Geschichte und Gesellschaft, kommen damit zu einem fast gleichen Gedanken.

Wer beide nacheinander liest, kann das als Zufall abtun oder als kleines Zeichen nehmen, dass es sich lohnt, im Kleinen anzufangen.

Für wen es sich lohnt

„Unfog your mind“ eignet sich für alle, die ihre eigenen Denkmuster hinterfragen wollen, ohne sich durch einen trockenen Ratgeber zu kämpfen. Es passt als Geschenk für Menschen in Umbruchphasen, als Einstieg in das Thema Achtsamkeit und als Begleitbuch für alle, die schon unterwegs sind und neue Impulse suchen.

Und für Liebhaber gut gestalteter Bücher ist es ohnehin ein Kandidat für das Regal, das man Besuchern zuerst zeigt. Ein Tipp für Sie am Rande: Die Klebezettel am besten in einer Farbe kaufen, die zum Umschlag passt.

Häufige Fragen

Worum geht es in „Unfog your mind“?

Leander Greitemann beschäftigt sich mit den Gedanken, Gewohnheiten und Annahmen, die den Alltag vernebeln und Veränderungen unmöglich erscheinen lassen. In 20 Kapiteln verbindet er Philosophie und Psychologie mit Anekdoten, kurzen Experimenten und praktischen Tipps. Ziel ist, den Blick für das freizulegen, was das Leben leichter macht. Der Ton ist humorvoll, die Argumente sind dennoch wissenschaftlich unterfüttert.

Wer ist Leander Greitemann?

Leander Greitemann ist Philosoph und Speaker. In seinen Vorträgen und in seinem Buch „Unfog your mind“ übersetzt er Erkenntnisse aus Philosophie und Psychologie in alltagstaugliche Denkanstöße. Er arbeitet dabei mit Geschichten, Humor und kleinen Experimenten, die Leserinnen und Zuhörer direkt ausprobieren können, und verweist häufig auf weiterführende Vorträge und Bücher.

In welchem Verlag ist „Unfog your mind“ erschienen?

Das Buch erschien im Verlag Hermann Schmidt in Mainz, der vor allem für Bücher über Typografie, Gestaltung und Kreativität bekannt ist und großen Wert auf die Ausstattung seiner Titel legt. Die Gestaltung von „Unfog your mind“ stammt von Katrin Schacke. Auf der Verlagsseite lässt sich ein Blick ins Buch werfen.

Für wen eignet sich „Unfog your mind“?

Besonders für Menschen, die am Anfang stehen, sich mit Achtsamkeit, eigenen Denkmustern und Veränderung zu beschäftigen. Für sie ist das Buch eine Art Landkarte mit vielen Wegweisern. Wer bereits Erfahrung mit Meditation, Achtsamkeitspraxis oder gewaltfreier Kommunikation hat, findet vor allem Bestätigung und neue Formulierungen für Bekanntes, dazu viele Hinweise auf sehenswerte Vorträge.

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