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24 Kinderbuchtipps aus der Hildener Bücherschau: bis zum Jugendroman

Zebrastreifenweiß, Königskronengold: Mit solchen Farbnamen beginnt die Liste, und zwar in einem Pappbilderbuch für Zweijährige. Am Ende steht ein Roman, in dem Schiffbrüchige darüber streiten, ob man einen Menschen opfern darf, um andere zu retten. Dazwischen liegen 22 weitere Bücher, die im Herbst 2013 bei der Bücherschau der Stadtbücherei Hilden vorgestellt wurden, sortiert nach Alter und quer durch alle Genres.

Eine solche Bandbreite ist Absicht. Wer vor Weihnachten ein Buch verschenken will, hat selten ein Genre im Kopf, sondern ein bestimmtes Kind: die Dreijährige, die Monster liebt, den Elfjährigen, der eigentlich nur noch am Bildschirm sitzt. Die folgende Auswahl ist deshalb nach Altersstufen geordnet.

Für die Kleinsten: Farben, Monster und ein kleiner Elefant

„Zitronengelb und Feuerrot“ von Sabine Lohf (Moritz Verlag, ab 2) ist ein Pappbilderbuch über Farbtöne, die weit über Rot, Gelb und Blau hinausgehen, und es liefert nebenbei eine ganze Reihe von Bastelideen zum Thema Farbe. Für Eltern, die gern mit ihren Kindern schneiden und kleben, ist das ein Buch mit langer Haltbarkeit.

In „Das Monster aller Monster“ von Patrick McDonnell, übersetzt von Ebi Naumann (Aladin, ab 3), streiten drei eher kleine Monster darüber, wer von ihnen das schrecklichste ist, und bauen schließlich gemeinsam das fürchterlichste Monster überhaupt. Das große literarische Vorbild ist unverkennbar, der Schluss aber überrascht und bringt Kinder wie Erwachsene zum Lachen. Ebenfalls ab drei empfohlen ist „Alles gut, Kleiner!“ von Mark und Rowan Sommerset in der Übersetzung von Andreas Steinhöfel (Carlsen). An einem Blatt wird darin nicht nur in der Geschichte genagt, sondern auch an den Buchseiten selbst, sodass der Blick ständig die Perspektive wechselt. Es geht um Angst, Mut und einen kleinen, roten, krabbeligen Freund.

„Tambo, der kleine Elefant“ von Stephanie Schneider, illustriert von Henrike Wilson (Gerstenberg, ab 4), erzählt von einem Elefanten, der es satt hat, ständig „klein“ genannt zu werden. Sein abenteuerlicher Plan, das Gegenteil zu beweisen, scheitert glücklicherweise, und am Ende ist er trotzdem ein Großer. Das großformatige Bilderbuch lebt von seinen weichen, warmen Bildern.

Ab fünf: große Fragen und alltägliche Abenteuer

„Kleiner Inuit“ von Davide Cali, illustriert von Maurizio Quarello (Atlantis, ab 5), handelt von einem Jungen, der wissen möchte, ob er später ein großer Jäger wird. Erst der Elch hat eine Antwort für ihn. Die Illustrationen sind bemerkenswert, die Geschichte ist leise und weise.

Ganz anders „Für immer“ von Kai Lüftner mit Bildern von Katja Gehrmann (Beltz & Gelberg, ab 5). Egons Papa ist weg, und er kommt nicht wieder. Das Bilderbuch über einen großen Verlust spendet Trost und zeigt zugleich, wie man selbst Trost spenden kann. Es rührt auch erwachsene Vorleser zu Tränen.

Leichter wird es mit „Ben.“ von Oliver Scherz, illustriert von Annette Swoboda (Thienemann, ab 5). Ben ist fast sechs, sein bester Freund ist eine Schildkröte namens Herr Sowa, und zusammen überstehen die beiden überflutete Badezimmer, halsbrecherische Kletterpartien und Arztbesuche. Zehn Episoden eignen sich für zehn Abende. „Geckos große Geschichtenwelt“ (Mixtvision, ab 5) versammelt 14 Geschichten aus sechs Jahren des Kindermagazins „Gecko“ und bietet damit eine ungewöhnliche Vielfalt an Erzähl- und Zeichenstilen in einem Band.

