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Nehmt euch Zeit! – „Denn Zeit ist Leben.“

Wo ist nur die Zeit geblieben?

Diese Frage stellt ihr euch sicherlich auch des Öfteren. Die Zeit rast, ein Tag verfliegt, mit ihm Wochen und Monate. Für nichts hat man mehr Zeit, nicht für sich selbst und schon gar nicht für andere, die können sich mal bitte ganz hinten anstellen. Und wehe, es wird einem auch noch Zeit geraubt. Da werden rote Ampeln und verspätete Züge zur Geduldsprobe. Was hätte man alles in dieser Zeit machen können! – Wirklich?

Nehmt euch Zeit! – „Denn Zeit ist Leben.“

Michael Ende: Momo – Thienemann Verlag (1973)

Wir haben reichlich Zeit, wir nehmen sie uns nur nicht. Im Grunde hätte ich noch nicht einmal Zeit, diesen Beitrag hier zu schreiben. Viel dringendere Sachen stehen auf meiner To-Do-Liste. Aber halt, wer entscheidet über meine Zeit, wenn nicht ich selbst?

„Aber über meine Arbeitszeit bestimmt eben der Arbeitgeber!“ höre ich euch jetzt schon argumentieren. Stimmt, aber was ihr aus eurer Arbeitszeit macht und wie ihr diese Zeit letztendlich empfindet, liegt schon ein großes Stück weit in euren Händen. Und das gilt auch für Zeit, die ihr als verlorene Zeit empfindet.

Um diese verlorene oder vergeudete Zeit ging es in einem Tweet, den ich im März dieses Jahres verfasste. Kein anderer Beitrag meines bald 9-jährigen Twitterdaseins wurde jemals mit so vielen Herzen versehen, wie dieser. Was für einen Nerv hatte ich da getroffen?!

Raus aus den Hamsterrädern!

Oft sind es bereits kleine Modifikation in Denk- und Handlungsweisen, die Großes bewirken können. Häufig vergessen wir, zu welchen Veränderungen wir in unserem Leben fähig sind und wie diese sich positiv auf uns und unser Umfeld auswirken. Und plötzlich ist sie da, die Zeit, die wir vorher nicht zu haben schienen. So reichlich, dass wir sie sogar mit anderen teilen können.

Der Spruch „Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.“, der Albert Schweitzer zugeordnet wird, lässt sich auch wunderbar auf die Zeit anwenden. Denn hat man erst herausgefunden, wie viel Zeit man doch eigentlich hat, kann man diese mit Freude teilen und irgendwie wird sie doch nicht weniger. Da findet sich plötzlich Zeit für den Plausch über den Gartenzaun, den spontanen Besuch der Freundin, den Kuchen für das Abschlussfest oder darüber hinaus eben auch Zeit für die, die wir noch nicht kennen. Zeitschenker werden überall gebraucht. Sie machen unser Leben und das der anderen ein wenig schöner.

Zeit ist Leben.
Lassen wir uns diese von den grauen Herren nicht stehlen!

 


Danke an Dieter Braun, der mir seine Illustration des grauen Herrn aus der 2013 erschienenen Ausgabe von Momo (Thienemann Verlag) als Beitragsbild zur Verfügung stellte.

Weitere Infos für Zeitschenker:

4 Kommentare

  1. Hanne sagt

    Hallo Stefanie, vielen Dank für diesen Post! Kam zur richtigen Zeit.
    Werde jetzt täglich darüber nachdenken.
    LG Hanne

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