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#myRembrandt: Rembrandts Selbstbildnis aus der Alten Pinakothek reist

Rembrandt beim Frühstück, Rembrandt vor dem Fernseher beim Fußball, Rembrandt sogar im All: Im Juli 2014 tauchte das Selbstbildnis des jungen Malers auf Fotos an Orten auf, an denen niemand ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert erwarten würde. Dahinter steckte eine Aktion der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München.

Warum das Bild verreiste

Die Alte Pinakothek wurde saniert und musste im Sommer 2014 teilweise schließen. Auch Rembrandts Selbstbildnis konnte in dieser Zeit nicht an seinem gewohnten Platz hängen. Statt es im Depot verschwinden zu lassen, schickten die Pinakotheken eine gerahmte Reproduktion auf Reisen und riefen unter dem Motto „Zeig Rembrandt deine Welt!“ dazu auf, das Bild mitzunehmen, in den Urlaub, nach Hause, in den Alltag. Details zur Aktion standen auf einer eigenen Seite der Pinakotheken.

Interessierte konnten sich bei der Pressestelle der Museen melden und bekamen die Reproduktion für eine Weile zugeschickt. Wer sie hatte, fotografierte den Maler an möglichst ungewöhnlichen Orten und teilte die Bilder unter dem Hashtag #myRembrandt.

Ein Maler zu Gast in Solingen

Eine der Stationen war Solingen. Die Klingenstadt mit ihrer langen Tradition der Messer- und Scherenherstellung bot dem Gast aus München reichlich Motive. Kurz vor dem Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 traf das Bild dort ein und erkundete zunächst die Stadt, bevor es mit in die Sommerferien fuhr. Der Porträtierte war zu diesem Zeitpunkt rechnerisch 408 Jahre alt, geboren 1606 in Leiden, auf dem Bild aber ein junger Mann mit wachem Blick.

Gerade dieser Kontrast machte den Reiz der Aktion aus. Ein Meisterwerk, das sonst hinter Absperrungen hängt, stand plötzlich auf dem Küchentisch oder am Strand, zwischen Kaffeetassen, Handtüchern und Stadtplänen.

Für Fotografierende war das eine dankbare Aufgabe.

Museum und Netz

#myRembrandt war ein Beispiel dafür, wie deutsche Museen schon 2014 soziale Netzwerke nutzten, um mit Besuchern in Kontakt zu bleiben, auch wenn die Türen teilweise geschlossen waren. Eine Tweetwall sammelte die Beiträge, eine zusätzliche Seite dokumentierte den Ausflug ins All.

Aus einer Verlegenheit wurde so eine Geschichte, die sich die Teilnehmenden selbst erzählten, Foto für Foto. Offen bleibt, wie viele der Menschen, die den Reisenden damals zu Hause hatten, später nach München fuhren, um das Original zu sehen.

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