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Gute Bücher für Teenager: Lesetipps junger Buchblogger von 12 bis 20

Fünfundvierzig Adressen standen auf der Liste, als die Zeitschrift Eselsohr im März 2013 über jugendliche Buchblogger berichtete. Über einen Monat lang wurden die Seiten per RSS-Feed beobachtet, und die Jüngsten unter den Autorinnen und Autoren waren zwölf, die Ältesten gerade zwanzig. Viele Hinweise auf lesenswerte Seiten kamen aus der Leser-Community LovelyBooks und aus Facebook-Gruppen, in denen sich die jungen Rezensenten längst gegenseitig empfahlen.

Die Namen dieser Seiten klangen nach Leidenschaft: Bücherbeere, Büchersturm, Leben zwischen den Seiten, Bookaholics for life. Hinter fast jeder stand ein Jugendlicher, der neben der Schule jede Woche mehrere Bücher las und darüber schrieb, oft ausführlicher als manches Feuilleton.

Was junge Buchblogger anders machen

Wer Jugendlichen gute Bücher empfehlen will, stößt schnell auf ein Problem. Die Empfehlungen kommen meist von Erwachsenen: von Lehrkräften, Buchhändlerinnen, Jurys. Die jungen Buchblogger drehten das um. Sie schrieben für Gleichaltrige, und sie schrieben über das, was sie tatsächlich gelesen hatten, nicht über das, was sie lesen sollten.

Das führte zu ehrlichen Urteilen. Ein Buch, das auf der Bestsellerliste stand, konnte trotzdem als langweilig abgetan werden, und ein unbekannter Titel aus einem kleinen Verlag bekam plötzlich begeisterte Kommentare. Viele Rezensionen folgten einem festen Muster: Cover, Klappentext, eigene Meinung, Punkte oder Sterne. Das wirkt schematisch, erleichtert aber den Vergleich, und für jemanden, der nach dem nächsten Buch sucht, ist genau das praktisch.

Auffällig war auch, wie stark sich die Szene vernetzte. Die Seiten verlinkten einander, veranstalteten gemeinsame Leserunden und tauschten Bücher. Einige wurden von Verlagen mit Leseexemplaren versorgt, was den Seiten Aktualität gab, aber auch Fragen aufwarf: Wie unabhängig kann eine Fünfzehnjährige über ein Buch urteilen, das ihr ein Verlag geschenkt hat? Die meisten gingen offen damit um und kennzeichneten solche Exemplare.

Interessant ist, wer da schrieb. Die Altersspanne war breiter, als man vermuten würde. Eine Zwölfjährige, die von Pferdebüchern und ersten Fantasyreihen erzählt, liest anders als eine Neunzehnjährige, die schon zwischen Jugendbuch und Erwachsenenliteratur pendelt. Gerade diese Spanne machte die Szene wertvoll: Wer die Seiten nach Alter sortiert las, konnte beobachten, wie sich Geschmack und Ansprüche im Lauf der Teenagerjahre verschieben, vom Wunsch nach Spannung hin zu Figuren, in denen man sich wiedererkennt.

Welche Bücher Teenager damals lasen

Ein Blick auf die Lieblingstitel jener Jahre zeigt, was Jugendliche bewegte. Dystopien standen hoch im Kurs, allen voran „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins. Kerstin Giers Edelstein-Trilogie um „Rubinrot“ verband Zeitreise, Humor und Liebesgeschichte und fand eine besonders treue Leserschaft. John Greens „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ erschien 2012 auf Deutsch und löste lange Diskussionen aus, weil es Krankheit und Tod nicht aussparte und trotzdem komisch war.

Auf der realistischen Seite stand Wolfgang Herrndorfs „Tschick“, die Geschichte zweier Jungen, die in einem geklauten Lada durch Ostdeutschland fahren. Das Buch landete bald auch auf Schullektürelisten, was bei manchen Jugendlichen die Begeisterung eher dämpfte.

Liebe war dabei das Thema, das sich durch fast alle Genres zog. Ob in der Fantasy, im Vampirroman oder in der Schulgeschichte: Wie fühlt es sich an, verliebt zu sein, und was, wenn es nicht erwidert wird? Bücher, die diese Fragen ernst nahmen, ohne kitschig zu werden, bekamen die besten Kritiken.

