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re:publica 2014 in Berlin: wie die Konferenz funktionierte

„Um etwas zu verstehen, nehmen wir es auseinander.“ Der Satz aus der Hackerkultur passte gut zur re:publica 2014, die Anfang Mai rund 6.000 Menschen in die STATION in Berlin-Kreuzberg brachte. Wer nach drei Tagen versuchte, das Ereignis in einem Bericht zusammenzufassen, stand vor einem Gebilde, das sich nur in Einzelteilen erklären ließ.

Was die re:publica ist

Die re:publica entstand 2007 als Konferenz rund um Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft; zu den Gründern gehört Johnny Haeusler. 2014 stand sie unter dem Motto „Into the wild“, die Hallen waren mit Wald-Elementen gestaltet. Außerhalb der Szene blieb oft unklar, worum es eigentlich geht. Der Informatiker und Autor Gunter Dueck hatte das im Jahr zuvor in einer Session auf den Punkt gebracht: „Die Realität ist draußen, 200 Meter weiter sind andere.“

Das Prinzip der Sessions

Das Programm bestand 2014 aus rund 350 Sessions auf 13 Bühnen. Wie bei Barcamps konnten Teilnehmende Vorschläge für Vorträge, Diskussionen, Workshops und Aktionen einreichen; viele Gäste wurden so selbst zu Vortragenden. Eine App half bei der Orientierung, doch gerade Neulinge verloren bei der Fülle schnell den Überblick. Manche Titel waren eher originell als aussagekräftig, und beliebte Säle waren so voll, dass ein spontaner Wechsel oft nicht mehr möglich war. Die Einteilung in Angebote für Einsteiger und Fortgeschrittene reichte nicht immer aus, um das passende Niveau zu finden.

Eine Besonderheit waren sogenannte Guerilla-Sessions, zu denen sich Teilnehmende kurzfristig über Twitter verabredeten. 2014 gehörten dazu Whisky-Tastings, bei denen Menschen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund zusammenkamen, deren einzige Gemeinsamkeit die Vorliebe für Whisky war.

Das eigentliche Herzstück: die Menschen

Die wichtigsten Gespräche fanden oft zwischen den Sessions statt.

Für viele Gäste war die re:publica vor allem ein Klassentreffen. Wer auf Twitter, Facebook oder in Blogs aktiv war und Barcamps kannte, traf im Hof der STATION Menschen, mit denen er seit Jahren schrieb, aber nie gesprochen hatte. Der Hof eignete sich gut zum Kennenlernen, Netzwerken und für Fotos, mit denen die Daheimgebliebenen versorgt wurden.

Zugleich wurde 2014 eine Frage laut: Wie offen bleibt eine Veranstaltung, deren Gemeinschaft so eingeschworen ist? Manche Menschen, die zu Netzthemen durchaus etwas zu sagen hätten, trauen sich womöglich gerade deshalb nicht auf eine der Bühnen.

Und die Menschen, die 200 Meter weiter wohnten? Für sie blieb die re:publica meist ein Name auf Plakaten – eine Konferenz, die sich in Alltagssprache erstaunlich schwer erklären ließ.

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