Klaus Kordon mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik geehrt
Am Freitag, dem 4. Oktober 2013, einen Tag nach dem Tag der Deutschen Einheit, überreichte Bundespräsident Joachim Gauck dem Schriftsteller Klaus Kordon das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Kordon war einer von 31 Ausgezeichneten, 14 Frauen und 17 Männern aus allen Bundesländern, die an diesem Tag geehrt wurden.
Die Begründung
Gewürdigt wurden Kordons Verdienste um das Gemeinwohl und das Zusammenleben. In der offiziellen Begründung aus dem Bundespräsidialamt hieß es, Kordon engagiere sich in seinem Werk »stets für ein humanes Miteinander und hat damit schon Millionen – nicht nur jugendlicher – Leser erreicht.« Die übrigen Geehrten hatten sich unter anderem für die Integration von Zugewanderten, die interkulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen oder in Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft verdient gemacht. Eine Übersicht der Ordensverleihung veröffentlichte das Bundespräsidialamt.
Ein Chronist deutscher Geschichte
Für einen Jugendbuchautor war das eine seltene Ehre.
Kordon wurde 1943 in Berlin geboren und gilt in der Jugendliteratur als einer der wichtigsten Erzähler deutscher Geschichte. Viele seiner Romane verfolgen historische Zusammenhänge der vergangenen rund 200 Jahre in und um Deutschland, jeweils aus der Perspektive einzelner Menschen und Familien. Politische Umbrüche werden bei ihm nie abstrakt, sondern im Alltag seiner Figuren spürbar.
Einen Teil der deutsch-deutschen Geschichte hat Kordon selbst erlebt. Sein autobiografisch geprägter Roman „Krokodil im Nacken“ erzählt davon und hat vielen jungen Leserinnen und Lesern die Wirklichkeit in der DDR nahegebracht, weit über den Geschichtsunterricht hinaus.
Die Jacobi-Saga in der Jubiläumsbox
Anlässlich eines privaten Jubiläums des Autors – Kordon wurde 2013 siebzig Jahre alt – brachte der Verlag Beltz & Gelberg sein Familienepos erstmals gesammelt heraus. Die Jacobi-Saga erschien in einer limitierten Jubiläumsbox, die die Geschichte der Berliner Familie Jacobi über mehrere Generationen zusammenführt.
Wer sich einen Überblick über Kordons Gesamtwerk verschaffen möchte, findet ihn auf der Autorenseite der Verlagsgruppe Beltz. Die Liste seiner Titel ist lang, und ein Großteil davon kreist um dieselbe Stadt.
Bemerkenswert an der Ehrung war, dass sie ausdrücklich ein Werk für junge Leser würdigte. Wie viele Erwachsene ihr Bild von der Novemberrevolution oder der geteilten Stadt zuerst aus einem Kordon-Roman gewonnen haben, lässt sich kaum messen – vermutlich sind es mehr, als der Geschichtsunterricht für sich beanspruchen würde.
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