Frischer Mandarinenkuchen aus der Springform mit Quark und Tortenguss
Drei kleine Dosen Mandarinen mit je 175 Gramm Abtropfgewicht, 750 Gramm Magerquark und ein Päckchen weißer Tortenguss: Mehr braucht es nicht, damit aus einem einfachen Mürbeteig ein Kuchen wird, der auf fast jeder Geburtstagstafel eine Lücke hinterlässt, sobald er angeschnitten ist. Das Rezept stammt aus dem Backbuch „Die Schätze aus Omas Backbuch – 100 fast vergessene Lieblingsrezepte“, das bei Random House erschienen ist, und eignet sich gut als Einstieg in eine Reihe von Sonntagskuchen.
Zutaten für eine Springform mit 26 cm Durchmesser
Für den Teig:
- 200 g Mehl Type 405
- 2 TL Backpulver
- 100 g weiche Butter
- 100 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Ei
Für den Belag:
- 750 g Magerquark
- 100 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Päckchen Vanillepuddingpulver
- 75 ml Milch
- 60 ml Öl
- 1 Ei
- abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
- 3 kleine Dosen Mandarinen (Abtropfgewicht je 175 g)
- 1 Päckchen weißer Tortenguss
Gebacken wird im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad Ober- und Unterhitze oder 160 Grad Umluft.
Der Mürbeteig: mit der Hand, der Küchenmaschine oder dem Thermomix
Die Teigzutaten werden zu einem glatten Mürbeteig verknetet. Mit der Hand geht das in wenigen Minuten, eine Küchenmaschine mit Knethaken oder ein Thermomix nimmt die Arbeit ab. Wichtig ist bei allen Varianten, nur so lange zu kneten, bis der Teig zusammenhält. Mürbeteig mag keine Wärme, und zu viel Kneten macht ihn später hart statt mürbe.
Anschließend ruht der Teig etwa eine halbe Stunde im Kühlschrank. In dieser Zeit wird die Butter wieder fest, und der Teig lässt sich besser verarbeiten.
Boden und Rand formen
Klassisch wird der Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausgerollt und in die gefettete Springform gelegt. Bei weichem Teig reißt er dabei gern. Einfacher ist ein kleiner Umweg: Den Rand der Springform abnehmen, die Hälfte des Teigs direkt auf dem Boden der Form ausrollen und den Rand wieder schließen. Aus der zweiten Hälfte zwei lange Rollen formen, an den Innenrand legen und mit den Fingern oder einem kleinen Teigroller nach oben drücken, bis ein Rand von einigen Zentimetern entsteht.
Der Rand sollte überall ungefähr gleich hoch sein. Ist er an einer Stelle zu niedrig, läuft dort später die Quarkmasse über. Ein Blick von der Seite auf Augenhöhe zeigt schneller als jeder Maßstab, ob der Rand schief geraten ist. Kleine Risse im Teig lassen sich einfach mit etwas Teig vom Rest zudrücken, bevor die Füllung hineinkommt.
Quarkmasse und Mandarinen
Für den Belag alle Zutaten von Quark bis Zitronenschale zu einer glatten Masse verrühren. Hier gilt dasselbe wie beim Teig, nur aus einem anderen Grund: Die Masse soll glatt, aber nicht schaumig werden. Zu viel Luft lässt den Quark im Ofen aufgehen und beim Abkühlen wieder einsinken, was Risse zur Folge hat.
Die Quarkmasse auf dem Boden verstreichen. Währenddessen die Mandarinen in einem Sieb gut abtropfen lassen und den Saft auffangen, denn er wird später für den Guss gebraucht. Die Früchte dann gleichmäßig auf der Quarkmasse verteilen. Wer es besonders ordentlich mag, legt sie in Kreisen von außen nach innen.
Backen und abkühlen
Der Kuchen backt auf mittlerer Schiene etwa 55 bis 60 Minuten. Er ist fertig, wenn die Quarkmasse am Rand fest ist und in der Mitte nur noch leicht nachgibt. Danach bleibt er rund 20 Minuten in der Form, bevor Rand und Boden gelöst werden.
Viele Rezepte empfehlen, den Kuchen dann auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen zu lassen. Wer sich das Umsetzen sparen möchte, hebt ihn mit einer breiten Tortenpalette direkt auf die Kuchenplatte, auf der er später serviert wird.
Erst wenn der Kuchen ganz abgekühlt ist, kommt der Guss.