Wie Eltern gute Bücher für Teenager finden

Wer für eine Dreizehnjährige oder einen Fünfzehnjährigen ein Buch sucht, steht oft ratlos vor dem Jugendbuchregal. Die Altersangaben der Verlage sind grobe Richtwerte, mehr nicht. Ein zwölfjähriger Vielleser verkraftet oft komplexe Romane, während ein Sechzehnjähriger, der kaum liest, mit einem schmalen, spannenden Buch besser bedient ist als mit einem Klassiker.

Hilfreich ist es, zuerst nach Interessen zu fragen und dann nach Titeln. Pferde, Fußball, Fantasy, Krimi, Liebe: Für jedes Thema gibt es gute Bücher, und die Rezensionen junger Leser verraten, ob ein Buch auch wirklich fesselt. Bibliotheken bieten außerdem die Möglichkeit, mehrere Titel anzulesen, ohne Geld auszugeben.

Ein zweiter Weg führt über Auszeichnungen. Der Deutsche Jugendliteraturpreis vergibt neben der Kritikerjury auch einen Preis der Jugendjury, in der Jugendliche selbst entscheiden. Deren Auswahl deckt sich oft erstaunlich genau mit dem, was in den Lesecommunitys gefeiert wird.

Nicht zu unterschätzen ist schließlich die Wirkung des Gesprächs. Jugendliche, die über ein Buch reden dürfen, ohne abgefragt zu werden, lesen eher das nächste.

Vom Blog zum Video

Viele der Seiten von 2013 existieren heute nicht mehr oder werden nicht mehr gepflegt. Ihre Autorinnen und Autoren sind längst erwachsen. Die Idee aber lebt weiter, nur hat sie das Medium gewechselt. Was damals ein Blogeintrag mit Coverfoto war, ist heute oft ein kurzes Video, in dem jemand ein Buch in die Kamera hält und erklärt, warum es beim Lesen die Tränen kamen.

Das hat den Buchmarkt verändert. Verlage beobachten die Empfehlungen junger Leser inzwischen genau, und manche ältere Titel werden Jahre nach ihrem Erscheinen plötzlich wieder zu Bestsellern.

Offen bleibt, ob die schnellen Videoformate dieselbe Sorgfalt erlauben wie die langen Rezensionen von damals, in denen eine Fünfzehnjährige drei Absätze lang begründete, warum ihr das Ende nicht gefiel.

Häufige Fragen

Welche Bücher eignen sich für 13-jährige?

Mit 13 wechseln viele Jugendliche von Kinderbüchern zu Jugendromanen. Beliebt sind Abenteuer und Fantasy wie „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins oder Kerstin Giers „Rubinrot“, aber auch realistische Geschichten wie Wolfgang Herrndorfs „Tschick“. Entscheidend ist weniger die Altersangabe auf dem Umschlag als das Interesse: Wer Fußball liebt, liest eher ein Sportbuch als einen preisgekrönten Klassiker. Proben lesen in der Bibliothek hilft beim Auswählen.

Was ist ein Buchblogger?

Ein Buchblogger schreibt regelmäßig im Internet über gelesene Bücher, meist in Form von Rezensionen, Leselisten und Neuerscheinungsübersichten. Viele stellen dazu ein Foto des Covers, eine kurze Inhaltsangabe und eine persönliche Bewertung ein. Jugendliche Buchblogger nutzten 2013 vor allem kostenlose Plattformen wie Blogspot oder WordPress und vernetzten sich über Communitys wie LovelyBooks. Verlage schickten ihnen teils Leseexemplare.

Welche Bücher lesen Teenager gern über Liebe?

Liebesgeschichten gehören zu den meistgelesenen Themen bei Jugendlichen. John Greens „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ verbindet eine Liebesgeschichte mit einer schweren Krankheit und war 2013 eines der meistdiskutierten Jugendbücher. Auch Kerstin Giers Edelstein-Trilogie mischt Zeitreise mit Romantik. Gute Liebesromane für diese Altersgruppe nehmen Unsicherheit und erste Gefühle ernst, statt sie zu verklären.

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