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Bücher in liebevolle Hände abzugeben: wie gelesene Bücher weiterziehen

Jhumpa Lahiris „Das Tiefland“, Stewart O’Nans „Die Chance“, Arno Strobels „Abgründig“: Solche Titel lagen im Juni 2014 auf einem Stapel, der in liebevolle Hände abgegeben werden sollte. Es waren Bücher, die versehentlich doppelt geliefert worden waren, und Leseexemplare, die für eine Kinder- und Jugendbuchredaktion schlicht an der Zielgruppe vorbeigingen.

Wenn das Regal überquillt

Wer regelmäßig Bücher bespricht, kennt das Problem. Verlage schicken Rezensionsexemplare, manchmal zweimal, manchmal Titel, die nicht zum eigenen Schwerpunkt passen. Der Tag hat trotzdem nur 24 Stunden. Irgendwann stellt sich die Frage, wohin mit den Büchern, die man nicht lesen wird.

Wegwerfen kommt für die meisten nicht infrage. Verkaufen ist bei Leseexemplaren ohnehin ausgeschlossen. Bleibt die Weitergabe an Menschen, die sich wirklich über ein bestimmtes Buch freuen.

So funktioniert die Weitergabe

Bewährt hat sich ein einfaches Verfahren: Die Bücher werden mit Titel und Autor aufgelistet, Interessierte melden sich per Kommentar oder Nachricht für jeweils ein Buch, und bei mehreren Anfragen entscheidet das Los. Die neuen Besitzerinnen zahlen nur eine Portopauschale, im Juni 2014 waren es zwei Euro für eine Büchersendung innerhalb Deutschlands.

Wichtig ist ein Hinweis auf Sperrfristen. Leseexemplare werden oft vor dem offiziellen Erscheinungstermin verschickt, etwa mit einer Sperrfrist bis Ende August. Bis dahin darf keine Besprechung veröffentlicht werden, auch nicht online oder in sozialen Netzwerken. Wer ein solches Exemplar bekommt, sollte das Datum kennen und es im Zweifel beim Verlag erfragen, denn ein Verstoß kann dazu führen, dass künftig keine Leseexemplare mehr kommen.

Andere Wege für gelesene Bücher

Für Bücher ohne Sperrfrist gibt es weitere Möglichkeiten. Öffentliche Bücherschränke stehen in vielen Städten, Stadtbüchereien nehmen gut erhaltene Titel teilweise für ihre Flohmärkte an, und Schulen oder Kindergärten freuen sich über passende Kinderbücher. In Buchringen wandert ein Exemplar nacheinander zu mehreren Leserinnen, bevor es zurückkommt.

Eine schöne Geste zum Schluss: Wer ein Buch bekommen und besprochen hat, schickt der Person, die es abgegeben hat, den Link zur Rezension.

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