#100happydays: 100 Tage lang jeden Tag ein Foto eines Glücksmoments
Ein Apfel, der am Baum langsam rot wird. Eine Tasse Kaffee am Morgen, noch bevor jemand etwas will. Fünf ruhige Minuten im Liegestuhl. Solche Momente gehen im Alltag leicht verloren, weil sie klein sind und sich scheinbar nicht lohnen, erinnert zu werden.
Genau an dieser Stelle setzt die Aktion #100happydays an, die 2014 in sozialen Netzwerken große Verbreitung fand.
So funktioniert #100happydays
Die Regel ist schlicht. An 100 aufeinanderfolgenden Tagen wird jeden Tag ein Foto von etwas gemacht, das an diesem Tag glücklich gemacht hat, und mit dem Hashtag #100happydays veröffentlicht, etwa bei Instagram, Twitter, Facebook oder in einem eigenen Tumblr. Es muss kein großes Ereignis sein. Ein gutes Frühstück zählt ebenso wie ein Gespräch mit einer Freundin oder das Licht auf dem Heimweg.
Die Schwierigkeit liegt weniger im Fotografieren als im Durchhalten. Nicht wenige geben nach einigen Wochen auf, meist weil der Alltag dazwischenkommt. Wer die 100 Tage durchzieht, stellt dagegen oft fest, dass sich der Blick verändert: Man sucht tagsüber nach dem Moment, der das Foto wert ist, und findet ihn fast immer.
Warum die Aktion wirkt
Viele sprechen von Entschleunigung, und trotzdem rinnen die Tage durch die Finger. Gerade die Werktage zwischen zwei Wochenenden scheinen nichts zu enthalten, woran es sich zu erinnern lohnt. #100happydays dreht diese Wahrnehmung um. Nach 100 Tagen liegt eine Sammlung von Bildern vor, und wer sie durchblättert, erlebt die einzelnen Tage vor dem inneren Auge noch einmal. Es kann sich anfühlen, als habe man in dieser Zeit mehr gelebt als vorher.
Ähnliche Ideen kennt man aus der Psychologie, etwa das Dankbarkeitstagebuch, in das jeden Abend drei gute Dinge des Tages eingetragen werden. Die Fotoaktion macht daraus eine öffentliche, bildhafte Variante, und der Hashtag verbindet Menschen, die dasselbe versuchen.
Nach den 100 Tagen
Wer Gefallen daran gefunden hat, muss nach dem hundertsten Tag nicht aufhören. Manche führen die Gewohnheit unter anderen Hashtags fort, etwa #TolleTage, und halten ihre glücklichen Momente weiterhin fest, um sich auch Jahre später vor Augen führen zu können, dass sich das Leben an guten wie an weniger guten Tagen lohnt.
Wer lieber nichts öffentlich teilen möchte, kann das Prinzip ebenso gut im eigenen Fotoalbum auf dem Handy umsetzen. Ob die Wirkung dieselbe ist, wenn niemand zuschaut und niemand ein Herz vergibt, wäre einen eigenen Versuch wert.
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