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Stadtbibliothek Solingen: #bookupDE zur Nacht der Bibliotheken 2015

Ein Raum unter der Treppe, um den sich in der Stadtbibliothek Solingen offenbar Geschichten rankten, eine Poststelle für die Fernleihe und eine Waschmaschine zwischen Kaffeemaschinen: Das waren die Stationen, die für den Abend des 6. März 2015 angekündigt waren. An diesem Freitag fand in Nordrhein-Westfalen die Nacht der Bibliotheken statt, und die Solinger Stadtbibliothek nutzte sie für ein #bookupDE, bei dem Besucherinnen und Besucher Orte zu sehen bekamen, die sonst dem Personal vorbehalten sind.

Die Nacht der Bibliotheken

Die Nacht der Bibliotheken ist ein landesweiter Aktionstag. Viele Bibliotheken in NRW öffnen bis tief in den Abend und laden zu einem Programm ein, das sich vom normalen Ausleihbetrieb abhebt. 2015 fand die Aktion zum fünften Mal innerhalb von zehn Jahren statt. Einen Überblick über das Konzept und die beteiligten Häuser gab der Verband der Bibliotheken des Landes auf seiner Website.

Das Motto lautete „eMotion“. Der Verband erklärte das Kunstwort mit drei Bestandteilen. Das kleine „e“ stand für elektronische Medien, also E-Paper, E-Books, digitale Videos und Hörbücher. „Motion“ stand für Bewegung, Fitness, Entwicklung und lebenslanges Lernen. Und „Emotion“ für die Begeisterung, die Bibliotheken wecken, und die Begeisterung, die ihre Nutzer für sie empfinden.

Warum das Motto zu #bookupDE passte

Bewegung, Begeisterung, Bibliothek und ein elektronisches „e“ – kaum ein Rahmen hätte besser zu einem #bookupDE gepasst. Bei diesem Format treffen sich Menschen, die gern lesen und in sozialen Netzwerken unterwegs sind, an einem Ort rund ums Buch, lassen sich etwas zeigen und berichten gleichzeitig mit dem Smartphone davon. Eine Bibliothek, die ihre Hinterzimmer öffnet, liefert dafür genau den richtigen Stoff.

Der Abend begann um 19 Uhr. Organisiert wurde er gemeinsam vom Team der Stadtbibliothek und den Initiatoren von #bookupDE. Eingeladen waren alle, die ein Smartphone besitzen und Twitter, Facebook oder Instagram als zweites oder drittes Zuhause betrachten. Aufgeschlossene Gäste ohne Smartphone waren ausdrücklich ebenfalls willkommen. Zum Abschluss gab es ein Kaltgetränk, die Anmeldung lief über Facebook oder per Kommentar.

Was hinter den Kulissen einer Bibliothek passiert

Die angekündigten Stationen zeigten, wie viel Arbeit in einer Stadtbibliothek unsichtbar bleibt. Ein neues Buch landet nicht einfach im Regal. Es wird bestellt, im Katalog erfasst, mit einer Signatur versehen, oft in Schutzfolie eingebunden und mit einem Etikett oder Chip für die Ausleihe ausgestattet. Erst dann geht es in den Freihandbereich, wo es die Nutzer finden.

Die Poststelle für die Fernleihe ist ein weiterer Ort, den kaum jemand kennt. Über die Fernleihe können Bücher und Aufsätze bestellt werden, die die eigene Bibliothek nicht besitzt. Andere Bibliotheken im Verbund schicken sie per Post, und die Solinger Nutzer holen sie dann in ihrer Stadtbibliothek ab. Hinter diesem Service steckt ein ständiger Strom von Päckchen, die verpackt, verschickt und registriert werden müssen.

Und die Waschmaschine? Die Auflösung dieses Rätsels gehörte zum Programm des Abends. Wer an Handpuppen aus der Kinderbibliothek, Kissen aus der Leseecke oder Tischdecken für Veranstaltungen denkt, ahnt vielleicht, wozu eine Bibliothek so ein Gerät brauchen könnte.

Die Stadtbibliothek als Ort in Solingen

Für viele Solingerinnen und Solinger ist die Stadtbibliothek weit mehr als ein Ort zum Ausleihen. Sie ist Lernort für Schülerinnen und Schüler, Treffpunkt für Familien mit kleinen Kindern, Arbeitsplatz für Studierende und Anlaufstelle für Menschen, die Zeitungen lesen oder ins Internet möchten. Öffentliche Bibliotheken bieten neben Büchern auch Zeitschriften, Filme, Hörbücher, Spiele und digitale Medien an, die sich online ausleihen lassen.

