Wachs von Glas entfernen: drei Methoden für Kugeln und Windlichter
Tjugondag Knut heißt der Tag in Schweden, der zwanzigste nach Weihnachten, der 13. Januar. An ihm wird der Weihnachtsbaum abgeschmückt und hinausgebracht, und so manche Werbung hat das Bild geprägt, wie Tannen dabei kurzerhand durchs Fenster fliegen. In deutschen Städten richtet sich der Termin eher nach der Abholung durch die Stadtreinigung. Die Frage, die sich beim Abschmücken stellt, ist aber in beiden Ländern dieselbe, zumindest für alle, die ihren Baum mit echten Kerzen beleuchtet haben.
Echte Wachskerzen tropfen. Das gehört zu ihrem Charme, doch nach drei Wochen sind die Glaskugeln an den unteren Zweigen oft mit kleinen Wachsnasen übersät. Wer die Kugeln so in den Karton packt, hat im nächsten Dezember dieselben Flecken, nur fester und staubiger. Also lohnt es sich, gleich beim Wegräumen sauber zu machen.
Drei Methoden im Vergleich
Im Haushalt kursieren im Wesentlichen drei Wege, um Kerzenwachs von Glas zu entfernen. Sie beruhen auf zwei einfachen physikalischen Tatsachen: Wachs wird bei Wärme weich, und es zieht sich bei Kälte stärker zusammen als Glas.
Die erste Methode setzt auf heißes Wasser. Die Kugel wird kurz eingetaucht, das Wachs erweicht und lässt sich mit einem Küchentuch abnehmen. Das funktioniert, hat bei Christbaumkugeln aber zwei Tücken. Die richtige Temperatur zu finden, ist gar nicht so leicht: Zu kühl, und das Wachs bleibt hart, zu heiß, und die Finger leiden. Außerdem läuft leicht Wasser durch die Öffnung unter der Aufhängung in die Kugel, und das wieder herauszubekommen, ist mühsam.
Die zweite Methode nutzt einen Föhn. Warme Luft wird gezielt auf den Wachstropfen gerichtet, bis er glänzt und weich wird, dann wischt man ihn mit Küchenpapier ab. Das geht erstaunlich schnell, und die Kugel bleibt trocken. Bei Glasschmuck ist das die angenehmste Lösung, weil sich die Wärme punktgenau dosieren lässt und kaum Rückstände bleiben.
Die dritte Methode ist das Gefrierfach. Nach einiger Zeit in der Kälte wird das Wachs spröde und blättert ab, oft fast von selbst. Für dickwandige Gläser ist das ideal. Bei dünnen, mundgeblasenen Kugeln ist ein wenig Vorsicht angebracht, schon weil sie beim Herausnehmen beschlagen und rutschig werden.
Der Föhn ist für Christbaumkugeln die erste Wahl.
Windlichter und Kerzengläser
Anders sieht es bei Windlichtern, Teelichtgläsern und leeren Duftkerzengläsern aus. Hier sitzt nicht ein einzelner Tropfen, sondern oft ein ganzer Wachsboden fest, und das Glas ist robuster.
Das Gefrierfach spielt dabei seine Stärke aus. Das Glas kommt für einige Stunden hinein, danach lässt sich der Wachsrest meist mit einem stumpfen Messer oder Löffel am Rand anhebeln und als Ganzes herausnehmen. Auch der Metallsockel des Dochts löst sich so leicht.
Die Alternative ist heißes Wasser, diesmal direkt ins Glas gegossen. Das Wachs schmilzt, steigt nach oben und bildet beim Abkühlen eine feste Scheibe auf der Oberfläche. Die lässt sich abheben und im Restmüll entsorgen. Das Wasser erst danach in den Ausguss geben, flüssiges Wachs verstopft sonst die Rohre, sobald es darin wieder erstarrt. Bei sehr dünnem Glas empfiehlt es sich, das Gefäß vorher anzuwärmen, damit es den Temperatursprung besser verträgt.
Der letzte Film
Nach jeder Methode bleibt oft ein matter, leicht fettiger Schleier zurück. Er verschwindet mit warmem Spülwasser und einem weichen Tuch. Bei Glasschmuck mit Bemalung, Glitzer oder Lack gilt: nur tupfen, nicht reiben, und auf Scheuermittel ganz verzichten. Was auf einem schlichten Trinkglas harmlos ist, kann auf einer lackierten Kugel die Oberfläche beschädigen.