Der Tortenguss
Den weißen Tortenguss nach Packungsanweisung zubereiten, statt Wasser aber den aufgefangenen Mandarinensaft verwenden. Reicht der Saft nicht, wird mit Wasser oder Apfelsaft aufgefüllt. Den noch heißen Guss zügig mit einem Esslöffel von der Mitte aus über die Mandarinen verteilen, damit er nicht schon in der Schüssel fest wird. Der Guss hält die Früchte an ihrem Platz, schützt sie vor dem Austrocknen und sorgt für den typischen Glanz.
Warum der Kuchen so beliebt ist
Mandarinen aus der Dose gehören seit Jahrzehnten zu den Vorräten deutscher Küchen, weil sie das ganze Jahr verfügbar sind und ohne Schälen und Entkernen auskommen. Zusammen mit Quark, der hierzulande in jedem Supermarkt günstig zu haben ist, entsteht ein Kuchen, der frisch schmeckt und trotzdem sättigt. Er ist weniger schwer als eine Sahnetorte und saftiger als ein reiner Rührkuchen. Außerdem mögen ihn Kinder und Großeltern gleichermaßen, was ihn zu einem verlässlichen Kandidaten für Familienfeste macht, bei denen drei Generationen am Tisch sitzen.
Dazu kommt, dass er sich gut vorbereiten lässt. Am Vortag gebacken, schneidet er sich am nächsten Tag sogar sauberer, weil die Quarkmasse im Kühlschrank vollständig fest geworden ist.
Varianten
Statt Mandarinen passen Pfirsiche oder Aprikosen aus der Dose, im Sommer auch frische Beeren. Bei frischen Früchten fällt der aufgefangene Saft weg, der Guss wird dann mit Fruchtsaft angerührt. Wer den Belag cremiger mag, ersetzt einen Teil des Magerquarks durch Sahnequark; die Masse wird dadurch etwas weicher und braucht unter Umständen einige Minuten länger im Ofen.
Eine kleine Frage bleibt bei jedem Quarkkuchen offen, und in vielen Familien wird sie bis heute leidenschaftlich diskutiert: Gehören Rosinen hinein oder nicht? In diesem Rezept kommen sie nicht vor – und bei den Mandarinen vermisst sie auch niemand.
Häufige Fragen
Welche Springform eignet sich für den Mandarinenkuchen?
Das Rezept ist für eine Springform mit 26 Zentimetern Durchmesser berechnet. In einer kleineren Form von 24 Zentimetern wird die Quarkschicht höher, die Backzeit verlängert sich dann um etwa zehn Minuten. Eine größere Form von 28 Zentimetern ist weniger geeignet, weil der Teig für Boden und Rand knapp wird und der Belag flacher ausfällt. Die Form sollte gut gefettet werden, damit sich der Rand später sauber löst.
Kann man den Teig im Thermomix zubereiten?
Ja, der Mürbeteig lässt sich im Thermomix oder in jeder anderen Küchenmaschine mit Knethaken zubereiten. Mehl, Backpulver, Butter, Zucker, Vanillezucker und Ei werden nur so lange verknetet, bis ein glatter Teig entsteht. Zu langes Kneten macht Mürbeteig zäh, weil die Butter zu warm wird. Auch die Quarkmasse gelingt im Thermomix, sie sollte aber nur kurz verrührt werden, damit keine Luft hineingeschlagen wird.
Warum reißt die Quarkmasse beim Backen ein?
Risse entstehen meist durch zu hohe Temperatur oder durch zu kräftiges Aufschlagen der Masse. Wenn viel Luft im Quark ist, geht er im Ofen hoch und fällt beim Abkühlen wieder zusammen. Hilfreich ist, die Zutaten nur glatt zu rühren, bei Umluft die niedrigere Temperatur zu wählen und den Kuchen nach dem Backen etwa 20 Minuten in der Form ruhen zu lassen. Beim Mandarinenkuchen verdeckt der Tortenguss kleine Risse ohnehin.
Wie lange hält sich Mandarinen-Quarkkuchen?
Im Kühlschrank bleibt der Kuchen zwei bis drei Tage frisch, am besten abgedeckt oder unter einer Kuchenhaube. Durch die Quarkfüllung sollte er nicht lange bei Zimmertemperatur stehen, vor allem nicht im Sommer. Viele finden, dass er am zweiten Tag sogar besser schmeckt, weil der Boden dann etwas Feuchtigkeit aus dem Belag aufgenommen hat und die Aromen sich verbunden haben.
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