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#12von12: Ein ganzer Tag in zwölf Bildern erzählt

Ein Morgenkaffee, eine Hunderunde, ein halb ausgeräumtes Büro, ein Teich im Abendlicht: So unspektakulär sehen viele Bildstrecken aus, die unter dem Hashtag #12von12 entstehen. Gerade darin liegt ihr Reiz.

Die Regeln des Projekts

Das Prinzip ist schnell erklärt. Am 12. eines Monats dokumentiert jede teilnehmende Person ihren Tag in zwölf Fotos und veröffentlicht die Serie in einem eigenen Blog. Den Link trägt sie anschließend in eine Sammelliste ein, die die Initiatorin Karo Kännchen auf ihrer Seite Draußen nur Kännchen führt. Wer mitmachen will, braucht weder Anmeldung noch Profikamera. Ein Smartphone genügt, und die meisten Beiträge entstehen genau damit.

Im Frühjahr 2015 verbreitete sich die Aktion rasch über Twitter und Instagram. Wibke Ladwig beschrieb sie im April 2015 in einem kurzen Text über das Projekt und wies darauf hin, dass auch Unternehmen von solchen Formaten lernen könnten. Für die Mai-Ausgabe hatten sich bis zum Folgetag bereits 276 Teilnehmende in die Liste eingetragen.

Was die zwölf Bilder zeigen

Typisch ist die Nähe zum gewöhnlichen Ablauf. Frühstück, Arbeitsweg, der Schreibtisch, eine Fahrt zur Musikschule, ein Buch am Abend. Oft fehlt gerade das Bild, das den Tag am stärksten geprägt hat, weil der Gedanke an die Aktion erst später kam. Die Yogamatte um halb sechs am Morgen etwa taucht in so mancher Serie nur im Begleittext auf.

Die Beschränkung auf zwölf Motive zwingt zur Auswahl. Wer den ganzen Tag fotografiert, muss am Ende entscheiden, welche Momente tragen. Daraus entstehen kleine Erzählungen mit Anfang und Ende, die sich über Monate zu einem Tagebuch in Bildern fügen.

Warum das Format so gut funktioniert

Das feste Datum schafft Verbindlichkeit, ohne Druck aufzubauen. Wer einen Monat auslässt, steigt im nächsten einfach wieder ein. Die gemeinsame Liste sorgt dafür, dass sich die Beteiligten gegenseitig besuchen und kommentieren, und so wächst aus vielen Einzelbeiträgen eine lose Gemeinschaft.

Offen bleibt bei jeder Runde die Frage, wie viel Privates in zwölf Bilder gehört – das Frühstückstablett ja, das Kinderzimmer vielleicht lieber nicht.

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