Buchausstellung in der Kita: die zehn gefragtesten Bilderbücher
Dickkopf, ein frecher kleiner Saurier, ruft ständig „Gigantosaurus!“, obwohl weit und breit keiner zu sehen ist, und seine Freunde zittern jedes Mal. Irgendwann glauben sie ihm nicht mehr. Und dann? Die Geschichte aus Jonny Duddles „Achtung, Gigantosaurus!“ stand im Frühjahr 2014 an der Spitze der Liste, die aus den Kinderbuchausstellungen in Solinger Kindergärten hervorging.
Solche Ausstellungen gibt es in vielen Städten. Eine Auswahl neuer Bücher wird für einige Tage in der Kita aufgebaut, im Eingangsbereich oder im Turnraum, und Eltern blättern beim Abholen, während die Kinder schon die Seiten umschlagen. In Solingen wurden sie zu diesem Zeitpunkt seit knapp zehn Jahren angeboten, mit wechselnden Programmen je nach Saison. Aus dem Frühjahrsprogramm 2014 stammen die zehn folgenden Titel, in der Reihenfolge der Liste und quer durch Pappbuch, Bilderbuch, Sachbuch und Vorlesebuch.
Platz eins bis drei: Saurier, Maus und Wald
„Achtung, Gigantosaurus!“ von Jonny Duddle, übersetzt von Linde Zwerg (Loewe, ab 4), ist eine Neufassung des Hirtenjungen, der zu oft „Wolf“ ruft, nur mit Dinosauriern und einem Ende, das die Spannung bis zur letzten Seite hält. Die kräftigen Bilder funktionieren auch in der Gruppe, wenn eine Erzieherin vorliest und zwölf Kinder gleichzeitig hinschauen.
„Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus“ von Torben Kuhlmann (Nord-Süd, ab 5) spielt in Hamburg. Mausefallen und Feinde machen einer kleinen Maus das Leben schwer, ihre Freunde verschwinden nach und nach, vermutlich nach Amerika. Also baut sie nächtelang an einem Flugzeug. Das Buch liegt zwischen Bilderbuch und Vorlesebuch, und seine fein gezeichneten, detailreichen Bilder begeistern Erwachsene mindestens so sehr wie Kinder.
Auf Platz drei landete ein Sachbuch: „Das große Waldbuch“ von Bärbel Oftring und Holger Haag (Coppenrath, ab 6) stellt auf großformatigen Doppelseiten mehr als 350 Lebewesen vor, vom Rehkitz über den Hirschkäfer bis zum Buschwindröschen, geordnet nach Stockwerken des Waldes von den Wurzeln bis zur Krone. Dazu kommen Forschertipps, Experimente und Bastelideen, was das Buch für Waldkindergärten besonders attraktiv macht.
Platz vier bis sechs: Kindergartenalltag, Ostern und ein Tunnel
„Superstarke Kindergartengeschichten“ von Isabel Abedi mit Bildern von Andrea Hebrock (ArsEdition, ab 3) begleitet Luisa, Paul, Uli und Emma durch ihren Kindergartenalltag: basteln, feiern, streiten, einen Tag im Wald verbringen, die Polizei besuchen, auf das Schlaffest und den Laternenumzug warten. Kinder erkennen darin ihren eigenen Tag wieder, und genau das macht Vorlesegeschichten dieser Art so beliebt.
„Das Osterküken“ von Géraldine Elschner und Alexandra Junge (Nord-Süd, ab 4) erzählt von Henne Hilda, die seit 21 Tagen brütet, ohne dass sich etwas tut. Ihr Küken hat sich in den Kopf gesetzt, genau am Ostersonntag zu schlüpfen. Warten ist schwer, für Küken wie für Kinder.
In „Hase und Maulwurf – Zwei starke Freunde“ von Hans de Beer (Nord-Süd, ab 4) verletzt sich ein kleiner Hase beim Überqueren einer Autobahn und findet sich auf der falschen Seite wieder. Ein schielender Maulwurf schlägt einen Tunnel vor, der sich als ziemlich mühsames Unterfangen erweist, bis die Biber-Brüder und ihre Freunde mit anpacken. Die Geschichte eignet sich gut, um mit Kindern über Straßenverkehr und über Hilfsbereitschaft zu sprechen.
Platz sieben bis zehn: Bärenhunger, Zauberchaos, Kochen und Ostern
„Der Bär hat sooo ein Loch im Bauch!“ von Dunja Schnabel (Oetinger, ab 2) richtet sich an die jüngsten Kinder der Liste. Durch Gucklöcher sehen Kinder vorab, auf welches Tier der hungrige Bär als Nächstes trifft: Der Stier ist zu gefährlich, die Schweine zu dreckig, die Hasen zu schnell, und die Hühner lachen ihn aus. Am Ende rettet die Bärenfrau mit Honigbrot die Lage.
