Sonntagskuchen mit Schokolade: Brownie-Käse-Kuchen aus der Springform
Sechs Eier, 250 Gramm Butter und ebenso viel Schokolade: Schon die Zutatenliste zeigt, dass dieser Sonntagskuchen kein leichtes Gebäck ist. Dafür vereint der Brownie-Käse-Kuchen zwei Lieblinge der Kaffeetafel in einer einzigen Springform – den dichten, fast klebrigen Schokoladenkuchen aus den USA und den cremigen Käsekuchen, der in Deutschland in keiner Bäckerei fehlt.
Zutaten für eine 26er Springform
Für den Brownieteig:
- 250 g Butter
- 250 g Schokolade (Kuvertüre), grob gehackt
- 6 Eier
- 280 g Zucker
- 1 TL Vanillearoma
- 150 g Mehl
- 1 Prise Salz
Für die Käsekuchenmischung:
- 125 g Ricotta
- 50 g Frischkäse
- 2 EL Zucker
- 1 Spritzer Vanillearoma
- 1 Ei
- 5 TL Crème double
- 1 EL Mehl
Außerdem: Butter zum Einfetten der Form. Der Backofen wird auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorgeheizt.
Zuerst die Käsemasse
Anders als bei den meisten Rezepten beginnt die Arbeit mit dem Belag. Ricotta und Frischkäse werden glatt gerührt, dann kommen Zucker, Vanille, Ei, Crème double und Mehl dazu. Alles zu einer cremigen Masse vermengen und beiseitestellen. So steht sie bereit, sobald der Schokoladenteig in der Form ist, und der Brownieteig muss nicht warten.
Ricotta sorgt für eine leichte, etwas körnige Struktur, Frischkäse für die typische Säure eines Käsekuchens. Die Crème double macht die Masse geschmeidig. Wer sie nicht bekommt, kann auf Schmand oder Mascarpone ausweichen.
Schokolade schmelzen – mit oder ohne Wasserbad
Viele Rezepte schreiben vor, Butter und Schokolade im Wasserbad zu schmelzen. Das ist die sichere Methode, weil die Temperatur nie zu hoch wird. Es geht aber auch direkter: Butter und grob gehackte Kuvertüre gemeinsam in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren schmelzen, so wie es auch beim schwedischen Schokoladenkuchen üblich ist. Die Butter schützt die Schokolade vor dem Anbrennen. Sobald die Masse glatt glänzt, kommt der Topf vom Herd.
Kurz abkühlen lassen ist wichtig.
Der Brownieteig
Die Eier mit dem Zucker schaumig rühren, bis die Masse deutlich heller geworden ist, dann das Vanillearoma zugeben und noch einmal kurz aufschlagen. Anschließend die lauwarme Schokoladenmasse unterheben und zum Schluss Mehl und Salz einrühren. Ein Holzlöffel reicht dafür völlig; mit dem Handmixer geht es schneller, er sollte aber nur kurz und auf niedriger Stufe laufen.
Das Salz wirkt unscheinbar, ist aber wichtig. Eine Prise hebt den Schokoladengeschmack hervor und nimmt dem Kuchen etwas von seiner Süße.
Marmorieren und backen
Den Teig in die gefettete Springform füllen und glatt streichen. Dann die Käsemasse mit einem Esslöffel in Klecksen auf der Oberfläche verteilen. Mit einem Holzstäbchen oder einer Gabel durch Teig und Klecksen ziehen, sodass Schnörkel und ein Marmormuster entstehen. Nicht zu viel rühren, sonst vermischen sich die Farben und das Muster verschwimmt.
Der Kuchen backt im vorgeheizten Ofen 35 bis 40 Minuten. Danach ist er in der Mitte noch etwas feucht, was bei Brownies ausdrücklich erwünscht ist. Beim Abkühlen wird er fester. Wer ihn warm anschneidet, bekommt einen fast flüssigen Kern; über Nacht im Kühlschrank wird er kompakt und lässt sich in saubere Stücke schneiden.
Was einen guten Sonntagskuchen ausmacht
Der Sonntagskuchen hat in Deutschland eine lange Tradition. Er ist der Kuchen, der am Samstagabend oder Sonntagmorgen gebacken wird, damit am Nachmittag zu Kaffee oder Tee etwas Besonderes auf dem Tisch steht. Dabei geht es weniger um aufwendige Torten als um Rezepte, die gelingen, sich gut vorbereiten lassen und für eine größere Runde reichen.
