Alle Artikel mit dem Schlagwort: Solingen

Einfach mal DANKE sagen

Ihr kennt das sicherlich auch, oder? Wenn man mal wieder genervt ist, sich ungerecht behandelt fühlt, das Leben verrückt spielt, dann ist man mit Kritik schnell bei der Hand. Aber sind die Menschen freundlich und manches läuft besser als gedacht, vergisst man irgendwie darüber zu berichten, dabei wäre das so wichtig, eben auch mal die vielen guten Sachen hervorzuheben. Deshalb werde ich heute einfach mal DANKE sagen. Jetzt gibt es natürlich zahllose Menschen, bei denen ich mich bedanken könnten, aber heute sind einmal die dran, die gerne von der Öffentlichkeit gescholten werden und mit denen ich – auch aufgrund meines Engagements in der Flüchtlingshilfe – derzeit sehr viel zu tun habe. Ich möchte mich bei den für die Stadt Solingen an den verschiedensten Stellen arbeitenden Menschen bedanken, die mir im vergangenen Jahr zahllose Fragen beantwortet haben und mich dadurch regelmäßig in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit unterstützen. Viele Zusammenhänge waren mir anfangs nicht ganz klar, aber verschiedenste Menschen nahmen sich in den Ämtern die Zeit, mir Abläufe und bisweilen auch bürokratische Hürden zu entschlüsseln. Ich möchte mich …

Infoabend zur Flüchtlingssituation in Solingen

Harmonisch ging es gestern Abend in der Ohligser Festhalle zu. Der neue Oberbürgermeister hatte Interessierte aus ganz Solingen und die Ohligser im Speziellen eingeladen, sich über die aktuelle Flüchtlingssituation in der Klingenstadt und den Bezug des ehemaligen Schwimmbads Sauerbreystraße zu informieren. Über 300 Menschen waren diesem Ruf gefolgt. Anders als bei der letzten Veranstaltung Ende September im Humboldtgymnasium, die damals über die Errichtung des Henry-Dunant-Dorfs informierte und aufgrund schlechter Organisation viel Raum für Stimmungsmache bot, ließ man dieses Mal nichts „anbrennen“. Schon vor der von Julitta Münch moderierten Veranstaltung wurde auf dem auf allen Plätzen ausliegenden Ablaufplan auch auf die bei Fragen aus dem Publikum geltenden „Spielregeln“ hingewiesen. Die Rückseite des Zettels bot zudem Platz, Sorgen, Kritik und Angebote zu notieren. Dieser konnte im Anschluss an die Veranstaltung in eine Box geworfen werden. Gute Voraussetzungen also für die aus dem WDR bekannte Moderatorin, die beherzt den Abend moderierte, Menschen und Initiativen vorstellte und diese auch gleich gewinnbringend zusammenbrachte. Das Ehrenamt stand an diesem Abend sichtbar im Vordergrund. Die kommunale Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Schwimmbad an der …

Patenfamilien für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gesucht!

Laut einem Artikel der Welt könnten dieses Jahr bis zu 30.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Eine unglaubliche Zahl und eine ebenso unglaubliche Herausforderung für die Jugendämter, die für die Inobhutnahme der Jugendlichen zuständig sind. Am 1. November tritt zudem das geänderte Kinder- und Jugendhilfegesetz in Kraft, dass die Minderjährigen wie bereits die Erwachsenen zuvor nach dem Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer verteilt. Das bedeutet zum einen natürlich eine Entlastung der Großstädte, die die Kinder und Jugendlichen zum Teil in Hotels unterbringen müssen, zum anderen aber auch eine Herausforderung für die etwa 600 Jugendämter im Land, die in den meisten Fällen den Amtsvormund stellen. Zur Zeit leben 36 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Solingen, einige von ihnen in der Clearinggruppe des Jugendheims Halfeshof. 95 % der Minderjährigen sind Jungen, die mit der Hoffnung auf ein besseres Leben von ihren Eltern auf den lebensgefährlichen Weg nach Europa geschickt wurden. Hier angekommen, übernimmt das Jugendamt vor Ort ihre Betreuung. In einer Clearingphase, die zwischen 3 bis 6 Monaten dauert, werden verschiedenste Fragen (Herkunft, Alter, Gesundheitszustand, Traumata, eventuelle …

Ein offener Brief

Liebe Frau Merkel, liebe Frau Kraft, lieber Herr Kurzbach, Sie kennen mich nicht, aber diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich ein durch und durch positiver Mensch bin, ein „Kopf hoch“-Typ von der Sorte „Das schaffen wir!“. Doch heute beschleicht mich das erste Mal ein klammes Gefühl, es kriecht mir den Rücken rauf, will von mir Besitz ergreifen. Ich bin nicht vorbereitet, hatte nicht erwartet, dass Angst bei mir eine Chance haben könnte. Wie konnte es dazu kommen? Schließlich bin ich doch von offenen, hilfsbereiten Menschen, die sich in diesen herausfordernden Zeiten mit all ihrer Kraft für ein buntes, weltoffenes Deutschland einsetzen, umgeben. Wieso also erstmals diese kalte Hand auf meiner Schulter? Da ist sicher zum einen der ungläubige Blick nach Brüssel. Ich bin zutiefst schockiert von einem Europa, dem es zwar 70 Jahre nach Kriegsende besser geht denn je, das aber seine Menschlichkeit in diesen Jahrzehnten verloren zu haben scheint und anstatt gemeinsam zu handeln, Zäune errichtet. Da wird der vielbeschworene europäische Gedanke innerhalb kürzester Zeit zur Farce. Die europäische Politik taumelt und die …