Alle Artikel mit dem Schlagwort: Soziale Netzwerke

Großraumbüro in liebevolle Hände abzugeben

Im Januar 2010, kurz nachdem ich meine „Social-Media-Karriere“ bei Twitter begann, erstellte ich mein Privatprofil bei Facebook. Nur wenig später entstanden die FB-Seiten Buecherkinder und Was mit Kinderbüchern. Letztere sollte Information rund ums Kinder- und Jugendbuch bündeln und für mehr Sichtbarkeit der Kinderliteratur und ihrer Macher*innen sorgen. Gelegentlich gab es inhaltliche Überschneidungen mit meiner Buecherkinder-Seite und ab und an lag eine der Seiten auch für eine Weile brach. Vor knapp vier Jahren gab es dann eine große Änderung, die den Namen der Seite noch mehr zum Programm werden ließ. Denn seit August 2015 berichten ganz unterschiedliche Kinderbuchmenschen (mittlerweile schon über 130) für jeweils eine Woche auf Was mit Kinderbüchern darüber, was sie (beruflich) mit Kinderbüchern (hier ist natürlich die gesamte Kinder- und Jugendliteratur gemeint) machen. Durch die wöchentlichen “Takeover”, in der die jeweilige Kuratorin bzw. der Kurator als Mitverwalter der Seite eingestellt wird, erhalten die derzeit über 7.000 Fans wunderbare Einblicke in die verschiedensten Tätigkeiten rund um die Kinder- und Jugendliteratur, deren Macher, Multiplikatoren oder Nutzer. Oft findet ein lebhafter und neugieriger Austausch zwischen Kurator*in …

Ich bin dann mal weg …

Den Satz „Ich bin dann mal weg“ werde ich wohl mein Leben lang mit dem 2006 erschienen Reisebericht von Hape Kerkeling verbinden. Erst ein Hörsturz und eine entfernte Gallenblase ließen den damals schier pausenlos arbeitenden Entertainer die Notbremse ziehen, die Wanderschuhe schnüren und den fast 800 km langen Camino Francés beschreiten. Seitdem verbinde ich den Ausspruch vor allem mit großen Veränderungen, mit Abkehr von dem, was man bislang machte und vielleicht auch ein wenig mit der Suche, nicht unbedingt nach dem Sinn des Lebens, aber irgendwie schon nach sinnstiftenden Dingen. Und tatsächlich schrieb ich unter ähnlichem Titel bereits im Frühjahr 2016 über meine regelmäßig wiederkehrende Social-Müdia, die Unlust, zu bloggen, und zu kommentieren. Was damals noch mehr oder weniger nach einer harmlosen Frühjahrsmüdigkeit klang, wuchs sich in den folgenden Jahren zu einer diffusen Abneigung oder zumindest einem sehr ambivalenten Verhältnis zu den sozialen Netzwerken im Allgemeinen und Facebook im Speziellen aus. Vieles dort mag ich gar nicht erst sehen, von vielem bin ich gefühlsmäßig überfordert (ich kann nicht die ganze Welt retten!) und selbst wenn …

Social-Media-Detox

Eine Entschlackungskur (engl. Detox) soll den Körper von Schadstoffen befreien. Eine Eliminationsdiät wiederum versucht über das Ausschlussverfahren hinter Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu kommen. Beide Anwendungen eint, dass sich Personen, die sich ihnen unterziehen, vorher nicht wohl gefühlt haben und an dieser Situation etwas ändern wollen oder müssen. Social-Media-Detox Die von mir liebevoll Social-Müdia genannte Netz-Überdrüssigkeit ist für mich nichts Neues. Bereits vor drei Jahren bloggte ich unter dem Titel  Vom „Ich bin dann mal weg“-Phänomen über einen Zustand, der auch mich regelmäßig befällt. Doch dieses Mal ist die Lage eine andere. Bremste mich bislang gerne ein Motivationstief aus, auf das dann zügig wieder ein Hoch folgte, machen mir verstärkt die Inhalte in den Sozialen Medien zu schaffen. Zunehmend geistern polarisierende, mit Clickbaiting-Überschriften versehene Artikel durch die Netzwerke, die zwar starke Emotionen hervorrufen, mich aber als Menschen nicht weiterbringen. Im Gegenteil, ich bin dünnhäutig geworden, das Lesen von Kommentaren habe ich mir schon lange untersagt und mein Algorithmus zeigt mir eine schlechtere Welt als sie eigentlich ist, denn die Social-Media-Welt meines Gatten sieht bei weitem beschaulicher aus als …

Quo vadis

Quo vadis, Blog?

Also eigentlich bin ich eine totale Berühmtheit, zahllose Menschen haben meinen Blog abonniert und warten stets ungeduldig auf meinen neuesten Beitrag. Also eigentlich … Die Realität sieht natürlich ganz anders aus. Abgesehen davon, dass ich aufs Berühmtsein gar keinen großen Wert lege, fehlt es schlichtweg an Zeit, mich neuen Beiträgen zu widmen. Dabei kann ich mich über das Ausbleiben inhaltlicher Ideen überhaupt nicht beklagen. Gesellschaftliche und politische Themen bekommt man ja heutzutage per Soziale Netzwerke und 20-Uhr-Nachrichten täglich frei Haus geliefert. Und an anderen Ideen – ich sag nur Garten, Hühner, Wandern, Meditation – mangelt es mir auch nicht gerade. Allein es fehlt die Zeit Tatsächlich hat auch mein Tag entgegen anderslautender Gerüchte nur 24 Stunden. Wie soll ich da noch das Bloggen unterbringen? Schließlich fülle ich ja dieses Internet via Facebook, Twitter und Instagram bereits mit mehr oder weniger sinnvollen geistigen Ergüssen. Aber irgendwie ist das nicht dasselbe, mein Blog gehört eben mir, meine Inhalte sind auch nach Jahren noch auffindbar, keinem Algorhythmus unterworfen. Hat eben doch etwas für sich so ein digitales Tagebuch. …