Der Brownie-Käse-Kuchen erfüllt diese Bedingungen gut. Er ist in einer guten Stunde fertig, braucht keine besonderen Geräte und lässt sich am Vortag backen. Aus einer 26er Springform lassen sich wegen der Mächtigkeit gut 12 bis 16 Stücke schneiden.
Wichtig für die Planung: Der Kuchen braucht nach dem Backen Zeit. Mindestens zwei Stunden Abkühlen sind nötig, bevor er sich sauber schneiden lässt, und im Kühlschrank wird die Käseschicht noch etwas fester. Wer am Sonntagnachmittag servieren möchte, backt am besten am Vormittag oder schon am Samstagabend. In einer Dose im Kühlschrank hält er sich drei bis vier Tage, und viele mögen ihn gekühlt sogar lieber, weil der Schokoladenteig dann an Trüffel erinnert.
Zu dem Kuchen passen Beeren. Ein paar frische Himbeeren oder ein Klecks Joghurt mildern die Süße und bringen Farbe auf den Teller.
Häufige Fehler
Der häufigste Fehler ist zu heiße Schokolade. Kommt die geschmolzene Masse direkt vom Herd zu den aufgeschlagenen Eiern, stocken diese teilweise, und der Teig wird krümelig. Ein zweiter Fehler ist zu langes Rühren nach der Mehlzugabe: Dann entwickelt sich zu viel Kleber, und der Kuchen wird eher luftig als dicht. Und schließlich die Backzeit. Wer wartet, bis ein Stäbchen trocken herauskommt, hat meist zu lange gebacken.
Varianten
Wer den Schokoladengeschmack verstärken möchte, rührt einen Teelöffel Espressopulver unter den Teig. Gehackte Walnüsse oder Pekannüsse sorgen für Biss, so wie bei klassischen amerikanischen Brownies. Für eine fruchtige Version lassen sich Kirschen oder Himbeeren zusammen mit der Käsemasse auf dem Teig verteilen.
Auch eine Blechvariante ist möglich: Mit der doppelten Menge passt der Teig auf ein tiefes Backblech, die Backzeit bleibt ähnlich, weil die Schicht nicht höher wird.
Bleibt die Frage, wo die Grenze zwischen Kuchen und Brownie eigentlich verläuft – bei diesem Rezept lässt sie sich jedenfalls mit gutem Gewissen verwischen.
Häufige Fragen
Warum ist der Brownie-Käse-Kuchen in der Mitte noch feucht?
Das ist gewollt. Brownies zeichnen sich durch einen dichten, leicht klebrigen Kern aus, und dieser Kuchen folgt demselben Prinzip. Nach 35 bis 40 Minuten ist der Rand fest, die Mitte darf noch weich sein. Beim Abkühlen zieht der Teig weiter an. Wer den Kuchen fester mag, verlängert die Backzeit um fünf Minuten, riskiert aber, dass er trocken wird. Ein Holzstäbchen sollte in der Mitte mit feuchten Krümeln herauskommen.
Kann man die Schokolade ohne Wasserbad schmelzen?
Ja. Butter und grob gehackte Kuvertüre lassen sich gemeinsam in einem Topf bei mittlerer Hitze schmelzen, wenn ständig gerührt wird. Die Butter schützt die Schokolade dabei vor dem Anbrennen. Wichtig ist, den Topf vom Herd zu nehmen, sobald alles glatt ist, und die Masse kurz abkühlen zu lassen, bevor sie unter die Eier gehoben wird. Sonst stocken die Eier.
Welche Schokolade eignet sich am besten?
Gut geeignet ist Zartbitterkuvertüre mit einem Kakaoanteil zwischen 50 und 70 Prozent. Sie gibt dem Kuchen einen kräftigen Geschmack, der einen schönen Kontrast zur milden Käsemasse bildet. Vollmilchschokolade macht den Kuchen deutlich süßer und weicher. Eine Mischung aus beiden Sorten ist ein guter Kompromiss für Kinder. Kuvertüre schmilzt gleichmäßiger als Tafelschokolade, weil sie mehr Kakaobutter enthält.
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