Genau diese Vielfalt wollte das Motto „eMotion“ sichtbar machen. Eine Bibliothek im 21. Jahrhundert steht nicht still, sie bewegt sich mit ihren Nutzern und den Medien, die diese nutzen. Aktionen wie die Nacht der Bibliotheken oder ein #bookupDE helfen dabei, dieses Bild in die Öffentlichkeit zu tragen, auch zu Menschen, die seit ihrer Schulzeit keine Bibliothek mehr betreten haben.

Aktuelle Informationen zu Öffnungszeiten, Angeboten und Veranstaltungen stellt die Stadt Solingen auf ihrer Seite zur Stadtbibliothek bereit. Die Bibliothek war 2015 auch auf Facebook und Twitter aktiv, was für ein Format wie #bookupDE eine wichtige Voraussetzung war.

Warum Live-Berichte aus der Bibliothek funktionieren

Wer bei einem solchen Abend mitmacht, zeigt einem großen Publikum etwas, das es selten zu sehen bekommt. Fotos aus dem Magazin, kurze Videos aus der Medienbearbeitung oder ein Bild der geheimnisvollen Waschmaschine wecken Neugier, auch bei Menschen, die gar nicht vor Ort sind. Für die Bibliothek bedeutet das Aufmerksamkeit, die sich mit einer klassischen Pressemitteilung kaum erreichen lässt.

Dazu kommt der Austausch unter den Gästen. Wer im Netz regelmäßig über Bücher schreibt, trifft hier Gleichgesinnte aus der eigenen Stadt, oft zum ersten Mal persönlich. Aus solchen Begegnungen entstehen nicht selten Lesekreise, gemeinsame Besuche von Lesungen oder einfach neue Kontakte, die über den Abend hinaus halten.

Was sich nun tatsächlich im Raum unter der Treppe verbarg, erfuhren an diesem Abend nur diejenigen, die dabei waren – und die es im besten Fall sofort unter #bookupDE ins Netz stellten.

Häufige Fragen

Was ist die Nacht der Bibliotheken?

Die Nacht der Bibliotheken ist ein Aktionstag, an dem zahlreiche Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen bis in den späten Abend öffnen und ein besonderes Programm anbieten, von Lesungen über Führungen bis zu Spielen und Workshops. Veranstaltet wird sie vom Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen. 2015 fand sie am 6. März statt, zum fünften Mal innerhalb von zehn Jahren, und stand unter dem Motto „eMotion“.

Wofür stand das Motto „eMotion“?

Das Kunstwort vereinte drei Bedeutungen. Das kleine „e“ stand für elektronische Medien wie E-Paper, E-Books, digitale Videos und Hörbücher. „Motion“ stand für Bewegung, Fitness, Entwicklung und lebenslanges Lernen. Und „Emotion“ meinte die Begeisterung, die Bibliotheken wecken, ebenso wie die Begeisterung der Nutzerinnen und Nutzer für ihre Bibliothek. Die Veranstalter wollten damit zeigen, dass Bibliotheken längst mehr sind als Orte der Ausleihe.

Was ist eine Fernleihe?

Mit der Fernleihe lassen sich Bücher und Aufsätze bestellen, die die eigene Bibliothek nicht besitzt. Die Bibliothek fragt dann bei anderen Bibliotheken im Verbund an, die das gewünschte Werk per Post oder als Kopie schicken. Die Nutzerin holt es in ihrer Heimatbibliothek ab und gibt es dort auch zurück. Für die Fernleihe wird meist eine kleine Gebühr erhoben, und die Lieferung dauert in der Regel einige Tage bis wenige Wochen.

Wie lief ein #bookupDE in einer Bibliothek ab?

Die Teilnehmenden trafen sich zu einer festen Uhrzeit, in Solingen um 19 Uhr, und bekamen eine Führung durch Bereiche, die Besucher sonst nicht sehen, etwa die Medienbearbeitung oder die Poststelle. Während des Rundgangs berichteten sie mit dem Smartphone live auf Twitter, Facebook oder Instagram unter dem Hashtag #bookupDE. Auch Gäste ohne Smartphone waren willkommen. Zum Abschluss gab es ein Kaltgetränk und Zeit für Gespräche.

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