Ein Sonderfall ist „Alle Welt“ von Aleksandra Mizielińska und Daniel Mizieliński (Moritz Verlag, ab 6). Mehr als drei Jahre arbeiteten die beiden polnischen Buchgestalter an rund 4.000 kleinen Vignetten, verteilt auf Karten von 51 Ländern und Kontinenten. Wer darin blättert, erfährt beiläufig Dinge wie die Nationalblume Nepals.

Ab sieben: Freundschaft, Schutzengel und Alienkrieg

„Mein Herz hüpft und lacht“ von Rose Lagercrantz, illustriert von Eva Eriksson (Moritz Verlag, ab 7), erzählt von einer großen Freundschaft und lässt sich auch ohne den ersten Band „Mein glückliches Leben“ verstehen. Das Buch funktioniert zum Vorlesen ebenso wie für die ersten eigenen Leseversuche. „Bert und Bart retten die Welt“ von Tjibbe Veldkamp mit Bildern von Kees de Boer, übersetzt von Rolf Erdorf (Sauerländer, ab 7), ist dagegen laut und albern: Zwei Jungen spielen Alienkrieg, und am Ende retten sie tatsächlich die Welt. Für vorlesende Väter ist es ein Geschenk.

Mit „Schutzengel Valentina von Wolke 17“ von Barbara van den Speulhof, illustriert von Annette Swoboda (Fischer KJB, ab 8), bekommt eine Schutzengel-Auszubildende mit reichlich Flausen im Kopf von Mama Liebergott eine heikle Mission. In „Die absolut unglaublichen und zu 113 % wahren Abenteuer des Cornelius Delano Tuckerman“ von Frank Maria Reifenberg, illustriert von Helge Vogt (Ueberreuter, ab 9), führt ein Zehnjähriger Tagebuch über seine haarsträubenden Erlebnisse, garniert mit vielen Skizzen.

Ab elf: Agenten, Superschurken und ein Kater im falschen Körper

Vier Titel zielen auf Leserinnen und Leser, die dem Kinderbuch entwachsen. In „Winston – Ein Kater in geheimer Mission“ von Frauke Scheunemann (Loewe) tauschen ein verwöhnter Stubenkater und die zwölfjährige Kira nach einem Blitzeinschlag die Körper, und der Kater lernt Zickereien und Pubertät kennen. „Ruby Redfort – Gefährlicher als Gold“ von Lauren Child, übersetzt von Anne L. Braun (Fischer KJB), schickt eine hochbegabte Rätsellöserin in den Geheimdienst. „Joshua Schreck“ von Lee Bacon in der Übersetzung von Uwe-Michael Gutzschhahn (Fischer KJB) erzählt eine Superheldengeschichte aus der Sicht eines Jungen, dessen Eltern Superschurken sind. Und „Das Nagurski-Experiment – In der Gruft der Mönche“ von THiLO (cbj) beginnt mit einer missratenen Ferienfreizeit und einer geheimen Botschaft; es ist der Auftakt einer Reihe.

Ab 13 und 14: Jugendromane mit Gewicht

Die ältere Gruppe ist die vielfältigste. „Die Samuraiprinzessin“ von Corina Bomann (Baumhaus, ab 14) erzählt das Leben der Tomoe Gozen, einer der wenigen Samuraikriegerinnen, die im 12. Jahrhundert in Japan gelebt haben sollen, und verbindet Geschichte mit japanischer Mythologie. „12 things to do before you crash and burn“ von James Proimos, übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn (Gerstenberg), schickt einen Jungen namens Herc durch zwölf Aufgaben in zwölf Tagen; das Buch hat 118 Seiten und 49 Kapitel und behandelt hinter dem witzigen Ton ernste Themen.

