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Salām und Schalom: sieben Bücher zum Nahostkonflikt und ein Buchring

Im Sommer 2014 lag bei vielen Rezensentinnen William Sutcliffes Jugendroman Auf der richtigen Seite, die Geschichte eines Jungen, der in einer israelischen Siedlung im Westjordanland aufwächst, erschienen bei Rowohlt. Kurz darauf eskalierte der Gaza-Konflikt erneut. Viele Leserinnen und Leser merkten in diesem Sommer, wie wenig sie über die Hintergründe wussten, obwohl sie Begriffe wie Sechstagekrieg oder Intifada seit Jahrzehnten kannten.

Ein Sachbuch als Einstieg

Wer sich dem Thema nähern will, findet in Die Geschichte der Israelis und Palästinenser von Martin Schäuble und Noah Flug einen guten Anfang. Das Buch richtet sich an Jugendliche, eignet sich aber ebenso für Erwachsene. Besonders nützlich ist die umfangreiche, kommentierte Medienauswahl im Anhang, die zu weiterer Lektüre führt.

Sieben Bücher, zwei Perspektiven

Aus Sachbuch, Empfehlungen und Leserhinweisen entstand eine Liste, die israelische und palästinensische Stimmen nebeneinanderstellt:

  • William Sutcliffe: „Auf der richtigen Seite“
  • Martin Schäuble und Noah Flug: „Die Geschichte der Israelis und Palästinenser“
  • Susan Abulhawa: Während die Welt schlief, ein Roman über vier Generationen einer palästinensischen Familie
  • Sumaya Farhat-Naser: Thymian und Steine, eine palästinensische Lebensgeschichte
  • Sari Nusseibeh: Es war einmal ein Land, die Autobiografie eines palästinensischen Philosophen
  • Amos Oz: Im Lande Israel
  • Amos Oz: Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Wer diese Bücher nacheinander liest, streift gedanklich durch Olivenhaine und Städte und bekommt ein Gefühl für die Vielfalt des Landes und das Konfliktpotenzial, das daraus erwächst. Ergänzend lohnen Essays, die 2014 in der ZEIT erschienen, etwa von Fania Oz-Salzberger über den Blick für das Leid der Anderen und von Zeruya Shalev über Das gebrochene Herz.

Wie ein Buchring funktioniert

Aus der Liste wurde im August 2014 ein Buchring. Das Prinzip: Für jedes Buch melden sich Interessierte an, es entsteht eine Postliste, und das Exemplar wandert von Leser zu Leser, bis es zur Besitzerin zurückkehrt. Damit der Zeitrahmen überschaubar und die Taschenbücher lesbar bleiben, begrenzt man die Runde am besten auf etwa fünf Personen pro Titel. Wer das Buch erhalten hat, schickt es nach dem Lesen an die nächste Person auf der Liste weiter. Die Teilnehmenden tragen nur das Porto, damals je nach Gewicht 1,00 oder 1,65 Euro für eine Büchersendung.

Ein Buchring hat einen Nebeneffekt, den kein Einzelkauf bietet: Am Ende halten mehrere Menschen dasselbe Exemplar in der Hand, manchmal mit Randnotizen der Vorgänger.

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