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Blogger anschreiben: duzen oder siezen – und was der Duden dazu sagt

„Hallo, hier kommt eine tolle Kooperation für dich!“ Solche Zeilen landen täglich in den Postfächern von Bloggerinnen und Bloggern, oft von Absendern, von denen die Empfänger nie zuvor gehört haben. Auffällig wird das, wenn dieselbe Person neben dem privaten Blog auch eine redaktionelle Website betreibt. Dort kommen nahezu gleichlautende Anfragen an, allerdings durchgängig mit „Sie“.

Duzen im Netz, Siezen im Brief

Im Netz ist das Du längst Alltag. In sozialen Netzwerken duzen sich auch Menschen, die sich im Café gegenüber zunächst siezen würden, und wer unsicher ist, formuliert die erste Nachricht gern so, dass die Anrede offenbleibt. Dagegen ist nichts einzuwenden, solange beide Seiten sich in einem informellen Raum begegnen.

Eine geschäftliche Anfrage ist etwas anderes.

Wer einem Blogger eine Zusammenarbeit, ein Rezensionsexemplar oder eine Anzeige anbietet, schreibt einen Geschäftsbrief, auch wenn er per E-Mail kommt. Hier ungefragt zu duzen, setzt eine Nähe voraus, die es nicht gibt, und sagt über das Bild, das der Absender von seinem Gegenüber hat, mehr als ihm lieb sein dürfte: Blogger als junge, lockere Szene, mit der man kumpelhaft umgehen kann.

Was der Duden sagt

Der Duden hat im Sprachratgeber „Duzen oder Siezen“ eine klare Position zu diesem Punkt. Von wirklich schlechten Manieren zeuge es, so heißt es dort unter anderem, „wenn Angehörige bestimmter Berufsgruppen grundsätzlich geduzt werden“. Das Prinzip ist bekannt: Wer eine Kellnerin oder einen Verkäufer duzt, während man selbst gesiezt werden möchte, verletzt die Gegenseitigkeit, auf der die Anrede im Deutschen beruht.

Auf das Bloggen übertragen heißt das: Das Du ist keine Berufsbezeichnung. Bloggen war schon 2014 keine Randerscheinung mehr, neben unzähligen Hobbyblogs gab es hauptberufliche Blogger, und sie alle haben Anspruch auf dieselbe Höflichkeit wie eine Zeitungsredaktion.

Wie man Blogger richtig anschreibt

Die Faustregel ist einfach. Im ersten geschäftlichen Kontakt wird gesiezt, es sei denn, der Empfänger hat selbst deutlich gemacht, dass er das Du bevorzugt, etwa in seinem Impressum, auf einer Kontaktseite oder in früheren Nachrichten. Bietet das Gegenüber das Du an, kann man es annehmen. Ein Wechsel vom Sie zum Du ist jederzeit möglich, der umgekehrte Weg fällt schwer.

Diskutiert wurde das Thema damals auch in der Branche selbst, etwa rund um das eMarketing Barcamp unter dem Hashtag #embc14. Einen allgemein akzeptierten Standard hat die Debatte nicht hervorgebracht, und so entscheidet bis heute jede Agentur, jeder Verlag und jede Pressestelle für sich, ob das erste Wort ein „Hallo du“ oder ein „Sehr geehrte Frau …“ ist.

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