„Der Zauberer Barbeutzebutz“ von Kai Lüftner mit Illustrationen von Monika Parciak (Thienemann, ab 5) will sein Schloss sauberzaubern und macht mit jedem Zauberspruch alles schlimmer, bis ein Wirbelsturm ihn in die Flucht schlägt. Ob er das Schlamassel am Ende selbst wieder in Ordnung bringt, verrät erst die letzte Seite.
Aus der Reihe fällt „Landschaft schmeckt – Nachhaltig kochen mit Kindern“ von der Sarah Wiener Stiftung (Beltz & Gelberg). Das Kochbuch für die ganze Familie verfolgt einen einfachen Gedanken: Wer früh lernt, wie Lebensmittel schmecken, woher sie kommen und unter welchen Bedingungen sie erzeugt, gelagert und transportiert werden, isst später bewusster. Die Rezepte sind Mittel zum Zweck, das eigentliche Thema ist Ernährungsbildung.
Den zehnten Platz belegte „Das erste Ostern“ von Martin Polster mit Bildern von Rike Janßen (Gabriel, ab 3). Das Pappbilderbuch erzählt, wie Maria Magdalena nach dem Tod von Jesus wieder froh wird, und erklärt damit schon den Kleinsten den Kern des Osterfests.
Was eine gute Kita-Buchausstellung ausmacht
Eine Buchausstellung im Kindergarten ist weniger ein Verkaufstisch als eine Einladung. Die beste Auswahl mischt Altersstufen und Formen, damit die Zweijährigen etwas zum Anfassen finden und die Vorschulkinder etwas zum Zuhören. Sie greift die Jahreszeit auf, im Frühjahr also Ostern und Natur, und sie lässt Raum für ein Buch, das niemand erwartet, wie ein Kochbuch zwischen lauter Bilderbüchern.
Entscheidend ist, dass Kinder die Bücher in die Hand nehmen dürfen. Ein Bilderbuch, das nur unter Folie liegt, bleibt ein Gegenstand; eines, das auf dem Teppich aufgeschlagen wird, wird zur Geschichte. Wer als Elternteil unsicher ist, welches Buch zum eigenen Kind passt, kann bei der Ausstellung schlicht beobachten, wo das Kind hängen bleibt.
Bemerkenswert an dieser Liste ist übrigens, dass drei der zehn Titel aus dem Programm eines einzigen Verlags stammen, Nord-Süd, und zwei davon von Tieren erzählen, die eine gefährliche Strecke überwinden müssen – eine Autobahn im einen Fall, den Atlantik im anderen.
Häufige Fragen
Was ist eine Kinderbuchausstellung in der Kita?
Bei einer Kinderbuchausstellung wird für einige Tage eine Auswahl aktueller Bilder-, Papp- und Vorlesebücher in einem Kindergarten aufgebaut. Eltern können beim Bringen oder Abholen in Ruhe blättern, Kinder dürfen die Bücher anfassen und anschauen. Häufig wird die Ausstellung von einer Buchhandlung oder einer Leseförderin organisiert, die das Sortiment nach Jahreszeit und Alter zusammenstellt und bei Fragen berät. Bestellen lässt sich in der Regel direkt vor Ort.
Welches Buch aus der Liste eignet sich für Kinder ab zwei Jahren?
Für Zweijährige passt vor allem „Der Bär hat sooo ein Loch im Bauch!“ von Dunja Schnabel aus dem Oetinger Verlag. Das Pappbilderbuch arbeitet mit Gucklöchern, durch die Kinder schon vor dem Umblättern sehen, welcher Leckerbissen den hungrigen Bären als Nächstes erwartet. Die feste Pappe hält kleine Hände aus, und das Prinzip des Vorausahnens macht jüngeren Kindern besonders viel Spaß, weil sie die Auflösung selbst verkünden können.
Welche Osterbücher für Kinder waren unter den Favoriten?
Zwei Titel drehen sich um Ostern. „Das Osterküken“ von Géraldine Elschner und Alexandra Junge (Nord-Süd, ab 4) erzählt von einem Küken, das unbedingt am Ostersonntag schlüpfen will, und von der Geduld, die das allen abverlangt. „Das erste Ostern“ von Martin Polster mit Bildern von Rike Janßen (Gabriel, ab 3) erklärt schon den Kleinsten in einem Pappbilderbuch, was an Ostern gefeiert wird.
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