„Boy Nobody“ von Allen Zadoff (Bloomoon) ist ein Thriller über einen sechzehnjährigen Auftragskiller, der an Actionfilme erinnert. „In guten wie in toten Tagen“ von Gina Mayer (script5) beginnt mit einem missglückten Junggesellinnenabschied und einem toten Bräutigam am nächsten Morgen. „Die Liga der Guten“ von Rüdiger Bertram (Rowohlt) fragt, ob eine Gemeinschaft wirklich gut wird, wenn sie sich kompromisslos für das Gute entscheidet, und verrät schon im Prolog, dass es nicht gut ausgeht.

Zwei Titel fallen durch ihre Form auf. „Die Sprache des Wassers“ von Sarah Crossan, übersetzt von Cordula Setsman (Mixtvision, ab 13), ist klein, in Leinen gebunden, mit Lesebändchen, und in freien Versen gesetzt; die Ich-Erzählerin Kasienka berichtet von der Fremde, ihrer Familie und der ersten Liebe. „In einem Boot“ von Charlotte Rogan, übersetzt von Alexandra Ernst (script5, ab 15), lässt Grace mit anderen Überlebenden eines Schiffsunglücks tagelang auf dem Meer treiben.

Welche Antwort die Leser dort auf die Frage finden, ob die Starken die Schwachen schützen oder die Schwachen sich opfern sollen, entscheidet jede Lesegruppe anders.

Häufige Fragen

Was ist die Hildener Bücherschau?

Die Bücherschau ist eine Veranstaltung der Stadtbücherei Hilden, bei der im Herbst neue Kinder- und Jugendbücher vorgestellt werden. Eltern, Großeltern, Erzieherinnen und Lehrkräfte bekommen dort einen Überblick über die Neuerscheinungen der Saison, meist mit Blick auf die Geschenkzeit vor Weihnachten. Vorgestellt werden die Titel nach Altersstufen, sodass sich Besucher gezielt Anregungen für ein bestimmtes Kind holen können.

Welches Buch aus der Liste eignet sich für Kinder, die einen Verlust erlebt haben?

Für diese Situation passt „Für immer“ von Kai Lüftner mit Illustrationen von Katja Gehrmann, erschienen bei Beltz & Gelberg und empfohlen ab fünf Jahren. Der kleine Egon verliert darin seinen Vater. Das Bilderbuch nimmt die Trauer ernst, ohne sie zu beschönigen, und zeigt zugleich, wie andere Trost spenden können. Es eignet sich zum gemeinsamen Lesen, bei dem Erwachsene Zeit für Fragen und Pausen einplanen sollten.

Welche Bücher aus der Auswahl eignen sich für lesefaule Jungen?

Mehrere Titel zielen genau auf diese Gruppe: „Die absolut unglaublichen und zu 113 % wahren Abenteuer des Cornelius Delano Tuckerman“ von Frank Maria Reifenberg mit vielen Skizzen, „Bert und Bart retten die Welt“ von Tjibbe Veldkamp als Vorlesebuch für Väter und Söhne, „Joshua Schreck“ von Lee Bacon mit Superschurken-Eltern und für Ältere der Thriller „Boy Nobody“ von Allen Zadoff über einen sechzehnjährigen Auftragskiller.

Gibt es in der Liste Jugendbücher, die auch Erwachsene lesen können?

Ja, vor allem im Bereich ab 14 Jahren. „Die Samuraiprinzessin“ von Corina Bomann über die historische Kriegerin Tomoe Gozen könnte ebenso gut in der Erwachsenenbelletristik stehen. „In einem Boot“ von Charlotte Rogan stellt existenzielle Fragen nach einem Schiffsunglück, und „Die Sprache des Wassers“ von Sarah Crossan erzählt in freien Versen von Fremdheit und erster Liebe. Alle drei Bücher funktionieren ohne Altersgrenze.

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