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Beethovenfest Bonn 2014: Vom Tweetup #befespark zum Konzert-Blind-Date

Auf dem Bonner Marktplatz saßen Anfang September 2014 rund zwanzig Menschen mit Smartphones in der Hand, während das City of Birmingham Symphony Orchestra unter Andris Nelsons die Sinfonien Nr. 1, 2 und 3 von Ludwig van Beethoven spielte. Das Wetter war prächtig, und unter dem Hashtag #befespark gingen im Lauf des Abends rund 1.500 Tweets hinaus.

Ein Tweetup beim Beethovenfest

Tweetups dieser Art waren zu der Zeit ein beliebtes Mittel von Kulturinstitutionen, ein Publikum zu erreichen, das nicht zu den Stammgästen im Konzertsaal zählt. Das Beethovenfest Bonn lud dafür eine Gruppe von Twitter-Nutzern ein, die das Konzert live kommentierten und ihre Eindrücke teilten. Andris Nelsons, damals Musikdirektor in Birmingham, galt als ausgesprochen charismatischer Dirigent, was den Stoff für die Tweets nicht kleiner machte.

Klassische Musik und das schnelle Medium schienen auf den ersten Blick wenig zusammenzupassen. Gerade darin lag der Reiz: Eine Sinfonie in Echtzeit in 140 Zeichen zu fassen zwingt zum genauen Hinhören, und die Mitlesenden bekamen einen Eindruck davon, wie es sich anfühlt, auf dem Platz zu sitzen.

Karten als Dankeschön

Als Belohnung konnten sich die Teilnehmenden zwei weitere Karten aus dem Programm des Festivals aussuchen. Gewählt wurde unter anderem das Konzert des Norwegian Arctic Philharmonic Orchestra am Donnerstag, dem 2. Oktober 2014, mit Plätzen in der dritten Reihe.

Für die zweite Karte wurde ein Blind Date gesucht.

Gefragt war eine Begleitung mit Freude an klassischer Musik, möglichst aus der Nähe, damit Hin- und Rückfahrt gemeinsam mit der Bahn möglich waren. Die Eintrittskarte galt beim Beethovenfest zugleich als Fahrausweis im Verkehrsverbund Rhein-Sieg, ein praktisches Detail für einen Abend, der vermutlich spät endet. Bewerben konnte man sich bis Dienstag, 30. September, mit einem möglichst originellen Kommentar.

Eine Konzertbegleitung per Aufruf im Netz zu suchen, war auch 2014 ein eher ungewöhnlicher Weg. Ob aus solchen Verabredungen mehr wird als ein gemeinsamer Abend in Reihe drei, lässt sich meist erst auf der Rückfahrt sagen.

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