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Kraniche über Solingen: wann der Kranichzug im Frühjahr zu sehen ist
Ende Februar 2014 zogen die Kraniche zu Hunderten über Solingen. Schon in der Nacht davor waren ihre Rufe zu hören, ein trompetendes, weit tragendes Trillern, das niemand mit einem anderen Vogel verwechselt. Am Tag darauf standen in vielen Gärten Menschen mit dem Kopf im Nacken und sahen den Keilen nach, bis sie am Horizont verschwanden.
Wann der Kranichzug kommt
Der Kranich ist ein Zugvogel, der zweimal im Jahr über Deutschland hinwegzieht. Im Herbst fliegen die Vögel aus ihren Brutgebieten im Nordosten Europas, etwa in Skandinavien, im Baltikum und in Nordostdeutschland, in ihre Winterquartiere in Frankreich und Spanien. Im Spätwinter und Frühjahr, oft schon ab Mitte Februar, kehren sie zurück. Eine ihrer Hauptrouten führt quer über Nordrhein-Westfalen und damit auch über das Bergische Land.
Wer die Kraniche erleben will, braucht vor allem Ohren. Die Rufe sind oft lange zu hören, bevor die Vögel zu sehen sind, und bei günstigem Wind ziehen sie auch nachts.
Woran man sie erkennt
Kraniche fliegen in großen, keilförmigen Formationen oder in langen, geschwungenen Ketten. Mit ausgestrecktem Hals und nach hinten gestreckten Beinen wirken sie am Himmel größer und ruhiger als Gänse, mit denen sie gelegentlich verwechselt werden. Manchmal lösen sich die Formationen über einem Ort auf, die Vögel kreisen in der Thermik und sammeln sich neu.
Warum der Zug so berührt
Für viele Menschen gehört der Kranichzug zu den bewegendsten Naturereignissen des Jahres. Das hat mit der Größe der Schwärme zu tun, mit dem Lärm, der plötzlich den Alltag unterbricht, und mit dem Wissen, dass diese Vögel tausende Kilometer hinter sich haben. Wer ohnehin nah am Wasser gebaut ist und schon bei Büchern wie Markus Zusaks „Die Bücherdiebin“ keine Taschentücher mehr übrig hat, schluckt beim Anblick der Kraniche nicht selten einen Kloß hinunter.
Im Frühjahr kommt eine zweite Bedeutung hinzu: Die zurückkehrenden Kraniche sind ein sicheres Zeichen, dass der Winter nicht mehr lange dauert.
Wer sie im Februar verpasst, bekommt im Oktober eine zweite Chance. Dann ziehen dieselben Schwärme in die andere Richtung, und manche Solinger sagen ihnen nicht Lebewohl, sondern bis zum nächsten Frühjahr.
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