Einen Unterschied macht auch die Kerze selbst. Bienenwachs schmilzt erst bei etwas höherer Temperatur als Paraffin und bleibt zäher, beim Föhnen braucht ein Tropfen deshalb einen Moment länger, bis er sich abwischen lässt. Stark gefärbte Kerzen, etwa tiefrote, hinterlassen auf mattem oder satiniertem Glas manchmal einen Farbschatten. Hier hilft es, das erwärmte Wachs nicht zu verreiben, sondern mit einem frischen Stück Küchenpapier mehrmals aufzutupfen, bis nichts mehr abfärbt.
Scharfe Klingen und Metallschaber haben an Christbaumschmuck nichts verloren. An robusten Glasflächen wie Tischplatten oder Fensterbänken lässt sich ein flacher Glasschaber zwar einsetzen, an gewölbten, dünnwandigen Kugeln aber rutscht er leicht ab.
Vorbeugen für das nächste Jahr
Tropfende Kerzen lassen sich nicht ganz vermeiden, aber verringern. Kerzen, die gerade stehen, tropfen weniger als schiefe, deshalb lohnt vor jedem Anzünden ein kurzer Blick, ob die Klemmhalter nach dem Umhängen noch senkrecht sitzen. Tropfschutzmanschetten aus Metall oder Glas fangen einen Teil des Wachses auf, bevor es auf die Zweige und die Kugeln darunter fällt. Und wer die Kugeln mit genügend Abstand unter den Kerzenhaltern aufhängt, erspart sich manche Putzaktion. Mit Blick auf die Sicherheit gilt ohnehin, dass zwischen Flamme und Zweig genug Platz bleiben muss.
Bleibt eine Kleinigkeit, die in Schweden zum Knutstag gehört und hierzulande kaum jemand kennt: Die Süßigkeiten, die noch am Baum hängen, werden an diesem Tag von den Kindern geplündert, bevor die Tanne das Haus verlässt. Ob das mit Wachsnasen an der Schokolade besser schmeckt, ist nicht überliefert.
Häufige Fragen
Wie entfernt man Kerzenwachs am besten von Glas?
Für Christbaumkugeln und andere empfindliche Glasdekoration hat sich der Föhn bewährt: Die Wachstropfen werden kurz erwärmt, bis sie weich sind, und dann mit Küchenpapier abgenommen. Das geht schnell und hinterlässt kaum Rückstände. Bei robusten Gläsern wie Windlichtern oder leeren Kerzengläsern funktionieren auch heißes Wasser oder das Gefrierfach gut. Ein dünner Fettfilm lässt sich danach mit warmem Spülwasser abwaschen.
Wie bekommt man Wachsreste aus einem Kerzenglas?
Ein leeres Kerzenglas lässt sich auf zwei Arten säubern. Entweder kommt es für einige Stunden ins Gefrierfach, dann zieht sich das Wachs zusammen, löst sich vom Glas und kann herausgehebelt werden. Oder man gießt heißes Wasser hinein, das Wachs schmilzt, steigt nach oben und bildet beim Abkühlen eine Scheibe, die sich abheben lässt. Anschließend das Glas mit Spülmittel auswaschen.
Kann man geschmolzenes Wachs in den Ausguss schütten?
Nein. Wachs erstarrt in den kühleren Rohren wieder und kann den Abfluss verstopfen. Wer mit heißem Wasser arbeitet, lässt das Wasser deshalb abkühlen, nimmt die feste Wachsschicht ab und entsorgt sie im Restmüll. Erst danach darf das Wasser in den Ausguss. Auch Küchenpapier mit aufgesaugtem Wachs gehört in den Restmüll.
Was ist der Knutstag?
Der Knutstag, schwedisch tjugondag Knut, fällt auf den 13. Januar, den zwanzigsten Tag nach Weihnachten. In Schweden und Finnland gilt er als Ende der Weihnachtszeit. Traditionell wird an diesem Tag der Weihnachtsbaum abgeschmückt und aus dem Haus gebracht, in manchen Familien mit einem kleinen Fest, bei dem die letzten Süßigkeiten vom Baum geplündert werden.
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