Alle Artikel mit dem Schlagwort: Sprache

Über Literatur

Wenn „über“ etwas geschrieben wird, setzt man als Leser insgeheim voraus, dass die Verfasserin weiß, wovon sie spricht bzw. schreibt. Vielleicht sollte ich zum besseren Verständnis und zur Abgrenzung gegenüber denjenigen, die wirklich wissen was Literatur ist, noch ein Fragezeichen hinter meine Beitragsüberschrift setzen. Denn tatsächlich gehöre ich eher zu den Unwissenden, die vom Begriff „Literatur“ ehrfürchtig zurückschrecken und sich lieber Buchbloggerin und nicht Literaturbloggerin nennen. Warum eigentlich? Spurensuche Die Herkunft des Wortes „Literatur“ liegt in lateinisch litteratura, was soviel wie Buchstabenschrift, das Geschriebene oder auch die Schrift bedeutet. Der Duden schreibt der Literatur folgende Bedeutung zu:[ gesamtes] Schrifttum, veröffentlichte [gedruckte] Schriften. In Wikipedia heißt es darüber hinaus: Die öffentliche Literaturdiskussion und -analyse ist demgegenüber seit dem 19. Jahrhundert auf Werke ausgerichtet, denen besondere Bedeutung als Kunst zugesprochen werden kann, und die man im selben Moment von Trivialliteratur und ähnlichen Werken ohne vergleichbare „literarische“, sprich künstlerische Qualität, abgrenzt. Die Literatur zählt zu den Gattungen der Kunst. Das gedruckte Wort Ich bin eine große Bewunderin von Sprache, nicht nur in gedruckter Form. Ich weiß um ihre …

Von der Sprache oder KW 3

Ich bin von Sprache umgeben. Wir sind von Sprache umgeben. Jeden Tag. Selbst wenn wir schweigend lesen, lauschen wir den Geschichten in unserem Kopf. Sprache ist allgegenwärtig, dennoch war meine vergangene Woche in besonderem Maße von der Sprache geprägt. Von der Sprache „Sprache schafft Wirklichkeit“ heißt es in Robert Habecks Buch „Wer wir sein könnten“. Ich las es bereits bei Erscheinen im Herbst 2018. Seitdem zierten viele Klebezettel dieses Buch. Als ich dann Ende vergangenen Jahres mitbekam, dass der Buchladen Neusser Straße ein Lesung bzw. ein Gespräch mit Robert Habeck plante, bemühte ich mich gleich aus mehreren Gründen um eine Karte. Zum einen lese ich ganz gerne Habecks Blog, in dessen Beiträgen oft zu spüren ist, dass der Politiker eben auch Doktor der Philosophie ist. Zum anderen erfahre ich täglich, welche Kraft Sprache hat, wie sie ausgrenzen, zerstören und Hoffnung rauben kann, wie sie aber durch respektvollen und wertschätzenden Einsatz auch ganz viel positive Energie freisetzt. Am vergangenen Donnerstag erlebte ich solch einen Einsatz. Der von Ulrich Noller moderierte Abend drehte sich um Habecks Buch, …

You go me on the cookie!

Bei vielen Dingen in unserem Leben schalten wir unbewusst auf unseren Autopiloten um. Autofahren, dabei den Nachrichten lauschen oder mit dem Beifahrer plaudern? Nichts leichter als das. Auch den immer gleichen Weg beispielsweise zur Arbeit laufen wir ganz automatisch. Genauso verhält es sich als Muttersprachler mit der deutschen Sprache. Der, die, das? Kein Problem! Redensarten, Sprichwörter? Eine meiner leichtesten Übungen! Pronomen, Präpositionen, Kasus? Hauptsache ich weiß, wie man es richtig macht. Erwischt! Ich erinnere mich noch genau an so manche Deutschfrage, die mir von meinen im Sprachniveau B1 oder B2 befindlichen Freunden oder Gastsöhnen gestellt wurde und von mir mit einem „Uff, das muss ich erst einmal nachschlagen.“ oder völlig verzweifelt mit „Das ist eben so.“ beantwortet wurde. Obwohl man hier nicht wirklich von „beantworten“ sprechen kann. Die deutsche Sprache ist keine einfache Sprache. Geschrieben genauso wenig wie gesprochen. Wobei letzteres besonders auf Englisch sprechende Menschen zutrifft. Aber spätestens mit unseren Umlauten erwischen wir auch den letzten Araber, der sich bis dato in der deutschen Aussprache noch recht gut geschlagen hatte. Wie schön also, dass …

Die Macht der Worte

Als ich über diesen Beitrag grübelte, stieß ich auf unzählige Zitate und Sinnsprüche zum Thema Sprache und Kommunikation. Einige von ihnen möchte ich in diesen Artikel einfließen lassen, weil sie mit nur wenigen Worten genau das auf den Punkt bringen, was mich derzeit beschäftigt. Worte sind wie Pistolenkugeln Worte sind wie Pistolenkugeln. Einmal abgeschossen kann man sie nicht mehr zurückholen. Diesen Sinnspruch hörte ich vor gut 20 Jahren das erste Mal. Ja, Worte haben große Macht. Sie können wie Öl runtergehen oder auch verletzend sein. Wenn sie unseren Mund verlassen, sind sie nicht mehr aufzuhalten. Und nicht immer ist klar, was sie mit meinem Gegenüber machen, was wirklich beim Empfänger ankommt, zumal bei schriftlicher Kommunikation die Übermittlung von nonverbalen Signalen gänzlich ausbleibt. Es sind gerade diese fehlenden Blicke, Gesten, Laute oder auch die Körperhaltung, die uns beim geschriebenen Wort fehlt und zu Missverständnissen führt. Zwei Sprachen, zwei Seelen Eine andere Sprache zu sprechen, bedeutet, eine zweite Seele zu besitzen. Dieses Zitat von Karl dem Großen beschreibt ziemlich passend den Inhalt des TED-Talks „How language shapes …