Alle Artikel mit dem Schlagwort: #lebenschreibenatmen

Listen

Ich gebe unumwunden zu, dass ich einen Listenfetisch habe. Keine Ahnung, ob das bereits in meiner Kindheit oder Schulzeit begann, ich kann mich nicht erinnern. Ordentlich war ich glaube ich schon immer. Listen bringen mir Klarheit, sie teilen meinen Tag ein, ordnen das Gewusel in meinem Kopf, dieses geschäftige Treiben, was bisweilen nicht zur Ruhe kommen will. Ich habe Listen für ToDos und ToDonts, Listen für den jeweiligen Arbeitstag, wobei es sich dabei nur um zwei bis drei dringliche Aufgaben handelt, die auf einem kleinen Zettel gekritzelt vor meiner Tastatur liegen. Aber alleine das Abstreichen erledigter Dinge vermittelt mir ein befriedigendes Gefühl. Es gibt handschriftliche Listen, schnell hingeschmierte, ausgedruckte und digitale. Unsere Einkaufsliste führen wir seit neuestem digital und gemeinsam, was sich bei fünf erwachsenen Familienmitgliedern als ziemlich praktisch erwiesen hat. Manchmal werden ausgedruckte Listen auch laminiert, weil Abläufe wiederkehren und einfach nur regelmäßig abgehakt werden müssen. Ich weiß, das Genie beherrscht das Chaos, und für den normal „Sterblichen“ klingt meine Struktur vermutlich abschreckend, aber ich kann ohne sie einfach nicht sein. Ich brauche Ordnung …

10 Minuten

Seit ich Doris Dörries Buch Leben Schreiben Atmen gelesen habe und erste kleine Schreiberfahrungen sammeln konnte, lässt mich das Thema Schreiben insbesondere das Schreiben mit der Hand nicht mehr los. Es erstaunt mich jedes Mal aufs Neue, dass Themen, Schreibfluss und das sich Trauen mit Hand und Papier etwas völlig anderes sind. So schreibe ich Texte mit Tastatur niemals in einem fort, springe immer wieder zum Anfang, lese mir Absätze erneut durch, ändere während des Schreibens ganze Sätze ab. Sicher ist dies beim handschriftlichen Schreiben auch möglich, ein fetter Querstrich durch eine Formulierung oder ein X durch einen Absatz sind genauso gut wie die Delete-Taste, aber komischerweise tue ich es nicht, denn ich will meinen Schreibfluss, der ja irgendwie auch mein Gedankenfluss ist, nicht stören. Bereits gestern kam mir deshalb die Idee mit #lebenschreibenatmen eine neue Rubrik in meinem Blog zu schaffen. Gerne möchte ich dieses 10-minütige, fast meditative Schreiben beibehalten. Sicherlich nicht täglich – nun, wir werden sehen – aber recht regelmäßig werde ich mir Worte raussuchen, zu denen ich 10 Minuten lang meine …

Blanko-Tage

Ich überlege, ob ich jemals in meinem Leben 10 Minuten am Stück geschrieben habe. Ja, vermutlich bei den Klausuren der Oberstufe, aber das fällt nun nicht unter biographisches Schreiben. Dieses wiederum hat viel mit Erinnerungen zu tun, und darin bin ich wirklich schlecht. Also, in diesem Erinnern. Ich bewundere meinen 80-jährigen Vater, der für uns und seine Enkel sogar ein Buch mit Erinnerungen gefüllt hat. So oft erinnert er sich an Gegebenheiten, die weit in der Vergangenheit liegen, manchmal ist er in diesen sogar nur drei Jahre alt. Vielleicht liegt es an der Zeit. Geboren 1939 lebte mein Vater seine Kindheit im Krieg. Möglicherweise brennen sich Erinnerungen deshalb stärker ein. Ich erinnere mich an so vieles nicht, oder zumindest nicht sofort. „Weißt du noch damals bei unserer Wanderung auf dem Berg?“, solche Fragen stellt mein Vati mir oft. Manchmal erinnere ich mich kaum mehr an den Urlaub. Wieso? Womit war mein Kopf belegt? Oder ist er nur jetzt belegt und vor zwanzig Jahren war diese Erinnerung noch klarer? Manchmal machen mir diese Blanko-Tage Angst. Wer …

Leben, Schreiben, Atmen

Ich habe kurz gezögert als ich von Sarah (vielen im Netz als Pinkfisch bekannt) gefragt wurde, ob ich in der Erscheinungswoche über das Buch Leben Schreiben Atmen berichten und vielmehr noch eigene Schreib-Erfahrungen mit meinen Leser*innen teilen wolle. Gezögert habe ich, weil ich mich selbst eher als Leserin und nicht als Schreiberin betrachte und außerdem schon den einen oder anderen Ratgeber zum Schreiben in der Hand hatte, der mich nicht überzeugte. Dennoch habe ich zugesagt, vielleicht auch, weil die Beschreibung des Verlags soviel mehr versprach als eine trockene Anleitung zum biographischen Schreiben. Und was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil, dieses Buch hat mich ermuntert, mich auf ganz unverkniffene Art und Weise meinen Erinnerungen zu nähern. Bisweilen bedarf es da sicherlich neben dem Stift auch einer Schaufel, um manches, was sich tief unter dem täglichen Einerlei befindet, wieder freizulegen. Ich freue mich darauf und werde – wie sieben weitere Bloggerinnen auch – unter dem Hashtag #lebenschreibenatmen von meinen Erfahrungen berichten. Zu Beginn widme ich mich den drei Worten des Titels. Leben …