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Sonntagskuchen-Rezept: Aprikosen-Käsekuchen mit Streuseln vom Blech

Sechs Eier, 300 Gramm Zucker und anderthalb Kilo Magerquark: Schon die Zutatenliste für den Belag zeigt, dass dieser Kuchen nicht für einen Kaffeeklatsch zu zweit gedacht ist. Der Aprikosen-Käsekuchen mit Streuseln wird auf einem tiefen Backblech gebacken und reicht für eine ganze Kaffeetafel, und genau das macht ihn zu einem typischen Sonntagskuchen für Familien, die gern Besuch haben.

Das Rezept stammt aus dem Band Die Schätze aus Omas Backbuch, einer Sammlung von hundert fast vergessenen Lieblingsrezepten. Es verbindet drei Schichten, die jede für sich einfach sind: einen Mürbeteigboden, eine Quarkcreme mit Zitrone und eine Decke aus Aprikosen und Butterstreuseln.

Zutaten für ein tiefes Backblech

Für den Teig:

  • 400 g Mehl (Type 405)
  • 1 Messerspitze Backpulver
  • 200 g weiche Butter
  • 100 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 2 Eier
  • ½ TL Salz

Für den Belag:

  • 200 g Butter
  • 300 g Zucker
  • 6 Eier
  • Saft und abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
  • 50 g Mehl (Type 405)
  • 1,5 kg Magerquark
  • 3 große Dosen Aprikosen (Abtropfgewicht je 475 g)

Für die Streusel:

  • 120 g Mehl (Type 405)
  • 60 g Zucker
  • ½ Päckchen Vanillezucker
  • 60 g flüssige Butter

Außerdem werden ein ausreichend tiefes Backblech und Backpapier gebraucht. Die Temperaturen: im Elektroherd 200 Grad Ober- und Unterhitze für Boden und Belag, 250 Grad für die Streusel; mit Umluft 180 und 230 Grad.

Zubereitung Schritt für Schritt

Zuerst entsteht der Mürbeteig. Mehl, Backpulver, Butter, Zucker, Vanillezucker, Eier und Salz werden zu einem glatten Teig verknetet, von Hand, mit dem Knethaken oder in einer Küchenmaschine wie dem Thermomix. Der Teig muss danach eine halbe Stunde in den Kühlschrank, damit die Butter wieder fest wird und er sich gut ausrollen lässt.

In dieser Zeit wird der Belag vorbereitet. Die Butter mit dem Zucker schaumig schlagen, dann die Eier einzeln unterrühren, jedes so lange, bis es sich ganz verbunden hat. Zitronensaft, Zitronenschale, Mehl und Quark kommen zum Schluss dazu. Die Masse ist recht flüssig, das ist richtig so.

Den gekühlten Teig rollt man am einfachsten direkt auf dem Backpapier aus und zieht das Papier dann samt Teig auf das Blech. Die Ränder und Ecken lassen sich mit einem kleinen Teigroller nacharbeiten. Mit einer Gabel wird der Boden mehrfach eingestochen, damit er beim Vorbacken keine Blasen wirft. Er kommt für etwa zehn Minuten auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Ofens.

Danach wird die Quarkmasse auf dem vorgebackenen Boden verstrichen und bei gleicher Temperatur rund 40 Minuten gebacken. Hier lohnt ein Blick durch die Ofentür. Die Oberfläche soll fest werden, aber hell bleiben, denn der Kuchen wird später noch einmal kräftig überbacken.

Während der Belag im Ofen ist, entstehen die Streusel. Mehl, Zucker und Vanillezucker werden gemischt, die flüssige Butter kommt dazu, und mit den Fingern oder einer Gabel wird alles zu kleinen Klümpchen verrieben. Die Aprikosen gut in einem Sieb abtropfen lassen; der Saft wird für diesen Kuchen nicht mehr gebraucht und kann für einen Obstsalat oder eine Schorle aufgehoben werden.

Die Aprikosenhälften werden dicht an dicht auf die gestockte Quarkmasse gelegt und mit den Streuseln bestreut. Auf der obersten Schiene und bei höherer Temperatur backt der Kuchen noch zehn bis fünfzehn Minuten, bis die Streusel goldbraun sind.

