mixtvision Verlag: E-Book inklusive zum gedruckten Buch, Smart Layout
Zwischen den Seiten steckte ein Lesezeichen, und darauf stand ein Code. Mit ihm ließ sich ab Januar 2014 zu jeder Neuerscheinung des Münchner Kinder- und Jugendbuchverlags mixtvision das passende E-Book kostenlos herunterladen, vom Bilderbuch bis zum Jugendroman. Der Verlag nannte das Angebot „E-Book inklusive“.
Buch und Datei zum selben Preis
Die Ladenpreise der Bücher stiegen durch den Zusatz nicht. Verleger Sebastian Zembol beschrieb das Angebot als „Ein Service für alle Leser, die hochwertig ausgestattete Bücher lieben, aber im Alltag vermehrt digital unterwegs sind“. Der Verlag sah darin zugleich eine Stärkung des stationären Buchhandels: Wer sonst ein E-Book online gekauft hätte, sollte einen Grund haben, das gedruckte Buch in der Buchhandlung mitzunehmen.
Das Modell war 2014 im deutschen Kinderbuchmarkt ungewöhnlich. Die meisten Verlage verkauften Print und E-Book getrennt, und Bündel beider Formate blieben die Ausnahme.
Bilderbücher im „Smart Layout“
Die größere Schwierigkeit lag bei bildreichen Büchern. Ein Bilderbuch lässt sich nicht einfach in ein fließendes E-Book-Format übertragen, ohne dass Doppelseiten zerfallen oder Text und Bild auseinanderrutschen. mixtvision entwickelte dafür über die Tochterfirma mixtvision Digital das sogenannte „Smart Layout“. Die Druckvorlagen wurden dabei nicht nur technisch umgewandelt, sondern redaktionell für Tablets und E-Reader neu aufbereitet, einschließlich Animationen und interaktiver Elemente, die bis dahin vor allem aus Apps bekannt waren.
Sebastian Zembol fasste den Ansatz so zusammen: „Wir veröffentlichen Bücher in hochwertiger Ausstattung und liebevoller Gestaltung. Da wir schon immer multimedial denken, publizieren wir alle Bücher auch digital. Mit ‚E-Book inklusive‘ und ‚Smart Layout‘ gehen wir konsequent zwei Schritte weiter und setzen Zeichen für den Buchmarkt der Zukunft.“
Nähere Informationen stellte der mixtvision Verlag auf einer eigenen Seite zum Angebot E-Book inklusive bereit.
Offen blieb die Frage, wie viele Familien den Code tatsächlich einlösten, und ob ein Bilderbuch auf dem Tablet überhaupt dieselbe Rolle beim Vorlesen spielen kann wie auf dem Schoß.
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