Dann heißt es warten. Käsekuchen schneidet sich erst sauber, wenn er vollständig ausgekühlt ist, und ein großes Messer, das zwischendurch in heißes Wasser getaucht wird, verhindert, dass die Streusel beim Schneiden zerbröseln.

Was einen guten Sonntagskuchen ausmacht

Sonntagskuchen ist in vielen Familien weniger ein bestimmtes Rezept als ein Ritual. Er wird am Samstagabend oder Sonntagvormittag gebacken und am Nachmittag mit Kaffee serviert, oft für Großeltern, Nachbarn oder Freunde. Blechkuchen haben dabei einen praktischen Vorteil gegenüber Torten: Sie lassen sich in viele gleich große Stücke schneiden, sind unempfindlich beim Transport und brauchen keine aufwendige Dekoration.

Der Aprikosen-Käsekuchen gehört zu den Klassikern dieser Art, ähnlich wie Streuselkuchen, Butterkuchen oder Zwetschgenkuchen. Die Kombination aus säuerlichem Obst und milder Quarkcreme funktioniert fast mit jeder Frucht. Wer keine Aprikosen mag, kann Mandarinen aus der Dose, Kirschen oder im Spätsommer frische Pflaumen nehmen.

Beim Backblech lohnt ein kurzer Blick vor dem Start. Ein flaches Standardblech reicht für diese Menge nicht, die Quarkmasse würde über den Rand laufen. Gebraucht wird ein tiefes Blech mit etwa vier Zentimetern Randhöhe oder ein verstellbarer Backrahmen, der auf ein normales Blech gestellt wird. Mit dem Rahmen lässt sich der Kuchen auch leichter aus der Form lösen, weil man ihn nach dem Auskühlen einfach mit einem Messer am Rand entlangfährt und hochhebt.

Für kleinere Runden kann das Rezept halbiert werden. Dann passt es in eine große Springform oder eine rechteckige Auflaufform, und die Backzeit für den Belag verkürzt sich um einige Minuten.

Der Quark sollte Magerquark sein, weil er die Masse fester macht. Mit Sahnequark wird der Belag cremiger, braucht aber etwas länger, bis er stockt.

Ein Detail aus Omas Backbüchern ist hier gut zu erkennen: Die Mengen sind großzügig, die Technik ist einfach, und nichts muss exakt auf die Minute gelingen. Solche Rezepte wurden in Zeiten entwickelt, in denen Backen am Wochenende selbstverständlich war und ein Blech Kuchen die ganze Verwandtschaft satt machen musste.

Ob der Kuchen warm oder kalt besser schmeckt, wird an jeder Kaffeetafel anders beantwortet.

Häufige Fragen

Kann man frische Aprikosen statt Dosenaprikosen nehmen?

Ja, frische Aprikosen funktionieren, wenn sie reif, aber noch fest sind. Man halbiert und entsteint sie und legt sie mit der Schnittfläche nach oben auf die Quarkmasse. Weil frische Früchte weniger weich sind als Dosenobst, können sie ein paar Minuten länger im Ofen brauchen. Für ein Blech werden etwa so viele Hälften benötigt, wie aus drei großen Dosen kommen, also genug, um die Fläche dicht zu belegen.

Warum wird der Käsekuchenbelag vorgebacken?

Die Quarkmasse bekommt rund 40 Minuten allein, damit sie stockt, bevor die Aprikosen und Streusel darauf kommen. Würde man alles zusammen backen, würden die Früchte in die flüssige Creme sinken und die Streusel durchweichen. Wichtig ist, dass die Oberfläche beim Vorbacken nicht zu braun wird, denn der Kuchen kommt danach noch einmal für zehn bis fünfzehn Minuten in den heißen Ofen.

Lässt sich der Aprikosen-Käsekuchen am Vortag backen?

Käsekuchen vom Blech schmeckt am zweiten Tag oft sogar besser, weil die Quarkmasse durchziehen kann. Nach dem Auskühlen sollte er abgedeckt kühl stehen. Die Streusel verlieren dabei etwas Knusprigkeit. Wer das vermeiden möchte, backt Boden und Belag am Samstag vor und gibt Aprikosen und Streusel erst am Sonntag darauf, bevor der Kuchen die letzte Viertelstunde in den Ofen kommt.

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